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Goden nach Nürnberg: Neun Talente verlassen den FC

Der 1. FC Köln verliert Kevin Goden an den 1. FC Nürnberg. Der frisch gebackene U19-Nationalspieler des Deutschen Fußball-Bundes hat sich dem Bundesliga-Aufsteiger angeschlossen. Der 19-Jährige ist einer von neun Abgängen der Kölner U21.

Köln – Zuletzt hatte Goden zwar noch für die U19 in der A-Junioren-Bundesliga gespielt, doch bei einem Verbleib in Köln wäre der Rechtsaußen in die U21 aufgestiegen mit der Chance, näher an die Profis heranzurücken, für die er im Dezember 2017 sein Debüt im DFB-Pokal beim FC Schalke 04 gegeben hatte. Doch diese Profi-Chance bietet nun der 1. FC Nürnberg dem Junioren-Nationalspieler.

Schommers als wichtiger Wechselgrund

Der Effzeh zieht den Kürzeren. Was wohl auch an einem ehemaligen Trainer der Geissböcke lag. Denn beim „Club“ arbeitet inzwischen Boris Schommers als Co-Trainer des FCN. Der langjährige Nachwuchstrainer der Geissböcke war ein Grund für Godens Entscheidung, wie dieser wissen ließ. FCN-Sportvorstand Andreas Bornemann freute sich über den Transfer. „Wir sehen viel Talent in ihm und hoffen darauf, dass ihm hier seine nächsten Schritte in der Entwicklung gelingen werden.“

Darüber hinaus verlassen den Effzeh nach GBK-Informationen acht weitere U21-Spieler. Neben Anas Ouahim (Osnabrück) und Jonas Hildebrandt (Rostock) wurden die Verträge mit Lucas Surek, Leander Siemann, Jens Bauer, Stanley Ratifo, Manfredas Ruzgis und Michael Hasemann nicht verlängert. Für Chris Führich soll es Angebote mehrerer Klubs geben, doch aktuell ist noch keine Entscheidung über einen Verbleib des Talents gefallen. Beim FC hat Führich noch einen gültigen Vertrag. Markus Anfang will den Mittelfeldspieler Ende Juni zunächst unter die Lupe nehmen.

7 Kommentare
  1. Juergen Lex says:

    Echt. Das verstehe ich nicht. Der Fuehrich ist ein junger schneller u. Technisch starker Spieler. Was wollen die da. So einen MUSS man behalten und aufbauen. Junge Junge, das glaub ich nicht. Muss jetzt vorspielen. Das glaub ich nicht.

  2. Karl Heinz Lenz says:

    Zuletzt las ich einen längeren Artikel (ich glaube im „Kicker“) über Karriere-Probleme der Spieler im deutschen Profifußball und dazu ein Interview mit dem ehemaligen Leverkusener Spieler Simon Rolfes, der in diesem Bereich als Berater tätig ist. Hinsichtlich der ganz jungen Spieler fiel mir besonders auf:

    – Nur ganz wenige Spieler schaffen den Übergang von den Nachwuchsmannschaften und den Nachwuchsleistungszentren der Profi-Vereine hinein in die Kader der 1. Bundesliga und 2. Bundesliga. Wenn ich mich richtig erinnere, ca. zwei Prozent. Das ist verdammt wenig. Rolfes hob hervor, dass seinem Überblick nach nur eine Minderheit dieser jungen Leute diese Wirklichkeit an sich heranlassen und viele noch nicht verstanden haben, dass sie sich auch Gedanken machen müssen, was tun, wenn das mit dem Profifußball nicht klappt. Rolfes forderte, dass die Vereine da eine pädagogische Verantwortung haben und den Jungs auch dann zur Seite stehen sollten, wenn die erhoffte Fußballer-Karriere nicht funktioniert und ein Übergang in eine Berufsausbildung oder in ein Studium ansteht.

    – Auch interessant fand ich, dass Simon Rolfes meinte, dass normalerweise die jungen Spieler mit 22 den Einstieg in den Profibereich gefunden haben müssen. Die Erfahrung würde zeigen, dass Spieler, die älter als 22 sind, diesen Übergang in den Profibereich normalerweise nicht mehr schaffen.

    Damit ist klar, dass die Jungs aus den U 21-Mannschaften reichlich Stress haben und gucken müssen, durch dieses „Zwei-Prozent-Schlüsselloch“ in die 1. und 2. Bundesliga hineinzukommen. Und das gilt natürlich auch für unsere Spieler in der U 21 des FC. Entweder werden die beim FC in den Profi-Kader übernommen oder die müssen in ihrem Alter raus in Vereine der 1., 2. oder 3. Liga, um sich dort weiterzuentwickeln und sich – so Gott will – irgendwo und irgendwie „auf Dauer“ festzuspielen. Keiner der Profi-Klubs legt sich junge Spieler auf Halde. Alle ziehen sich nur die „Zückerchen“ raus und gucken rum, ob sie sich noch ein junges Talent von anderswo ranholen, wie etwa die Hertha im Falle Künter.

    Der FC hat es in der Vergangenheit ganz genau so gemacht und ist damit gut gefahren. In der Kölner Presse gab es dann zwar stets ein leises Weinen wegen der „Juwelen“ und „Talente“, die der FC leichtsinnig in eine Weltkarriere entließ, anstatt sie in der eigenen Mannschaft zu neuen Schäfers, Flohes, Overaths und Podolskis heranwachsen zu lassen. Die Wirklichkeit ist aber – ich habe das in unserem Forum zuletzt schon einmal geschrieben – dass nur ganz, ganze wenige dieser angeblich vom Acker gejagten jungen „Juwelen“ sich schließlich in der Bundesliga als Stammspieler durchgesetzt haben. Uth und Brosinski sind Beispiele, aber auch die waren nach ihrer FC-Zeit noch jahrelang in diversen Klubs unterwegs, bis sie zum Stammspieler eines BL-Klubs wurden. Die anderen Jungs kickten oder kicken heute in der 2., 3. oder in der Regionalliga, wenn sie denn überhaupt noch im Leistungssport sind.

    Dass es nicht gut ist, die jungen „Juwelen“ über die Zeit im Verein zu behalten und nicht hinaus in die raue Fußball-Welt zu stoßen, zeigt das Beispiel von Adil Chihi. Von ihm sagte seinerzeit unser Präsident Wolfgang Overath: „Solange ich Präsident bin, wird Adil immer einen Profivertrag beim FC haben!“ Irgendwann ging es aber dann einfach nicht mehr und dann war die Karriere hin. Manchmal braucht der Mensch einfach eine Luftveränderung. Und das gilt auch für die jungen Spieler aus den Nachwuchsmannschaften des FC.

    • Klio says:

      Junge Spieler auf Halde legen, das konnte lange Zeit auch nur der FC Bayern wirklich wegen seiner finanziellen Mittel und wegen seiner Strahlkraft. Da konnte man auch junge Talente holen, die man nicht wirklich brauchte und konnte sie wie Anlagegut in der 2. Mannschaft parken oder verleihen. Man denke nur an Mitchell Weiser oder Sinan Kurt. Aber selbst da funktioniert es nicht mehr so mit dem Anlocken von Toptalenten. Auch die letzten Jungspieler, ihre Eltern und Berater haben gemerkt, dass es für junge Spieler keine gute Alternative ist, bei einem Verein zu sein, bei dem man nicht wirklich gebraucht wird, sei der Vereinsname noch so groß und strahlkräftig. Junge Spieler brauchen Spielpraxis.

      Deshalb ist es auch nur klug, junge Spieler nicht auf Vorrat an den Verein zu binden. Das beschädigt auch den Ruf der Jugendabteilung, wenn Nachwuchsspieler mitbekommen, dass ein Verein jungen Spielern, denen man keinen Kaderplatz geben kann, Steine für die weitere Entwicklung in den Weg legt. Ouahim kann jetzt zum Beispiel 3. Liga spielen, für ihn ist das ein guter Schritt und letztlich für den FC auch. Selbst die besten Scouts können meist nur im Rückblick sagen, wen man von den ganzen Jugendjahrgängen unbedingt hätte halten müssen. Hier halten sollte man die, denen man auch eine Chance geben kann. Alles andere wäre unfair – und wie gesagt letztlich auch schlecht für den FC.

  3. NICK says:

    Ich würde mir ein paar mehr Leihgeschäfte wünschen oder dass man sich ein Rückkaufoption sichert. Vielleicht tun wir das ja auch. Aber letzten Endes muss man Talenten auch mal eine Chance geben und auch mal 2-3 nicht so tolle Einsätze verzeihen, anstatt die „Geb ich nicht mehr her“ – Spieler nach 2-3 Einsätzen wieder zur Jugend zurück zu schicken…

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