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Abschied wahrscheinlich: Horn in der Hector-Falle

Jannes Horn macht keinen Hehl daraus, dass er den 1. FC Köln verlassen möchte. Diesen Umstand hat er den Bossen der Geissböcke bereits mitgeteilt. Nun kehrt auch noch Jonas Hector deutlich früher als erwartet von der WM 2018 zurück. Ein Grund mehr für den Linksverteidiger, seinen Wechsel zu forcieren.

Aus Bad Gögging berichten Sonja Eich und Marc L. Merten

Jonas Hector hätte den 1. FC Köln eigentlich bis Ende August fehlen können. Doch die deutsche Nationalmannschaft schied bekanntlich bereits nach der Vorrunde bei der WM 2018 in Russland aus. Hector weilt seit Donnerstag wieder in Deutschland. Der FC hat aus Bad Gögging längst Kontakt zu seinem Nationalspieler aufgenommen.

Horn sollte Hector beerben

Der 28-Jährige wird nun erst einmal seinen Sommerurlaub antreten. Doch beim FC hofft man, dass der Linksfuß bereits zum Trainingslager in Kitzbühel (ab dem 12. Juli) ins Mannschaftstraining einsteigen wird. Einem Einsatz zum Zweitliga-Auftakt beim VfL Bochum (hier geht’s zum Spielplan) dürfte damit nichts mehr im Wege stehen. Für Jannes Horn bedeutet dies: eine Perspektive auf der Ersatzbank.

Das hatte sich der 21-Jährige bekanntlich gänzlich anders vorgestellt. Im Winter wollte ihn RB Leipzig verpflichten, Köln hätte mit einer Leihe inklusive verpflichtender Kaufoption (aus Gründen des Financial Fairplay) rund 15 Millionen Euro verdienen können. In der Erwartung, dass Hector den Klub im Abstiegsfall verlassen würde, hatte man Horn aber gehalten und ihm erklärt, man setze auf ihn als Linksverteidiger Nummer eins in der Zweiten Liga.

Horn kann sofort gehen

Dieser Fall ist bekanntlich nicht eingetreten. Hector ist noch immer da, bleibt in Köln – und Horn will nur noch weg. Aktuell trainiert er bei den Geissböcken in Bad Gögging. Doch weil er nicht einmal mehr die Chance sieht, sich im August in den ersten Zweitliga-Spielen für andere Klubs zu empfehlen, wird der ehemalige Wolfsburger alles daran setzen, so schnell wie möglich einen neuen Klub zu finden. RB Leipzig hat sich inzwischen für einen anderen Spieler auf der Position entschieden, auch die ebenfalls interessierte Borussia aus Mönchengladbach hat anderweitig auf dem Transfermarkt zugeschlagen. Horn muss also auf die Suche gehen. Nach dem WM-Aus der Deutschen kann er aber sicher sein: Da die Geissböcke für den Saisonauftakt nun doch auf Hector zurückgreifen können, werden die FC-Bosse den Spieler gehen lassen, sobald die finanziellen Rahmenbedingungen erfüllt sind.

4 Kommentare
  1. NICK says:

    Irgendwie kann ich ihn schon verstehen. Alles was man ihm erzählt hat – Schmadtke & Stöger: „Hector spielt auf der Sechs, Du bist unsere Nummer 1 auf LV“ und jetzt Veh: „Du bist unsere erster LV in der zweiten Liga, Hector wird bestimmt wechseln…“, alles ist nie eingetreten. Trotz das die handelnden Personen sich geändert haben, alle Versprechungen sind wie Seifenblasen geplatzt.

    Jetzt muss ein Spieler aber auch Kämpfen. Horn scheint aber nicht bereit, den Kampf um den Stammplatz gegen Hector ernsthaft aufnehmen zu wollen. Bei der Beliebtheit von Jonas und seinem eigenen Standing mittlerweile, ist dies auch ehrlich gesagt nicht verwunderlich.

    Ich hätte im Winter auf jeden Fall die 15 Millionen genommen, da hätten wir jetzt richtig gute Spieler mit verpflichten können, ob einer dann 500.000 mehr kostet, wäre nicht das Problem gewesen… Jetzt zahlt aber keiner 3 Millionen mehr für ihn, dafür kriegen wir keinen gleichwertigen Ersatz und dann würde ich ihn jetzt auch nicht mehr gehen lassen. zeitpunkt einfach verpasst. Statt WinWin für alle, Frust auf beiden Seiten…

    • Rolf Moersch says:

      Grundsätzlich finde ich die Kaderplanung von AV ok, was die Personalie Horn betrifft, haben sie in allen Ausführungen Recht. Wie soll der Spieler an Hector vorbei kommen, kann aus meiner Sicht nur durch eine Verletzung passieren und das ist für einen Spieler sicher keine Motivation. Für den entgangenen Transfererlös hätte man sicher einen guten LA kaufen können und müsste man sich nun keine Gedanken machen, wie man einen im Grunde chancenlosen Spieler ruhig und zufrieden hält.
      Trotzdem hoffe und glaube ich, dass der direkte Wiederaufstieg machbar ist. Ob es so ist, können wir in der Winterpause diskutieren.

  2. Klio says:

    Wobei nicht sicher ist, auf welchen Positionen Markus Anfang die FC-Spieler letztlich spielen lassen wird. Vielleicht wird Hector doch ins Mittelfeld rücken, wenn Jannes Horn sich als entsprechende Alternative für die linke Abwehrseite anbietet.

    Im Rahmen der Taktik-Schulung, die momentan im Mittelpunkt steht, wird Anfang sich alle Spieler mit einem frischen Blick anschauen. Da kann sich noch einiges entwickeln und verschieben – vor alllem bei den jungen Spielern. Wir werden uns vielleicht noch wundern, welche Spieler auf welchen Positionen auflaufen werden. Hector war ja z.B. Zehner, als er zum FC kam und ist dann im Verlaufe der Zeit auf dem Feld schrittweise nach hinten gerückt. Stanislawski erst hat ihn zum Linksverteidiger gemacht.

  3. Joss says:

    Jannis Horn wäre gut beraten, sich erstmal mit seinem aktuellen status quo zu beschäftigen und seine Leistungen beim FC bestmöglich abzurufen. Alles andere schadet ihm nur noch mehr als das es ihm hilft. Ich gehe nicht davon aus, dass er nach dem ganzen Theater einen für ihn adäquaten Abnehmer aus der 1.Liga finden wird.

    Er sollte die Situation jetzt und hier beim FC annehmen und sich in den Dienst der Mannschaft stellen. Ich finde er hat Talent, ist schnell und hat auch Spielüberblick. Letztlich sollte er sich effektiv anbieten, hart trainieren und beim FC bleiben. Und sich nicht an so Pappnasen wie Draxler&Co. orientieren. Damit wäre ihm sportlich mehr als nur geholfen.

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