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Mehr Bewerber: Vorstandswahl steigert Interesse am Mitgliederrat


Der Termin steht fest: Am 10. Oktober 2018 wird der 1. FC Köln zur jährlichen Mitgliederversammlung laden. Dann steht ein wichtiger Punkt weit oben auf der Tagesordnung: die Wahl des neuen Mitgliederrates. Im Vergleich zur letzten Wahl vor drei Jahren wird es in diesem Jahr zu einer Kampfwahl kommen. Auch, weil ein Jahr später ein neuer Vorstand gewählt werden wird. 

Köln – Über 6000 Mitglieder hatten bei der letzten Mitgliederversammlung im September 2017 ihren Weg in die Lanxess-Arena gefunden. Trotz katastrophalem Start in die Bundesliga-Saison verzeichnete die damalige Versammlung einen neuen Vereinsrekord – dank der Qualifikation für die Europa League einerseits, vor allem aber wegen der Abstimmung über „100 % FC – Dein Verein“, inklusive kostenloser Hoodies. In diesem Jahr werden sicher nicht anseitsweise so viele Mitglieder von ihrem Mitspracherecht Gebrauch machen. Doch diejenigen, die vor Ort sein werden, haben eine wichtige Wahl zu treffen: die neue Zusammensetzung des Mitgliederrates.

Mehr Bewerber als vor drei Jahren

Zur Aufgabe des Mitgliederrates gehört es, die Arbeit des Vorstands zu überwachen und diesen auf Vereinsebene in wichtigen Angelegenheiten zu beraten. In der Vergangenheit gab es insbesondere im Gemeinsamen Ausschuss immer wieder Reibereien bis hin zu offenen Auseinandersetzungen. Bekanntlich verbindet insbesondere Werner Spinner und Stefan Müller-Römer eine herzliche Abneigung.

Nun stehen neue Wahlen an. Um für einen Posten im Mitgliederrat kandidieren zu können, bedarf es bis zu Bewerbungsschluss am 31. Juli die Unterschriften von 100 Mitgliedern. Erst dann können sich Anwärter auf der Mitgliederversammlung zur Wahl stellen. Der Mitgliederrat besteht aus maximal 15 Personen. Bei der letzten Wahl vor drei Jahren standen allerdings nur 14 Kandidaten zur Auswahl, sodass alle Anwärter auch gewählt wurden. Ein Umstand, der nicht gerade für das Ansehen des Mitgliederrates als Institution des Vereins sprach. Doch in diesem Jahr ist das anders. Zu den bestehenden Personen im Mitgliederrat, die sich aller Voraussicht nach alle wieder zur Wahl stellen werden, gibt es bislang vier weitere Bewerber, die schon von der Wahlkommission geprüft wurden. Damit stünden derzeit 18 Personen für 15 Positionen zur Wahl.

Nach GBK-Informationen gibt es allerdings noch deutlich mehr potentielle Kandidaten, die sich um die 100 nötigen Unterschriften bemühen. Einige ihrer Namen dürften es in den kommenden Wochen noch auf die Liste der Kandidaten schaffen, sodass sich deutlich mehr als 15 Anwärter auf die Posten bewerben werden.

Vorstandswahl ein Grund für Beteiligung

Bei der nächsten Mitgliederversammlung am 10. Oktober wird es also im Vergleich zur Vorwahl zu einer echten Wahl kommen, bei der es nur die Personen mit den meisten Stimmen in den Rat schaffen werden. Ein Grund für die vermehrte Teilnahme ist zum einen die negative, sportliche Entwicklung des Klubs, in deren Spannungsfeld nicht nur der Vorstand, sondern auch der Mitgliederrat von Fans und Mitgliedern kritisiert worden war. Zum anderen läuft im nächsten Jahr die Amtszeit des amtierenden Vorstands um Präsident Werner Spinner aus. Auch hier zeigten sich zuletzt einige Mitglieder unzufrieden und streben nach einer Veränderung. Stand heute dürfte es eine hitzige Mitgliederversammlung werden, die wohl nur durch großen sportlichen Erfolg in der Zweiten Liga beruhigt werden könnte.

Insbesondere dürfte dem neuen Mitgliederrat deshalb eine besondere Bedeutung zukommen, weil nicht klar ist, ob sich Spinner nach seiner Herz-Operation im Februar im kommenden Jahr noch einmal zur Wahl stellen wird. Aktuell ist diese Frage völlig offen. Sollte sich Spinner zu einem Rückzug entscheiden, würde sich die weitere Frage stellen, wie es um die FC-Vizepräsidenten Toni Schumacher und Markus Ritterbach bestellt sein wird, ob das Vize-Duo sich um einen neuen dritten Mann im Bunde bemühen oder ein gänzlich neues Präsidium zur Wahl gestellt würde. Aufgrund des aktuellen Bruchs zwischen Präsidium und Mitgliederrat scheint es kaum vorstellbar, dass ohne Machtkampf der amtierende Vorstand noch einmal in dieser Form vom Rat vorgeschlagen würde. Auch deshalb darf man gespannt sein, wer sich im Oktober alles zur Wahl in den Mitgliederrat stellen wird.

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