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Kommentar: Bis 2022 vergeht noch sehr viel Zeit

Der 1. FC Köln hat sich in dieser Saison mit nur einem Ziel verstärkt: in einem Jahr wieder in die Bundesliga zurückzukehren. Dabei spielte die Perspektive in der Kaderplanung nicht die zentrale Rolle. Der Erfolg ist nun zwingend erforderlich, denn nur dann hätte der Klub vieles richtig gemacht.

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Als Armin Veh im Winter 2017/18 seinen Dienst beim FC antrat, stellte er fest: Ein Kaderumbruch beim FC würde gar nicht so leicht werden. Der Grund: Einige Spieler, auf die man nicht mehr setzen wollte, verfügten über langfristige Verträge. Die Politik der vermeintlichen Investition in perspektivische Transfererlöse durch längere Spielerverträge, die von Jörg Schmadtke und Alexander Wehrle betrieben worden war, erwies sich in manchen Personalien als Eigentor und hinderlich, einen Umbruch in allen Bereichen zu vollziehen.

Vier-Jahres-Verträge kurzfristig nicht nötig

Daher verwunderte es, dass Veh in den folgenden Wochen und Monaten ebenfalls langfristige Verträge vergab, und zwar nicht nur an junge Spieler wie Vincent Koziello, sondern auch an ältere Spieler. Rafael Czichos und Dominick Drexler sind beide 28 Jahre alt, haben bislang genau ein gutes Zweitliga-Jahr in ihrer Vita stehen und bekamen in Köln trotzdem üppige Vier-Jahres-Verträge. Lasse Sobiech ist 27 und wurde ebenso bis 2022 an den Klub gebunden. Der im Winter verpflichtete Simon Terodde ist sogar bereits 30, wenn sein Vertrag ausläuft, wird er 33 sein. Das Quartett gilt kurzfristig als zweifellos wichtiges Gerüst, das den sofortigen Wiederaufstieg in die Bundesliga schaffen soll. Ob es dann aber auch perspektivisch in der Bundesliga noch als Korsett funktionieren würde, lässt sich zumindest aus der Historie der Spieler nicht automatisch ableiten.

Veh stellte nach dem Drexler-Deal klar, dass in der kommenden Saison Erfahrung enorm wichtig sei, um den Aufstieg zu schaffen. Damit liegt der Sportchef freilich goldrichtig. Nur mit jungen Spielern, zumal Zweitliga-unerfahren, hat noch kaum ein Team die Liga dominiert. Die Erfahrung gerade der genannten Spieler könnte also von unschätzbarem Wert sein, um das einzige Saisonziel zu erreichen. Vier-Jahres-Verträge jedoch wären für dieses kurzfristiges Ziel nicht erforderlich gewesen.

Viele Talente mit langfristigen Verträgen

Hätte der FC nicht also auch über die Saison hinaus planen müssen, um schon jetzt auf Spieler zu setzen, die dann in Liga eins durchstarten? Ein Blick in den Kader zeigt, dass der Effzeh zumindest einen ganzen Haufen an jungen Spielern mit langfristigen Verträgen ausgestattet hat, die in der Bundesliga entweder bereits funktioniert haben oder dorthin schon in diesem Sommer hätten wechseln können: T. Horn (25), J. Horn (21) , Hauptmann (21), Koziello (22), Meré (21), Schaub (23), Schmitz (23), Guirassy (22), Cordoba (25), Özcan (20). Zehn Spieler, nicht älter als 25. Dazu Talente wie Bader (20), Handwerker (20), Bisseck (17) und Nartey (18). Auf dem Papier also eine gute Mischung – für die kommende Saison.

Darum ist der Aufstieg zwingend notwendig

Der FC wird aufpassen müssen, dass der sofortige Aufstieg tatsächlich gelingt. Erstens, weil nur dann die Talente beim FC bleiben dürften. Zweitens, weil dies bedeuten würde, dass Markus Anfang als Trainer beim FC funktioniert hat und mit ihm der Kader weiterentwickelt werden könnte. Drittens, weil dann wohl auch mindestens Teile der erfahreneren Spielern ihren Wert für die Mannschaft bewiesen haben dürften. Und viertens, weil dann mit dem Aufstieg das Geld vorhanden wäre, um neue, Bundesliga-erfahrene Eckpfeiler für das Team zu verpflichten. Denn in der Ersten Liga, darüber sind sich jetzt schon intern die Bosse im Klaren, bräuchte es noch einmal andere Kaliber, um ein Gerüst zu formen, das dann den Klassenerhalt versprechen würde. Dann würden auch Vier-Jahres-Verträge mehr Sinn ergeben. Aktuell sind sie ein Risiko.

12 Kommentare
    • mal im Ernst says:

      Auch ein FC Angestellter der hier seinen Senf gegen die Wahrheit sagen muss. Habe eh das Gefühl das euer FC die Wahrheit nicht vertragen kann. A. V ist ein Loser. Aufsteigen mit ihm und dem Möchtegern Vorstand unmöglich. Aber gut für uns, dann müssen wir nicht das Wasser- Kölsch trinken. Schade für die Fans vom FC, denn die sind ok. 1. Bundesliga erst wieder 2020. Dann kommt Heynckes nochmals zum Zuge. Euer Halbgott Poldi ist dann Präsident und Merkel macht die Finanzen.
      Gebe dann dem Vorstand im Haupthaus einen aus.

  1. Horst Simon says:

    Sie haben im Prinzip recht.
    Allerdings bedenken Sie nicht, dass die von Ihnen genannten Spieler wohl nicht nach Köln gekommen wären, wenn man ihnen Verträge mit kürzeren Laufzeiten angeboten hätte.
    Terodde war in den letzten Jahren
    der Topstürmer der 2. Liga.
    Die anderen 3 genannten gehörten zu den besten Spielern der vergangenen Saison.
    Aus meiner Sicht hat Armin Veh hier alles richtig gemacht.

  2. Juergen Lex says:

    Vertrag hin oder her. Der angestrebte Aufstieg ist das wichtigste. Fußball ist Tagesgeschäft . was in 3 oder 4 Jahren ist …..wer weiss das schon. In der Bundesliga spielen auch Leute mit 32 o. 33. Ganz locker. Und nicht so , och so alt , uuh so teuer
    Das läuft …….

  3. Anti Raute says:

    Was ist denn so schlimm an 4 Jahres Verträgen bei Spielern in einem Alter von unter 30 Jahren? Die Gehälter sind immer weiter gestiegen, die fallen im Leben nicht mehr. Also ist dies auch eine Absicherung für den Verein.

    Herr Schmitz hat mit seinem Hinweis ins Schwarze getroffen, manchmal bekommt man einen Spieler nur, wenn man ihm einen langfristigen Vertrag anbietet, insbesondere wenn dieser Spieler 28-30 Jahre alt ist. Bei jungen Spielern ist ein langfristiger Vertrag für den Verein besser, denn wenn man jedes oder jedes 2. Jahr einen neuen Vertrag verhandeln müsste, würde es sehr viel teurer für den Verein werden.

    Herr Merten, es kann durchaus auch Gründe geben, die einen 4 Jahres Vertrag als sinnvoll erscheinen lassen. Ein 4 Jahres Vertrag ist nicht automatisch als schlecht zu bewerten, was sie in ihrem Artikel vermitteln wollen. Ist es wirklich so schwer, auch mal einen differenzierten Bericht zu schreiben? Oder wollen sie das gar nicht?

    Beim Effzeh plant man Gott sei Dank nicht nur kurzfristig, sondern mittelfristig. Man kann nicht jedes Jahr so viele Spieler austauschen, es sei denn der Effzeh öffnet sich für Sponsoren, dann könnte man andere Wege gehen. Derzeit ist dies aber noch nicht gewollt.

    Armin Veh kommt mir viel zu schlecht weg, insbesondere dann wenn man ihn mit seinem Vorgänger vergleicht. Veh holt für realitiv kleines Geld gute Spieler, auch junge Spieler mit Perspektive, letzteres war beim jetzt Wolfsburger Manager ein Desaster. Ich hoffe, dass Veh auch in Sachen eigene Jugendspieler etwas unternimmt, denn schlechter als zur Zeit, geht es nicht mehr. Da sind jede Menge Leute gegangen (worden), neue sind gekommen, das muss bald Früchte tragen. Hier kann/MUSS der Effzeh noch viel Boden gut machen auf die Konkurrenz.

  4. Hans-Jürgen Biehl says:

    Es wird so sein wie immer bei vielen Fussballfans.
    Sollte die Saison erfolgreich verlaufen,tritt ein
    Gedächtnisschwund ein und die spekulative Kritik
    an Spielern und verantwortlichen Personen wurde nie geäusert,
    denn „Sie“haben es immer schon gewusst.

  5. Klio says:

    Längerfristige Verträge haben von Vereinsseite auch den Sinn, die Investition der Ablösezahlung abzusichern. Je kürzer die Vertragslaufzeit, in desto geringerer Zeit muss sich die Ablöse amortisieren. Wenn man für Drexler 4 bzw. 4,5 Mio. Euro bezahlt und ihm z.B. nur einen 2-Jahres-Vertrag gibt, bezahlt man pro Jahr für ihn das Jahresgehalt plus 2 bzw. 2,25 Mio. Euro (nach einer Saison könnte man mit einer Restlaufzeit von einem Jahr wohl auch nicht viel Ablöse bekommen). Das kann vollkommen vernünftig sein, wenn man der Meinung ist, dass ein Spieler sein Niveau voraussichtlich nur noch für diese 2 Jahre halten wird und dass das, was man ihm pro Jahr zahlt, dem entspricht, was man sich von ihm für diese 2 Jahre erwartet. Ob man mit der Einschätzung des Leistungsniveaus richtig liegt, ist ein generelles Problem bei jedem Spieler-Engagement, unabhängig vom Alter der Spieler. Die Entwicklung junger Spieler ist ja sogar eher schwerer abzusehen.

    Von Spielerseite gibt es, wie oben erwähnt, noch andere Argumente. Da muss auch der Spieler bereit sein, für eine geringe Vertragslaufzeit zu kommen. Man denke an Mergim Mavraj, den der HSV in einer wirklichen Notsituation geholt hat. Hätte der HSV frei bestimmen können, hätte er Mavraj vielleicht nur einen Vertrag für die Rückrunde gegeben. Aber natürlich musste der HSV ihm mehr bieten, damit er unterschreibt – entweder eine richtig hohe Summe für das halbe Jahr (wie z.B. der FC für Pizzaro) oder eine länger Laufzeit (es war ja auch die Rede vom „Rentenvertrag“ für Mavraj). Es wurde die längere Laufzeit und jetzt mussten sie ihm eine Abfindung für die Vertragsauflösung zahlen.

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