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Horn, Hector, Höger: Die Startelf und ihre Verbindungen

Jannes Horns Leistung am Samstag gegen Erzgebirge Aue war einer der Gründe für den 3:1-Sieg des 1. FC Köln. Der Linksverteidiger brachte seine Stärken ein und zeigte eines seiner besten Spiele seit seinem Wechsel zum Effzeh. Doch er ist nur einer von mehreren Spielern, die in einer Personalrochade jede Woche um ihren Platz kämpfen müssen.

Köln – „Die Flanken gehören zu meinen größten Stärken. Heute hat es endlich mal geklappt. Der Trainer hatte in der Halbzeit noch einmal betont, dass wir über die Außen zu Chancen kommen würden. Das hat sich heute gelohnt.“ So erklärte Jannes Horn nach dem 3:1-Sieg über Aue seine Rolle im Spiel. Das 1:0 hatte er Simon Terodde direkt aufgelegt. Das 2:1 leitete er mit seiner Flanke ein.

Horn weiß, was es heißt, gute Flanken zu schlagen und einen Abnehmer wie Terodde im Strafraum zu haben. „Wenn man Simon an der richtigen Stelle erwischt, dann ist der Ball meistens drin. Ich kannte das bisher nur aus Wolfsburg von Mario Gomez. Wenn man so einen in der Box hat, ist der Ball dann halt drin.“ Gegen viele Zweitligisten, tief stehend und abwartend, werden Flanken in dieser Saison eine wichtige Rolle spielen. Und damit Linksverteidiger Horn mit seinem starken linken Fuß genauso wie rechts Marcel Risse und Christian Clemens, die die beiden anderen Terodde-Tore vorbereiteten.

Von Horn über Hector zu Höger

„Jannes Horn hat das sehr gut gemacht, vor allem in der ersten Halbzeit. Man hat gesehen, was er für ein Talent hat.“ Sportchef Armin Veh war froh, endlich einmal Horns wirkliches Potential in einem Pflichtspiel gesehen zu haben. Lange Zeit hatte es der 21-Jährige nicht abrufen können. Doch der Ex-Wolfsburger hat sich inzwischen damit angefreundet, mit dem FC in Liga zwei auf Kurs Aufstieg zu gehen. Auch, weil er plötzlich hinten links gesetzt ist, da Jonas Hector auf die Sechs gerückt ist. Ein Wechsel, der Horn gut getan hat und den jungen Außenbahnspieler antreibt, seinen Platz zu verteidigen.

Doch wie lange wird ihm das gelingen? Klar ist: Spielt Horn so stark wie gegen Aue, bleibt er Linksverteidiger. Seine Flanken sind deutlich präziser und wuchtiger als die des Nationalspielers. Spielt Hector derweil so souverän wie in weiten Teilen der ersten drei Saisonspiele, gibt es für Anfang ebenfalls keinen Grund, am Nationalspieler auf der Sechs zu rütteln. Schon gar nicht, wenn Horn gleichzeitig seinen Teil links hinten erfüllt. Doch wohin dann mit dem gerade genesenen Marco Höger, der eigentlich auf der Sechs als Leitwolf agieren sollte? Gegen Aue wurde er rechts hinten eingewechselt, weil Anfang einen weiteren passstarken Spieler im Team haben wollte, der gleichzeitig mit der Rolle des einrückenden Außenverteidigers in Anfangs System vertraut ist. Zwar hat Höger nicht mehr die Geschwindigkeit, um dauerhaft hinten rechts zu spielen. Im Aufbauspiel gehört er aber zu den besten Kölnern im Kader.

Nächste Frage: Wer spielt Rechtsverteidiger?

Doch mit Höger öffnet sich die nächste Frage: Wer spielt künftig rechts hinten? Marcel Risse machte seine Sache bislang ordentlich, gegen Aue dank seiner Flanken in der Offensive gut. Matthias Bader ist aber wieder fit und könnte als etatmäßiger Rechtsverteidiger übernehmen. Gleiches gilt bald für Benno Schmitz, der nach der Länderspielpause zurückerwartet wird. Rückt Risse dann wieder auf die Position des Rechtsaußen vor? Rückt Christian Clemens dann nach links? Und wenn ja, für wen? Oder muss einer der beiden zusammen mit Höger auf die Bank? Dort, wo schon Salih Özcan sitzt, weil Hector aktuell auf der Sechs spielt.

Die Beispiele Horn, Hector und Höger zeigen, dass Anfang mit einem einzigen Personalwechsel auf einer Position gleich eine ganze Rochade über mehrere weitere Positionen in Gang setzen könnte. Von links hinten über die Sechs nach rechts hinten und von dort über rechts vorne nach links vorne. Anfang wollte diese Flexibiliät im Kader haben, Veh genauso. Das bedeutet zwar, dass Anfang jede Woche für einige Spieler unangenehme Entscheidungen treffen muss. Andererseits bietet ihm der Kader so die Möglichkeit, in einer Zweiten Liga zu reagieren, in der sich Köln personell eigentlich auf jeden Gegner einstellen können muss, um diesen mit den eigenen Stärken zu dominieren. Das war der Anspruch vor der Saison, das ist die Anforderung in allen 34 Ligaspielen.

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