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Leidtragender Cordoba: „Kann mir vorstellen, dass es schwierig ist“

Sieben Tore in zwei Spielen, diese Quote hätte sich Jhon Cordoba wohl auch für seine ersten beiden Einsätze in dieser Saison für den 1. FC Köln gewünscht. Oder überhaupt einen Treffer. Für die Mannschaft, für das Selbstbewusstsein, für seine Zukunft. Doch nun sitzt der Kolumbianer erst einmal wieder auf der Bank.

Köln – Es passt zu den tragischen vergangenen 13 Monaten, die Jhon Cordoba beim 1. FC Köln erlebt hat. Dass Simon Terodde den DFB-Pokal mit vier Toren für sich nutzen würde. Dass dieser im Folgespiel gegen Aue nicht nur in der Startelf stehen, sondern erneut drei Tore machen und damit seinen Status betonieren würde – und Cordoba von draußen zuschauen musste.

„Ich kann mir vorstellen, dass es für Jhon schwierig ist“, sagte Trainer Markus Anfang am Tag nach dem 3:1-Sieg über Aue. Der 25-Jährige habe es ordentlich gemacht in einer Phase, in der die Abläufe auf dem Platz noch nicht so eingespielt gewesen seien. Also gegen Bochum und Union. Terodde profitiere auch davon, dass es immer besser klappe im Zusammenspiel mit den Mitspielern. Es klang fast wie Mitleid mit dem abseits des Platzes so ruhigen, auf dem Platz so explosiven Stürmers, der aber vor dem gegnerischen Tor bislang kein Glück haben wollte.

Einiges erinnert sogar an die vergangene Saison. Erster Spieltag, der FC im Derby bei Borussia Mönchengladbach. Cordoba hatte drei Großchancen. Ein Schuss sauste am Winkel vorbei, einen zweiten aus kurzer Distanz, dazu noch abgefälscht, hielt Yann Sommer in Weltklassemanier. Der dritte wurde in letzter Sekunde abgeblockt. Drei Chancen, drei eigentlich gute Abschlüsse, dreimal Pech, eine Niederlage und der Beginn einer bis heute andauernden Pechsträhne für den Kolumbianer. Die auch gegen Union Berlin nicht enden wollte, als Cordoba eigentlich alles richtig machte, sich stark im Strafraum durchsetzte, doch FCU-Keeper Gikiewicz wie Gladbachs Sommer im letzten Jahr eine Sensationsparade zeigte.

Es gibt wohl kaum jemanden beim FC, der Cordoba das Tor nicht gegönnt hätte. Und wohl auch viele Cordoba-Kritiker hätten ausgelassen gejubelt. Nun aber sehen sie sich darin bestärkt, dass der Angreifer kein Knipser ist – Terodde hingegen schon. „Jhon wäre sicher auch gerne auf dem Platz gewesen, um Tore zu machen“, sagte Anfang nach dem Spiel gegen Aue. Dabei hatte sich der Trainer selbst gegen den Kolumbianer entschieden. Gegen den BFC Dynamo hatte Anfang Cordoba erst in der Schlussphase nach vier Terodde-Toren gebracht, obwohl er mit einem Wechsel nach einer Stunde dem Kolumbianer deutlich mehr Zeit hätte bescheren können, um sich Selbstvertrauen zu holen.

Er hat sich von der Tendenz her positiv entwickelt

Und als der FC gegen Aue einen zweiten Stürmer im Strafraum für die vielen Flanken benötigte, brachte Anfang nicht Cordoba, sondern Serhou Guirassy, der von der linken Seite ins Zentrum ziehen sollte, um die Flanken seiner Mitspieler zu verwerten. Dabei hatte Guirassy zuvor fünf Tage lang verletzt gefehlt, vor dem Spiel gegen Aue noch über muskuläre Probleme im Gesäß geklagt und prompt nach dem Spiel wegen genau dieser Probleme das Training am Sonntag verpasst. Dennoch bewertet Anfang Cordoba öffentlich gut. „Er hat sich von der Tendenz her positiv entwickelt“, sagte der FC-Coach und erklärte: „Jhon hat im Strafraum auch eine gewisse Torgefahr. Und er wird die Spielzeit bekommen, um diese auch zu zeigen.“ In den kommenden Wochen aber wohl nicht mehr in der Startelf.

9 Kommentare
  1. Peter Josef says:

    Ein Stürmer braucht Spielpraxis und Vertrauen. Simon ist nun gesetzt und wird auch ein paar schlechte Spiele machen dürfen. Damit sitzt Jhon nun auf der Bank. Entweder unser Spielsystem wird auf zwei Stürmer erweitert oder wir verleihen Jhon sofort in die erste spanische Liga – von mir aus bezahlen wir ihm das Gehalt und einen Deutschkurs weiter, Hauptsache er spielt. Auf der Bank oder von dort kommend wird er nichts reißen. Spielt er in einer Umgebung, in der er sich wohlfühlt, und der Knoten platzt, kann er uns nächstes Jahr helfen.

    • Boom77 says:

      Naja, auf das „Platzen des Knotens“ wartet man bei Cordoba ja leider schon viel zu lange. Und das nicht nur in seiner Zeit beim FC. Nur zur Erinnerung: In zwei Spielzeiten bei Mainz hat Cordoba auch jeweils nur Bundesligatore pro Jahr geschossen. Macht (unter Berücksichtigung des weiteren Bundesligajahres bei uns) in Summe 10 Bundesligatore in drei Bundesligajahren. Das ist für einen Stürmer nun wirklich nicht dolle. Man fragt sich, wie lange man noch warten und was man tun muss, damit bei ihm der „Knoten endlich platzt“. Er hat ja in unterschiedlichen Mannschaften, in unterschiedlichen Umfeldern (Städten etc.), unter unterschiedlichen Trainern und in unterschiedlichen Systemen gespielt. Mehr als diese mageren 10 Tore sind dabei nicht rausgekommen. Das soll jetzt kein Cordoba-Bashing sein. Das sind Fakten.

      Vielleicht tut er sich in der Spanisch sprechenden Fußballwelt tatsächlich leichter. Allein mein Glaube daran fehlt und so langsam weigere ich mich, von Jhon Cordoba als einen „Stürmer“ zu sprechen. Er mag fußballerisch und athletisch sicherlich was drauf haben, aber ein Stürmer scheint er nicht zu sein.

  2. Horst Simon says:

    In der Tat hätte man Cordoba ausleihen sollen. Dies gilt auch für Zoller. Selbst wenn wir mit
    2 Stürmern spielen sollten, hätten m. E. beide aufgrund ihrer deutlich zu geringen Torquote
    keine Chance zu spielen. Hier liegt aber auch ein Problem. Denn wenn Terodde einmal
    verletzt ausfallen sollte, ist kein auch nur annähernd gleichwertigen Ersatz da.
    Auch Guirassy kann Terodde nicht ersetzen. Von daher wäre es gut gewesen, wenn man sich um
    einen weiteren torgefährlichen Spieler bemüht hätte.

    • Hans-Jörg Fischer says:

      “ … Von daher wäre es gut gewesen, wenn man sich um einen weiteren torgefährlichen Spieler bemüht hätte.“
      Hat man doch, mit Dominick Drexler hat man einen Spieler verpflichtet, der in der letzten 2.-Liga-Saison 12 Tore geschossen und 11 Tore vorbereitet hat und der offensiv auf allen Positionen eingesetzt werden kann. Also, so what …

  3. Max Moor says:

    Cordoba ist ein sehr guter Spieler und gegen Bfc bzw gegen Aue hätte auch er Tore gemacht ! nun macht den mal nicht so schlecht . . Wenn der dann seine Tore macht dann seid ihr Alle ganz kleine Fuzzis und alles nur Mitläufer !!! Immer sucht ihr euch einen Spieler raus den ihr fertig macht das finde ich Scheiße ! Selbst wenn er wenig spielen sollte aber vollen Einsatz zeigt dann ist gut und die Tore kommen da bin ich mir sicher ! Cordoba ist ein Klasse Stürmer und nicht schlechter als Terodde und Guirassy gefiel mir Sa auch sehr gut die 3 sind alle sehr gut .

    • Boom77 says:

      Ich mache ihn nicht schlecht. Ich liste Fakten auf, die schon aus seiner Mainzer Zeit stammen (5 Tore je Saison in Mainz und 0 Bundesligatroe in einer Saison beim FC). Warum soll das Cordoba-Bashing sein? Er hat nun über 3 Jahre bewiesen, dass er nicht der „Stossstürmer“ ist, für den ihn die Medien gerne verkaufen (so auch wieder im letzten Artikel hier). Das hat rein gar nichts damit zu tin, ihn schlecht reden zu wollen. Mag sein, dass er auf Außen zündet oder auf einer anderen Position. Aber von ihm als „Stossstürmer“ oder Stürmer überhaupt zu sprechen, sollte man sich meiner Meinung nach schlicht so langsam verkneifen.

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