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Wegen Bocklemünd: Wolfsburgs Polizei verweigert Treffen

Eigentlich hätte es Ende August zu einem wichtigen Treffen kommen sollen. Nach den Auseinandersetzungen zwischen Fans des 1. FC Köln und der Wolfsburger Polizei am 34. Bundesliga-Spieltag im Mai diesen Jahres hatten alle Parteien eine gemeinsame Besprechung zur Aufarbeitung angesetzt. Diese wurde nun von der Polizei abgesagt – wegen den Vorfällen in der vergangenen Woche in Bocklemünd.

Köln/Wolfsburg – Es ist der nächste Schritt in eine gefährliche Richtung: Die Polizei aus Wolfsburg verweigert sich einem Treffen mit Fans und Mitarbeitern des 1. FC Köln. Wie die Geissböcke am Montagabend bestätigten, „sehe der Wolfsburger Polizeidirektor Olaf Gösmann nach dem Angriff auf einen Fanbus von Union Berlin in Bocklemünd in der vergangenen Woche keine Voraussetzungen mehr für ein solches Gespräch mit Fans des 1. FC Köln“.

Beim Effzeh zeigte man sich ob dieser Absage überrascht und verärgert. „Die beiden Vorfälle gleichzusetzen und die gesamte Fanszene des FC pauschal zu kriminalisieren, ist der völlig falsche Weg und hat nichts mit einer angemessenen Reflektion des Polizeieinsatzes zu tun“, kritisierte Kölns Fanbeauftragter Rainer Mendel die Entscheidung der Polizei scharf. „Damit wird die Chance verspielt, sich konstruktiv mit den unterschiedlichen Sichtweisen auseinanderzusetzen und künftige Einsätze anders zu gestalten.“

Vor und während des Spiels zwischen dem VfL Wolfsburg und dem 1. FC Köln hatte es im Mai Ausschreitungen zwischen Kölner Fans und der Polizei gegeben. Dabei hatten Videoaufnahmen im Nachgang unter anderem ein teils rücksichtsloses Vorgehen der Beamten gezeigt. FC-Anhänger und auch FC-Fanbeauftragte hatten im Anschluss der Vorfälle erhebliche Kritik an der Polizei geübt und die Verhältnismäßigkeit des Einsatzes hinterfragt. Nun zog sich die Polizei Wolfsburg aus den geplanten Gesprächen zurück, nachdem gewaltbereite Personen nach dem Spiel des FC gegen Union Berlin einen Fanbus der Eisernen in Bocklemünd überfallen hatten.

Damit vergrößert sich der Graben zwischen der Polizei und den Fußballfans in Deutschland weiter. Erst am Sonntag hatte es einen weiteren fragwürdigen Einsatz von Beamten gegeben. Nach dem Spiel des SV Darmstadt 98 beim 1. FC Magdeburg geklagten viele Gästefans ein Gewalt provozierendes und wahlloses Auftreten der Polizei Thüringen und kündigten eine Beschwerde an.

1 Antwort
  1. NICK says:

    Lächerlich. Wie kann man die tausenden Fans die friedlich in Wolfsburg ins Stadion gingen, mit den 100 Leuten gleich setzen, die außerhalb des Stadions, teils mit Stadionverbot, teils ohne Bezug zum Fussball den Bus angegriffen haben???

    Solange man die Fussballfans öffentlich nicht in eine schlechte Ecke stellen kann, sondern selbst in Gefahr gerät in der Öffentlichkeit schlecht auszusehen, da entzieht man sich lieber der Sache…

    Gegen Union war mein Patenkind das erste mal mit im Stadion und fragte mich direkt „Warum ist den hier soviel Polizei und wieso haben die Helme an???“ Ich sagte „Komm wir gehen mal hin und fragen den grimmig guckenden Beamten da einfach mal ganz freundlich, aber der guckte so grimmig, dass das Kind sich das nicht getraut hat…“

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