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Daun: „Ich gebe alles, bis ich hier rausgetreten werde“

Auch gegen Viktoria Köln (0:2) hat es für die U21 des 1. FC Köln nicht zum ersten Sieg in der Regionalliga-Saison gereicht. Elf Spiele, fünf Punkte: Die Jung-Geissböcke stecken nach nahezu einem Drittel der Spielzeit tief im Abstiegskampf. Trainer Markus Daun gibt sich kämpferisch.

Köln – Es ist eine besondere Konstellation: Vor einem Jahr gingen Markus Daun und Matthias Heidrich noch in die gleiche Schulklasse: Sie gehörten zum Kreis der Fußballlehrer-Kandidaten des Deutschen Fußball-Bundes. Gemeinsam machten sie den Abschluss. Ein Jahr später ist Daun Trainer der krisengeschüttelten U21 des Effzeh, Heidrich seit Mitte September sein direkter Vorgesetzter.

Vielfältige Probleme

Kein Problem für Daun, der nach dem 0:2 seiner Mannschaft gegen Viktoria Köln von „guten Gesprächen“ mit den Verantwortlichen sprach. Dies sind Heidrich und Carsten Schiel, die beiden Leiter des Kölner Nachwuchses, die im Franz-Kremer-Stadion mit bitteren Mienen das Spiel der Daun-Elf verfolgt hatten. Auch Alexander Wehrle hatte sich bei bestem Wetter im Grüngürtel gezeigt. Doch es sind Heidrich und Schiel, die nun zusammen mit Daun eine Lösung finden müssen für die sportliche Wende.

Denn die Situation wird immer kritischer. Sieben Punkte liegen die Kölner bereits hinter dem rettenden Ufer. Eine ganze Menge bei gerade einmal fünf eigenen Punkten. Die Probleme sind vielschichtig: unzählige Verletzte in der Vorbereitung, diverse Talente, die aus der U19 in die U21 wechselten und noch große Probleme mit der Regionalliga-Härte haben, unglückliche Spielverläufe mit haarsträubenden individuellen Fehlern, für die ein Trainerteam kaum etwas kann, dazu nicht austrainierte, aber noch immer wichtige Routiniers wie Marius Laux.

Die Situation lässt mich nicht kalt

Doch auch Daun musste sich zuletzt auch erste kritische Stimmen gefallen lassen. Kritik, mit der der ehemalige Bundesliga-Stürmer umgehen kann, zumal die U21 nicht so im Fokus steht wie die Profis. „Das hier ist doch ein Kindergarten im Vergleich zu dem, was ich als Spieler erlebt habe. Als ich in Nürnberg gespielt habe, gab es Zeiten, da konnte ich nicht durch die Stadt gehen, ohne beschimpft zu werden“, sagte Daun nach der Niederlage im Lokalderby. Dennoch gab der 38-Jährige zu: „Die Situation lässt mich nicht kalt. Ich kann nur sehr schlecht verlieren, das war schon als Spieler so. Ich bin mit dem Herzen dabei, muss als Trainer die Dinge aber runterschlucken und mich darauf konzentrieren, der Mannschaft zu helfen.“

In der kommenden Woche muss der FC nach Wattenscheid. Die Formulierung, ein Sieg sei nun aber Pflicht, kann Daun längst nicht mehr hören. Schließlich gelang den Geissböcken dies schon in den elf vorherigen Spielen nicht, und schon da wären Siege verpflichtend gewesen, vor allem gegen die Aufsteiger. Doch Daun glaubt an seine Mannschaft, konnte gegen Viktoria abgesehen vom Ergebnis durchaus zufrieden sein. Allerdings weiß Daun auch, dass diese Ergebnisse schnell kommen müssen. Ansonsten wird es nicht nur für die U21 im Abstiegskampf ganz eng, sondern auch für den Trainer selbst. „Ich gebe mein letztes Hemd, spüre das Vertrauen der Verantwortlichen“, sagte Daun. „Sie wissen, dass ich hier alles geben werde bis zu dem Tag, an dem ich hier rausgetreten werde.“ Dieser Tag soll noch in weiter Ferne liegen – dafür aber müssen bald die Ergebnisse stimmen.

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