Vermummte Kölner Fans in der Südkurve im Derby gegen Leverkusen. (Foto: Mika Volkmann)

Nach Union-Vorfällen: Südkurve e.V. kritisiert Stadionverbotskommission

Der Südkurve 1. FC Köln e. V. hat die Stadionverbotskommission der Geissböcke scharf kritisiert und betroffenen Personen abgeraten, vor dieser Kommission auszusagen. Beim FC nimmt man insbesondere den Zeitpunkt der Stellungnahme verwundert zur Kenntnis. Das Verhältnis zwischen der aktiven Fanszene und dem Klub verschlechtert sich damit weiter.

Köln – Der Dachverband der aktiven Fanclubs hatte am Freitag in einer Mitteilung die Stadionverbotskommission zu einer “totalen Farce” erklärt, da der Klub weder Verschwiegenheit der dort getroffenen Aussagen garantiere noch Indiskretionen aus den Anhörungen verhindere. Es gäbe keine gemeinsame Vertrauensbasis, damit betroffene FC-Fans vor der Stadionverbotskommission aussagen könnten.

Vorwurf der Weitergabe von Informationen

“Theoretisch kann jedes Mitglied der Stadionverbotskommission von der Staatsanwaltschaft als Zeuge zu dem Sachverhalt vorgeladen werden”, hieß es in der Mitteilung des Fan-Verbands. Grundsätzlich halte man zwar die Kommission in ihrer Idee für “unterstützenswert”. In der Praxis habe sie sich jedoch aus Sicht des Südkurve 1. FC Köln e.V. nicht bewährt. Stattdessen werde “auf der einen Seite Vertrauen suggeriert, auf der anderen Seite der Staatsanwaltschaft Tür und Tor sperrangelweit aufgestoßen, um an Aussagen zu kommen”. Der Südkurve 1. FC Köln e.V. riet in der Stellungnahme daher allen Betroffenen ab, einer Ladung vor die Kommission zu folgen.

Der 1. FC Köln wollte sich auf GBK-Nachfrage nicht zu der Mitteilung des Dachverbandes äußern, ließ jedoch erkennen, dass sich der Klub mit den Äußerungen noch intensiver befassen wird. Vor allem, weil der Zeitpunkt der Mitteilung durchaus bemerkenswert ist. Bekanntlich hatte der 1. FC Köln zuletzt Stadionverbote gegen 28 Personen ausgesprochen, die am Angriff auf einen Fanbus von Union Berlin beteiligt gewesen waren. Darunter hatten sich auch FC-Mitglieder, Dauerkarteninhaber und Mitglieder der aktiven Fanszene befunden – einige der Täter hatten gerade erst alte Stadionverbote abgesessen.

Nacht von Bocklemünd als Anlass?

Diese neuen Stadionverbote waren zunächst ohne Anhörung vor der Kommission ausgesprochen worden, da unmittelbar auf das Union-Spiel zwei weitere Spiele unter besonderer Beobachtung der Sicherheitskräfte (gegen den BFC Dynamo und Erzgebirge Aue) stattfanden. Erst nach Aussprechen der neuen Stadionverbote wurden die von der Polizei in der Nacht in Bocklemünd ermittelten Täter von der Stadionverbotskommission zu Anhörungen eingeladen. Diese Einladungen dürften nun wohl zu der Mitteilung des Südkurve 1. FC Köln e.V. geführt haben. Die Anhörungen sollen zeitnah stattfinden.

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