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Streit um FC-Pullover: Gibt es nun sogar einen Rechtsstreit?

Geschenke unzulässige Beeinflussung des Verhaltens der Mitglieder?

Am Freitag hat der 1. FC Köln bekannt gegeben, dass jene Mitglieder, die an der Mitgliederversammlung am 10. Oktober 2018 in der Lanxess Arena teilnehmen werden, erneut einen exklusiven Pullover als Geschenk erhalten werden. Dagegen will ein Mitglied mit einer Satzungsänderung vorgehen.

Köln – In 2017 gab es bereits Diskussionen um den „Europa-League-Hoddie“, den die Mitglieder als Dankeschön für das Erscheinen auf der Mitgliederversammlung erhielten. In 2018 wird es nun erneut einen Pullover geben, diesmal anlässlich des 70. Vereinsjubiläums des 1. FC Köln. Beide Kleidungsstücke waren bzw. sind exklusiv für die Mitglieder vorgesehen, die zur Versammlung erscheinen.

Inzwischen ist klar, dass in diesem Jahr eine offizielle Diskussion um das besondere Geschenk entbrennen wird. Denn ein FC-Mitglied hatte bereits im Sommer einen Antrag auf Satzungsänderung beim Klub eingereicht, um zukünftig solche Geschenke explizit auszuschließen. Damals dürfte der Antragsteller wohl noch nicht gewusst haben, dass der 1. FC Köln erneut einen Pullover als Anreiz in Aussicht stellen würde, um möglichst viele Mitglieder zur Versammlung zu locken. Seit Freitag ist klar, dass sein Antrag wohl eine hitzige Debatte zur Folge haben wird.

Unzulässige Beeinflussung des Verhaltens der Mitglieder?

Darum geht es konkret: Durch den Antrag soll Paragraph 3, Absatz 1 der Vereinssatzung ergänzt werden. Dort heißt es bislang: „Die Mittel des Vereins dürfen nur für satzungsmäßige Zwecke verwendet werden. Die Mitglieder erhalten keine Zuwendungen aus Mitteln des Vereins.“ Der Antragsteller Marc Hillesheim möchte nun folgende Ergänzung vornehmen lassen: „Es ist unzulässig, Mitgliedern für oder im Zusammenhang mit der Ausübung von Mitgliedschaftsrechten vermögenswerte (Sach-)Zuwendungen oder andere vermögenswerte Leistungen in Aussicht zu stellen und/oder zu gewähren.“

In seiner Begründung, die dem GEISSBLOG.KOELN vorliegt, heißt es, dass solche Geschenke eine „unzulässige Beeinflussung des Verhaltens der Mitglieder auf einer Mitgliederversammlung“ darstellen würde und der Vorstand so im Zweifel die Unterstützung der anwesenden Mitglieder erhalten würde. Hillesheim erklärt weiter, dass seines Erachtens die Geschenke an Mitgliederversammlungen gegen die Satzung verstoßen würden, den anwesenden Mitglieder eine indirekte Reduzierung des Mitgliederbeitrages gewährt werden würde und das Verteilen solcher Geschenke den Ablauf einer Versammlung stören würde – so, wie im letzten Jahr tatsächlich geschehen.

32 Kommentare
  1. Paul says:

    Das Veruntreuen von Vereinsvermögen ist ja nun die leichteste Übung des Präsidiums. Gegen die Verluste aufgrund ihrer Fehlentscheidungen sind die Pullover wirklich Peanuts. Aber natürlich will die Knalltütencombo viele arglose Mitglieder anlocken, die sie dann als Wahlvieh abmelken können. Widerlich!!!

    Vorstand raus!

  2. mal im Ernst says:

    Es ist auch ungerecht gegenüber den Mitgliedern die überhaupt nicht kommen können , wegen der Arbeit , oder die eine sehr weite Anreise haben. Sollen das Teil doch zum 70 Jährigem für 7,77€ verkaufen dann hätten alle was davon. Was hat der Verein denn schon für seine Mitglieder und Fans zum Jubiläum getan ? Nichts . Die Feiern unter ihresgleichen mehrere Feste , und die Mitglieder bekommen nur etwas wenn sie dem Dreigestirn die Füße lecken. Dieser Vorstand ist es nicht Wert , im eine große Bedeutung zukommen zu lassen.

  3. Stefan Schmitz says:

    Copy-Paste-Journalismus ist ja mittlerweile trauriger Alltag. Man hat sich dran gewöhnt…
    Schlimm wird es allerdings, wenn man manche Infos bewusst streicht. Wenn man schon vom rheinischen Revolverblatt Nr1 abschreibt, dann doch bitte komplett, ja?

    „Nach EXPRESS-Informationen hat man sich die Pullover-Aktion in diesem Jahr von Sponsoren finanzieren lassen!“

    Ob sich die Info letztlich als wahr oder falsch herausstellt, bleibt abzuwarten. Aber wenn sie wahr ist, hat sich der Punkt mit der Veruntreuung endgültig erledigt. Das kann man nicht einfach so ignorieren. Aber wer weiß, vielleicht bekommen wir das ja morgen noch in einem gesonderten Bericht serviert.

  4. Anti Raute says:

    Das ist wieder typisch, anstatt sich zu freuen, dass es mal etwas umsonst gibt, wird über den Vorstand her gezogen? Paul bist du überhaupt FC Mitglied? Falls ja, warum eigentlich? Falls nein, Gott sei Dank. Ansonsten gilt für dich: weniger ist manchmal mehr..

  5. NICK says:

    Ich würde den Pulli auch für 70€ kaufen…einfach weil es eine Jubiläumserinnerung ist.

    Generell finde ich diese „Geschenke“ des jetzigen Vorstandes nur aus einem Grunde bedenklich – es könnte dem Vorstand eben mit diesen Geschenken nur darum gehen, möglichst viele Anhänger in die Halle zu bekommen, die in seinem Sinne abstimmen. Man stellt es aber so hin, als wolle man den Mitgliedern was tolles zum Jubiläum schenken. Das gefällt mir daran ebenso wenig, wie damals beim Euro-Hoddie.

    Ob das jetzt überhaupt rechtlich ok ist oder nicht, bewerte ich aus mangelnder Sachkenntnis nicht. Aber da hat dieser Vorstand schon mit ganz anderen Aktionen, viel viel mehr Geld zum Fenster herausgeschmissen oder Leuten zum Abschied in den Arsch gedrückt…wo war da der Vorwurf der Untreue???

  6. LOCUTUS says:

    Also ich stand dem aktuellen Vorstand auch kritisch gegenüber. Nachdem ich aber hier die Anti-Kommentare einiger User (Paul, Susanne, etc.) gelesen habe, bin ich nun definitiv PRO Vorstand. Aus dem einfachen Grund, dass ich nicht Teil einer Gruppe von Analphabeten und Hatern sein möchte, die hier unsäglich gegen alles und jeden hetzt. Wen die wohl in den Vorstand wählen würden, wenn sie könnten. Mir wird übel bei dem Gedanken.
    PS: Den Hoodie hol ich mir selbstverständlich auch :)

    • Boom77 says:

      Viel Spaß mit dem Hoodie… Sie könnten denn ja auch kaltlächelnd nehmen und dennoch immer gegen den Vorstand stimmen :) Die Leute tun gerade so, als würde jeder, der dieses Geschenk annimmt, dem Vorstand nach der Schnauze reden und nach dessen Pfeife tanzen. Dem ist doch nicht so. Es wird genug Vortsandskritiker geben, die ihre Stimme auch vorstandskritisch einsetzen und sich dennoch über den Hoodie freuen.

      Tatsächlich fände ich es aber auch gut, wenn es den auch für Mitglieder / Fans zu kaufen gäbe, die nicht zur Mitgliederversammlung gehen oder gehen können. Denn es geht ja gerade ums Vereinsjubiläum. Da könnte man den schon auch „normal“ auflegen. Dass diejenigen, die zur Mitgliederversammlung gehen, diesen umsonst bekommen…. Na, wegen mir….

  7. Matthias Wiegand says:

    Schade man dafür min. 2 Urlaubstage nehmen müsste bei einer Anreise aus Berlin.
    Den Vorschlag mit den 7,77€ fand ich gar nicht so schlecht, aber man könnte ja mal über seinen Schatten springen und jedes Mitgleid so einen S…. Hoodie vermachen…..egal…nur mal so die Schweine Bayern schicken jedem Mitglied zur neuen Saison einen Schal mit Namen zu….nein bin kein Bayernfan und werde es auch nicht…

    • NICK says:

      Einen Schal kriegt man für 5€ hin, so ein Hoodie kostet bestimmt 20€ – wenn der 100.000 mal verschenkt würde – 2 Millionen mal eben so für Mitgliedergeschenke? Das kann man nicht ernsthaft fordern…für 19,48€ und dann für alle Mitglieder frei zugänglich, das wäre sicher eine faire Sache zum Jubiläum…apropro „FAIR“ – habe meine Einladung zur JHV erst heute erhalten…WARUM IST DER ANTRAG DES VORSTANDES IN NORMALER SCHRIFTGRÖSSE GEDRUCKT UND DIE ANTRÄGE DER MITGLIEDRR SO KLEIN, DASS MAN SIE GERADE NOCH SO LESEN KANN??? Diese kleinen Dinge lassen mich immer mehr an unserem jetzigen Vorstand zweifeln. Man kann den Leuten nur vor den Kopf gucken…es häuft sich immer mehr die Frage „Was soll das?!“

      • Stefan Schmitz says:

        Die Schriftgröße ist definitiv unangenehm klein und auf den erten Blick wirkt das ganze definitiv eigenartig.
        Auf den zweiten Blick aber muss man auch sagen: Es macht schon Sinn…

        Wäre auch der Antrag des Vorstandes in dieser Schriftgröße, könnte man ihn durch die vielen rot hervorgehobenen und durchgestrichenen Passagen wohl nicht mehr lesen.
        Man hätte besser eine Doppelseite mehr genommen, um alles in normaler Schriftgröße unter zu bringen.

        Naja, scheiße gelaufen, wieder ein Punkt mehr an dem sich die Vorstandsgegner hochziehen können. Das sind sie selbst schuld.

          • Peter Josef says:

            Ich finde eigentlich den Punkt unhöflicher, dass in einem Antrag die BITTE steht, dass man den Antrag früh beschließt, das in der Tagesordnung aber nicht berücksichtigt. Das mit der Schriftgröße sind Kleine-Junge-Streiche, da kann ich drüber lächeln. Auch das mit dem Pullover. Aber eine solche begründete Bitte einfach zu übergehen für mich eine gröbere Unhöflichkeit.

          • NICK says:

            Das zeigt halt das Verhältnis zwischen Mitgliederrat und Vorstand…ich finde es eine Zumutung oder doch Kalkül (?) die wichtigen Anträge noch hinter die MR-Wahlen zu schieben…ich habs im Gefühl – diese JHV wird noch abgebrochen, bevor sie beendet ist…das ist einfach zu viel.

          • Stefan Schmitz says:

            „Ist es tatsächlich Dummheit oder nicht doch Kalkül?

            Da wir es nicht wissen muss jeder für sich selbst entscheiden, was er glauben will.

            Du hast gefragt und ich habe dir eine mögliche(!) Erklärung gegeben.

            Ob es Kalkül war oder nicht, ist im Prinzip auch egal, denn dumm war es auf jeden Fall. Ich hätte in eine zusätzliche Doppelseite investiert, bevor ich den Kritikern unnötigerweise zusätzliche Angriffsfläche biete.

          • Stefan Schmitz says:

            „Das zeigt halt das Verhältnis zwischen Mitgliederrat und Vorstand…ich finde es eine Zumutung oder doch Kalkül (?) die wichtigen Anträge noch hinter die MR-Wahlen zu schieben…ich habs im Gefühl – diese JHV wird noch abgebrochen, bevor sie beendet ist…das ist einfach zu viel.“

            1. Unter dem Antrag steht: „Wir möchten darauf hinweisen, dass dieser Satzungsänderungsantrag nicht auf eine Initiative des Mitgliederrates zurückzuführen ist“

            Warum ist das so? Weil der Mitgliederrat selbst nicht geschlossen hinter dem Antrag steht.

            2. Wenn die Anträge noch vor der MR-Wahl durchgekaut werden, besteht die Gefahr, dass die Leute während der zwangsläufig später stattfindenden Wahl bzw der Vorstellungsrunde das weite suchen, oder zumindest die Aufmerksamkeit verlieren. Das wäre wesentlich schlimmer.

            Die Vorstellungsrunde allein wird, wenn sie einigermaßen straff durchgezogen wird, über 2 Stunden dauern. Dann qualmt den Leuten eh schon der Schädel.
            Wenn man vorher noch die Satzungsänderungen durchkaut, finden die letzten Bewerber erst recht kein Gehör mehr.

            3. „…diese JHV wird noch abgebrochen, bevor sie beendet ist…das ist einfach zu viel.“ So ist es. MR-Wahlen in dieser Größenordnung hält man besser seperat ab.
            Aber die Satzung berücksichtigt dieses Problem halt nicht. Wir müssen wohl da durch.

          • Stefan Schmitz says:

            Was man eventuell noch machen könnte:

            Die Bewerbungen werden auf den geschlossenen Mitgliederbereich der Homepage begrenzt und den Mitgliedern zusätzlich via E-Mail übermittelt.
            Auf die Vorstellungsrunde verzichtet man hingegen.

            Wäre letztendlich sogar fairer. Manch einer fällt evtl auch nur durch das Raster, weil er nicht gut am Micro ist, andere hingegen haben wenig Inhalte, aber schaffen es trotzdem, weil sie sich halt verkaufen können.

          • NICK says:

            Richtig. Die MR-Wahlen müssten separat evt. online stattfinden. Was jetzt schlimmer ist, die Anträge davor oder nach der MR-Wahl, ist eigentlich für die MR-Wahl egal. Die letzten kriegen definitiv weniger Stimmen, weil einfach weniger Leute in der Halle sind.

            Zu 1: Es gab ja auch 3 Leute die damals der Karnevals-Veröffentlichung zum Thema Ultras zugestimmt hatten. Der MR ist sich da bestimmt nicht einig.

            Zu 2: steht ja oben

            Zu 3: Ich fahre um 1:00 Uhr nach Hause, egal wie weit wir dann sind.

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