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„Unerträglich!“ Armin Veh rechnet mit Müller-Römer ab!


Eigentlich sollte sich Armin Veh am Dienstag nach dem Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Ingolstadt 04 (2:1) nur zur Personalie Jörg Jakobs äußern. Doch das Statement zum neuen Aufsichtsratsmitglied geriet zur gnadenlosen Abrechnung mit Stefan Müller-Römer und dem Mitgliederrat. 

Köln – Armin Veh, diesen Schluss lässt ein kurzer Blick in die Vita des Geschäftsführers Sport beim 1. FC Köln zu, hat im deutschen Profi-Fußball wohl schon fast alles gesehen. Der heute 57-Jährige war als Trainer, Manager und Vorstandsmitglied bei zahlreichen Klubs tätig, von Eintracht Frankfurt über den VfB Stuttgart und den VfL Wolfsburg bis zum Hamburger SV und dem FC Augsburg.

Nur von Vorteil, wenn Jakobs im Aufsichtsrat sitzt

Veh hat viele Vereinsmodelle erlebt, Führungsgremien, Persönlichkeiten, Einflüsse von außen und innen. Doch was der FC-Sportchef aktuell beim 1. FC Köln in den politischen Grabenkämpfen mitbekommt, scheint selbst ihn zu überraschen. Und nicht nur das: Veh ist stinksauer. Als er am Dienstag nach dem Sieg über Ingolstadt gefragt wurde, was er von der Nominierung Jörg Jakobs‘ in den Aufsichtsrat der KGaA halte, lobte er zunächst die Entscheidung des Klubs. „Ich finde, Jörg Jakobs kennt den Profi-Fußball, er kennt die Bundesliga, er kennt den FC. Es kann nur von Vorteil sein, wenn jemand wie er im Aufsichtsrat sitzt, der Ahnung von Fußball hat.“

Vollamateure, die meinen, den Verein übernehmen zu können

Doch dann brach es aus Veh heraus. „Wir haben schon genügend Leute im Mitgliederrat sitzen, die Vollamateure sind und meinen, den Verein übernehmen zu können“, schimpfte Veh plötzlich. „Da ist mir jemand lieber, der Ahnung hat und im Aufsichtsrat sitzt.“ Der Ärger des 57-Jährigen entlud sich vor allem gegenüber einem Mitgliederrat: dem Vorsitzenden Stefan Müller-Römer. „Der Aufsichtsrat ist vernünftig – was ich von anderen Leuten (im Mitgliederrat) nicht sagen kann“, sagte Veh und ergänzte: „Der mit dem Doppelnamen ist unerträglich.“

Veh rechnet mit Müller-Römer ab! Der Vorwurf: Müller-Römer wolle „den Verein übernehmen“. Was genau am Dienstagabend den Ausbruch Vehs verursacht hatte, blieb zunächst unklar. Klar ist dagegen: Einerseits gehört Müller-Römer zu den schärfsten Kritikern des aktuellen Vorstands um Präsident Werner Spinner. Andererseits ist nicht nur dem Vorstand, sondern auch Veh das Bestreben aus Teilen des Mitgliederrates ein Dorn im Auge, künftig noch stärker in die operativen Entscheidungen auf sportlicher Ebene eingebunden zu werden.

Klima vergiftet – trotz Jakobs‘ Nominierung

Mit der Nominierung Jakobs‘ in den Aufsichtsrat wollte der FC ganz offensichtlich zwei Wochen vor der Mitgliederversammlung den Kritikern den Wind aus dem Segel nehmen. Mit dem Hinweis, künftig Fußball-Kompetenz im Kontrollorgan der KGaA zu haben, können die Verantwortlichen nun erklären, Konsequenzen aus dem desaströsen Abstieg gezogen zu haben. Ob das reichen wird, um auch die größten Skeptiker zu beruhigen, ist allerdings fraglich. Vehs Angriff auf den Mitgliederrat und Müller-Römer dürfte das Klima zwischen dem Klub und dieser Opposition innerhalb des FC weiter vergiftet haben. Doch das hat Veh wohl in Kauf genommen.

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