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Wie erwartet: Zwischen Ultras und FC kracht es weiter

Auch beim Spiel des 1. FC Köln gegen den SC Paderborn haben die Ultras gegen den Vorstand der Geissböcke protestiert. Darüber hinaus wurden auch Armin Veh und Alexander Wehrle in einer Karikatur kritisiert. Aufregung gab es zudem wegen eines Flugblattes, das der FC von Ordnern wieder entfernen ließ.

Köln – „Hambi bleibt – Vorstand raus!“ Ob die Ultras des 1. FC Köln eine echte politische Botschaft pro Umwelt verbreiten wollten oder nur den Hambacher Forst als willkommene Gelegenheit nutzten, um ihren Unmut contra FC-Vorstand zum Ausdruck zu bringen, ist nicht bekannt. Bekannt ist dagegen, dass sie Werner Spinner und seine Vizepräsidenten zum Rücktritt bewegen wollen und nun offenbar auch Alexander Wehrle und Armin Veh kritischer gegenüber stehen.

Während der Partie hielten die Ultras zwei eindeutige Karikaturen in die Höhe. Die eine zeigte Spinner am Tisch eines Restaurants. Ein Keller bietet ihm einen „Vino Regresso für 14.000 Euro“ an. Mit einem „Geht auf die Fans“ bestellt ihn Spinner – ein unzweideutiger Hinweis auf die Inregressnahme zweier FC-Fans zum gleichen Preis in Folge des Bannerklaus im Gladbach-Spiel im Januar (die Hintergründe dazu hier).

Wie vielen Jugendlichen wollt ihr die Existenz rauben?

Auch die Karikatur Wehrles und Vehs zielte darauf ab. Sie zeigte die beiden Geschäftsführer der KGaA mit Weißwein und einem Fan zu ihren Füßen, der ihnen die Schuhe putzt. Auf einem Spruchband war dazu zu lesen: „Wie vielen Jugendlichen wollt ihr die Existenz rauben, bis eure Fehler finanziert sind?“ Den Ultras ging es dabei freilich nicht um die Details, sondern generell um Kritik an der Inregressnahme und noch genereller um den Vorstand.

Dieser soll gehen, das haben die Südkurve 1. FC Köln e.V., die Wilde Horde und die Coloniacs in den letzten Wochen mit diversen Mitteilungen klar gemacht. Am Sonntag zogen sie noch einmal nach. Unter der Überschrift „Mitteilung Ultras 1. FC Köln“ verteilten FC-Fans Flugblätter im Stadion und legten diese auch auf die Sitze in diversen Blöcken des Stadions. Der Inhalt des Flugblattes: die Wiederholung der zentralen Kritikpunkte an Spinner und Co., wie sie zuletzt auch in den Online-Veröffentlichungen zu lesen gewesen waren.

Die Verteilaktion der Flugblätter wurde toleriert

Einige Stunden nach dem Spiel gelangte ein Video in die sozialen Netzwerke. Darin zu sehen: ein Ordner, der die Flugblätter von den Sitzen im Stadion entfernte. Einige Fans sahen sich darin bestärkt, dass der FC dadurch die Meinungsfreiheit der Kritiker einschränken wollte. Das wies der Klub jedoch auf Nachfrage zurück. „Jede Verteilung von Werbematerial oder Flugblättern im Stadion muss vor den Spielen beim 1. FC Köln angemeldet werden. Das gilt gleichermaßen für Sponsoren, Parteien oder Fangruppen. Der Ordnungsdienst hat die Aufgabe, darauf zu achten. Die auf den Sitzschalen oder an Stadionkiosken massenhaft ausgelegten Flyer wurden vom Ordnungsdienst daher eingesammelt. Die Verteilaktion an sich, beispielsweise in den Umläufen, wurde toleriert.“

Darüber hinaus ließ der Klub wissen, dass in der Kurve gezeigten Spruchbänder wiederum zur Meinungsfreiheit gehörten und deshalb frei zu zeigen seien. „Wenn ein Teil der Kurve diese Auffassung hat, dann nehmen wir das zur Kenntnis. Allerdings gilt es immer wieder zu betonen, dass nicht wir den Dialog abgebrochen haben, sondern die Ultras“, hieß es weiter in der Mitteilung der Geissböcke. Zudem äußerte sich der FC zur Kritik an der Inregressnahme in Folge des Vorfalls im Derby gegen Gladbach. „Es gab eine erhebliche Strafe für den Vorfall und es gibt ein Urteil des BGH, an das wir uns halten müssen. Zudem hatten die Beteiligten die Möglichkeit, zu ihrer Aktion Stellung zu beziehen und eine Lösung vorzuschlagen.“ Dies war aber offenbar nicht geschehen. Und so geht der offene Streit zwischen Ultras und Klub weiter.

21 Kommentare
  1. Marcello_effzeh says:

    Ich verstehe diese ganze Diskussion nicht. Ich verstehe auch diese Ultras langsam nicht mehr. Nur weil ein paar Bekloppte (als FC-Fans verkleidet) für Ihr Fehlverhalten bezahlen müssen, soll der Vorstand raus?
    Wenn soetwas abseits des Fußballs passiert und die Täter identifiziert werden, müssen diese auch mit „Schadenersatzforderungen“ rechnen. Warum soll dies nicht für einen Fußballverein gernauso gelten? Wer soll die DFB-Strafen stattdessen zahlen? Alle FC-Mitglieder? Wir alle zahlen also das Fehlverhalten der paar Bekloppten? Wäre das nach Ansicht der Südkurve das richtige Verhalten? Oder wie genau soll das ablaufen?

    Zitat WH: „Eine Vereinsführung, welche es für richtig hält, 14.000 Euro von zwei Anfang zwanzigjährigen Fans zu fordern, denen vorgeworfen wird, dass sie ein Stück Stoff geklaut haben, obwohl diese noch nicht einmal dafür vor einem ordentlichen Gericht standen, geschweige denn verurteilt sind …“ Liebe Fanszene, diese zwei Personen, wobei das Alter keine Rolle spielt, haben sich nicht an die Stadionordnung gehalten. Und wenn es nach mir und mir vielen weiteren bekannten FC-Fans ginge, würde noch viel härter gegen Alle durchgegriffen, die Woche für Woche Zäune besteigen, Pyrotechnik zünden und sich vermummen. EUCH brauchen wir nicht im Stadion. Störer raus!!! Dieses Ziel werden wir (der 1. FC Köln & seine Fans) von nun an konsequent verfolgen, um es mit euren Worten zu sagen …

  2. Paul says:

    Leute, der Sonnenkönig und seine Pappnasencombo haben nur Verständnis für ihre eigenen Fehler! Wenn es darum geht, jungen Menschen eine finanzielle Bürde aufzuerlegen, obwohl die Fehler im Sicherheitskonzept in ihren Verantworungsbereich fällt, dann ist das Mitgefühl schnell am Ende, und ihren merkwürdigen Humor haben sie sowieso nur, wenn es darum geht, unseren Verein als Karnevalsverein lächerlich zu machen.

    Präsidium raus!!!

    • Stefan Schmitz says:

      Vor ein paar Tagen hörte sich das noch so an:

      „Ultras sind gewaltbereite Asoziale, denen es um den Krawall geht und nicht um den Sport.“

      Aber wie heißt es doch so schön…der Feind meines Feindes ist mein Freund!
      Ganz, gaaanz schwach Paul. Sie sollten es langsam begreifen: Effektive Propaganda erfordert ein gewisses Maß an Intelligenz! Daran scheitern Sie immer und immer wieder.

  3. Martin Meyer says:

    Wenn ich den Satz „Wie vielen Jugendlichen wollt ihr die Existenz rauben, bis eure Fehler finanziert sind?“ lese, muss ich mich ernsthaft fragen, mit welchem Recht manche Personen glauben, dass das Stadion ein rechtsfreier Raum ist. Meiner Meinung nach nutzen frühpubertäre Typen das Stadion und dessen Umgebung um unter dem Deckmantel des 1. FC Köln diverse Straftaten zu begehen. Ist hinlänglich bekannt, dass diverse Verfehlungen von sog. Fans rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen. Und ich als friedlicher Fan/friedliches Mitglied sehe nicht länger ein, dass die finanziellen Strafen einzelner von allen bezahlt werden sollen. Definitiv nicht! Mir gehen die Regressforderungen und die Ermittlung von Straftätern sogar noch nicht weit genug. Auch wenn in der letzten Saison nicht alles rund lief, sollten wir alle nicht vergessen, dass der FC vor ein paar Jahren, als unser jetziger Vorstand angetreten ist, hoch verschuldet und sportlich in einer großen Krise war. Somit ist es auch absolut unangemessen, die Herren Wehrle und Veh mit einer lächerlichen Karikatur zu diffamieren. Das einzige Problem innerhalb dieser ganzen Diskussion sind die Ultras und ihr vereinsschädigendes Verhalten! Die Scheinheiligkeit dieser Leute, im Interesse des Vereins zu handeln, kommt als Krönung noch oben drauf! Es muss nicht heißen: „Vorstand raus!“ sondern „Straftäter raus“!

  4. Stefan Schmitz says:

    Ein Banner in der Süd trug die Aufschrift:
    „Wie vielen Jugendlichen wollt ihr die Existenz rauben, bis eure Fehler finanziert sind?“

    Auf der website der Horde steht folgendes:
    „Eine Vereinsführung, welche es für richtig hält, 14.000 Euro von zwei Anfang zwanzigjährigen Fans zu fordern, denen vorgeworfen wird, dass sie ein Stück Stoff geklaut haben, obwohl diese noch nicht einmal dafür vor einem ordentlichen Gericht standen, geschweige denn verurteilt sind…“

    Mit Anfang 20 ist man also noch ein Jugendlicher…ja nee, is klar!

  5. Adam Klöppel says:

    @Martin Meyer: Ich würde „frühpubertäre in spätpubertäre Typen“ umändern.

    Ansonsten kann mich nur Ihren und den Ausführungen von Herrn Schmitz anschließen. Unfassbar diese Argumentationen von einigen Ultra-Gruppen.

    @Stefan Schmitz: Vielleicht meinen die Jugendliche im „Geiste“. Wer weiß?

  6. Robin Bowien says:

    Die meisten hier vergessen, dass der Protest der Ultras sich auf weit mehr Punkte als auf die Regressforderung stützt. Diese wurde nur beim letzten Spieltag besonders hart kritisiert. Desweiteren kritisieren die Ultras vermehrt den Umgang mit den Fans. So wurde letztes Jahr auf der MV der Antrag “ 100% FC“ vom Vorstand schlecht geredet. Dieses Jahr wurde ein Antrag schon bei der Einladung runter gemacht. Dazu muss man sagen, dass keiner der beiden Anträge von Ultras stammt. Desweiteren finde ich den Regress in Höhe von 14000 für den Klau eines Stück Stoffes, bei dem keiner zu Schaden kam auch ziemlich hoch. Zumal die Ultras dabei eine Riesen Sicherheitslücke aufgedeckt haben. Die könnte man auch für deutlich schlimmere Dinge ausnutzen. Vielleicht jetzt, durch die Aktion der Ultras, nicht mehr. Andererseits kann ich den FC auch verstehen, dass man die Strafe selber nicht zahlen will. An der Stelle könnte man eher den DFB für die auferlegung der Strafe kritisieren. Außerdem würde ich gerne auf die Vorurteile gegen Ultras eingehen. Nicht jeder Ultra ist ein gewalttätiger Straftäter und nicht jeder Ultra ist asozial. Das Ultras oft und gerne provokant agieren und dabei teilweise Grenzen überschreiten ist sowohl uns als auch ihnen selber bekannt. Das Ultras auch oft Fehler machen wissen sie und gestehen sie auch ein. Gut zu sehen am Beispiel Belgrad auswärts. Und ich will nicht wissen wie der Fußball aussehen würde ohne den Widerstand der Ultras. Dann würden wir Freitags, Samstags, Sonntags und Montags zu jeweils 3 verschiedenen Anstoßzeiten spielen und die Spiele würden dann noch alle bei anderen Pay TV Sendern zu sehen sein.

  7. NICK says:

    Also die Forderung „Vorstand raus!“ bezieht sich ja nicht speziell auf irgendwelche Regress-Forderungen. Ich persönlich bin auch gar nicht für „Vorstand raus!“. Ich denke das regelt sich alles bei der nächsten Wahl von alleine. Ich denke und hoffe dass dieses Trio einfach nicht mehr vom Mitgliederrat vorgeschlagen wird. Von daher können die von mir aus auch noch bis zu Ende Ihrer Amtszeit bleiben, ihre von ihnen eingeführte Vergütung kassieren und sich zu Abschluss hoffentlich nochmal auf die Fahnen schreiben mit dem FC nochmal in die erste Liga aufgestiegen zu sein. Bis hier hin und nicht weiter. Vielen Dank für Manches und „vielen Dank“ für manch Anderes. Mir ist dieses Trio zu selbstherlich geworden – im Erfolg abgehoben und zu sehr auf die eigenen Vorteile fixiert.

    Aber zurück zum Thema Ultra-Kritik und Regressforderungen. Sagen wir beim Handball oder auf einem Rock-Festival, klauen zwei Typen eine Fahne einer anderen Gruppierung. Was passiert da? Spricht da der Handballverband oder der Festival-Veranstalter eine fiktive Strafe aus? Nein. Wenn die Täter ermittelt wurden, wird die Polizei gerufen und die Daten der Personen aufgenommen, evt. wird auch eine Anzeige aufgenommen, oder die Fahne wird zurück gegeben und die Sache ist erledigt. Nur im Fussballstadion da gelten andere Gesetze. Warum???

    Ultra-Gegner schreiben häufig „Die stellen sich über das Gesetz und machen das Stadion zum rechtsfreien Raum.“ Aber letzen Endes, und das ein Hauptkritikpunkt, stellen sich der DFB und die Vereine über das Gesetz und übergehen die Rechtssprechung – Warum???

    • Peter Josef says:

      Vielleicht wären es vor einem ordentlichen Gericht sogar mal als 14.000 – ich weiß es nicht. Eins vorweg: Ich hab auch gelacht, als ich verstanden habe was da abging und fand es auch einen Lausbubenstreich. Aber: Die haben sich als Ordnungshüter verkleidet und sind so aufgetreten. Ich kann mir vorstellen, dass es dafür auch vor einem ordentlichen Gericht rappelt. Ich weiß es nicht, aber dass es mehr ist, als nur einen Fahnenklau, weiß ich. Nichts für den DFB, da halte ich auch nichts mehr von, aber der ist nun mal da und hat das Sagen, der spricht die Strafe aus. Und der effzeh ist vom DFB angezählt und kann sich nicht wehren (klammheimlich denke ich ja auch, dass die Schiedsrichterleistungen in der letzten Saison beim DFB auf Gegenliebe gestoßen sind, wenn nicht gar von dort angeregt. Ich könnte dafür Indizien aus dem Gedächtnis schütteln, aber zurück zum Thema). Der DFB hat wie gesagt den effzeh angezählt, und da muss der Vorstand nun Härte zeigen, sonst geht’s mit den Schiedsrichterleistungen halt so weiter: Was macht man also: Man holt sich in der Öffentlichkeit das Geld zurück – als Drohgebärde für etwaige Nachahmer. Ich wette ziemlich viel: wenn die Jungs das Gesprächsangebot des Vorstands angenommen hätten, wäre der Regress nur für die Öffentlichkeit und den DFB durchgezogen worden. Unter der Hand hätten dies es nicht bezahlen müssen. Das hätte der Toni geregelt. JEDE WETTE!.

      • NICK says:

        Ich denke, vor einem ordentlichen Gericht kommt es nicht mal zu einem Verfahren. Es besteht eigentlich kein öffentliches Interesse, der Beklaute klagt auch nicht, dann wird das Verfahren einfach eingestellt. Die haben eh genug zu tun.

        Wenn die Schiedsrichterleistungen tatsächlich mit sowas in Zusammenhang stehen sollten, was ich nicht glaube, sollte der FC erst recht mal diese DFB-Strafen ablehnen, denn sie stehen nicht auf dem Gesetz. Man kann das als Verbandsmitglied zwar so akzeptieren, man kann diese für Konzerne mit 100mio-Umsatz kleinen Strafen aber dann nicht an die Bevölkerung weitergeben für die das dann teils ein Jahresverdienst sein kann. Wenn die Täter ermittelt sind, soll sich ein Gericht darum kümmern.

  8. Potomac Forum says:

    Die Täter haben es verbockt, die Täter müssen die Strafe zahlen. 14.000 EUR soll der FC für „arme Ultras“ zahlen, warum denn? Der FC sind wir, die zahlenden Mitglieder. Würde der FC die Täter nicht in Regress nehmen, dann würde ich bei der nächsten MV einen Beschwerdeantrag gegen Vorstand und Geschäftsführung einbringen, die sind verpflichtet die Gelder von den Tätern zurückzufordern. Jetzt wo klar ist, dass Regressansprüche juristisch durchsetzbar sind, kann eine verantwortungsvolle Vereinsführung gar nicht anders handeln. Das sind sie den zahlenden Mitgliedern und ihren Pflichten schuldig. Der randalierende Ultra ist der natürliche Feind des zahlenden FC-Mitglieds, in diese Zwickmühle haben sich die Ultras nun selber gebracht, indem sie die Randalierer decken und beklatschen.

    • NICK says:

      Ich stimme Dir zu. Es ist die Aufgabe vom Vorstand Schaden vom Verein fernzuhalten und die Strafen nach Möglichkeit weiter zu geben. Man könnte aber auch mal gegen die „strafende Rechtsprechung“ eines Sportgerichts vorgehen und eine Strafe ablehnen – „Hier sind die Kontaktdaten der ermittelten Täter, wendet euch mit eurer Strafe an ein ordentliches Gericht“

      Und wie sieht es bei der Schmadtke-Abfindung von 3 Millionen aus, die in großen Teilen zurückgezahlt hätte werden müssen, wenn er vor Ablauf der Vertragslaufzeit einen neuen Job angenommen hätte – stellst Du da keinen Beschwerdeantrag?!

      • Stefan Schmitz says:

        „Und wie sieht es bei der Schmadtke-Abfindung von 3 Millionen aus, die in großen Teilen zurückgezahlt hätte werden müssen, wenn er vor Ablauf der Vertragslaufzeit einen neuen Job angenommen hätte…“

        Die Klausel galt aber nicht bis zum Ende der Vertragslaufzeit, sondern nur bis Ende Juni 18!

        Die Abfindung an Schmadtke wird ja grundsätzlich kritisiert. Verständlicher weise, sollte man meinen. In Wahrheit hat man mit der Trennungsklausel eine menge Geld gespart. Ohne eben diese hätte man Schmadtke die komplette Vertragslaufzeit von 6(!) Jahren auszahlen müssen, wie schon einst beim Abgang von Meier.

        Diese Praxis, die schon dem HSV im Laufe der Zeit nachweislich den Hals gebrochen hat, wurde beim FC aufgegeben, und durch 1-1,5 Jahre geltende Trennungsklauseln ersetzt. Natürlich hat diese nicht nur Vorteile. Natürlich ist es ärgerlich, jemanden, der freiwillig gegangen ist noch Abfindung zahlen zu müssen. Aber es ist immer noch ein vergleichsweise geringer Schaden.

        Die Praktiken in dieser Branche kann man fast uneingeschränkt kritisieren, klar. Aber Fakt ist, dass der FC sich diesen Praktiken nicht gänzlich entziehen kann. Man sollte also mal darüber nachdenken, wo man seine Wut ablässt.

        Das gilt auch beim Thema Stadion und Geissbockheim. Man könnte ja mal die Stadtverwaltung aufs Korn nehmen. Die lassen den Effzeh von vorne bis hinten im Regen stehen. Wenn dies anders wäre, müsste keiner über ungeliebte Alternativen wie einen Standortwechsel nachdenken. Aber nein, alles gegen den Vorstand!
        Kritik ist wichtig, aber sie sollte sachlich bleiben. Die Ultras führen aber nur noch ideologische Kampagnen und biegen sich jeden Firlefanz so zurecht, wie sie es gerade gebrauchen können, ohne Sinn und Verstand. Wenn demnächst in der Kurve ein Megaphon kaputt geht wars warscheinlich auch der Vorstand…

        Was haben Wehrle und Veh eigentlich verbrochen? Weißt du was darüber? Habe bisher nichts gefunden…

        • NICK says:

          Also ich hab das anders in Erinnerung..?

          „Rund 3,3 Mio Euro stehen Schmadtke laut „Express“ zu, obwohl er vor zehn Tagen selbst hingeschmissen hat!

          Grund: Der FC-Vorstand um Präsident Werner Spinner kam Schmadtke entgegen und einigte sich mit ihm auf eine „einvernehmliche Trennung“. Nicht das einzige Zugeständnis der Bosse. Schmadtke hätte einen Teil der Abfindung zurückzahlen müssen, wenn er vor Ablauf seines eigentlichen FC-Vertrages 2023 einen neuen Job anfängt. Man einigte sich aber darauf, dass die Klausel nur bis 2018 gilt.“

          Demnach ist man hier grundlos Schmadtke weit entgegen gekommen, vielleicht, weil man sich so nett verstanden hat, aber das ist auch KEIN „Schaden vom Verein abwenden“

          • NICK says:

            Was Veh & Wehrle verbrochen haben?

            Veh evt. das er viel zu früh nicht mehr an den Klassenerhalt geglaubt hat, im Winter keine weiteren Transfers getätigt hat und sich die letzten 5-6 Partien nicht selbst ala Finke getraut hat.

            Wehrle kann man aus Ultrasicht evt. die Stadionpläne an anderen Standorten mit ankreiden…

            Beiden evt. ihre trockene schwäbische „Weiswein-Art“…???

            Aber ich mag zumindest Wehrle. Veh muss sich in meinen Augen erst noch beweisen als Manager…

          • Stefan Schmitz says:

            Das was der Express schreibt wurde mehrfach dementiert.
            Aber genau das meine ich ja. Man nimmt es sich so raus, wie es einem in den Kram passt, der Rest wird ignoriert.
            Dann wird die eigene „angepasste Wahrheit“ solange lautstark verbreitet, bis es auch der letzte glaubt und brav mitsingt.

            Ich finde es ja gut, dass du allgemein so kritisch bist. Das ist eine wichtige Eigenschaft, gerade heutzutage. Aber du fokussierst dich mit deiner Kritik oft sehr stark in eine Richtung.

            Unser Vorstand ist nicht frei von Fehlern, aber er macht auch vieles gut. Das gilt auch für die Ultras. Aber man neigt dazu sich auf eine Seite einzuschießen.

            Beispiel:
            Die Medien machen die Ultras grundsätzlich für alles verantwortlich. Bocklemünd ist nur das jüngste Beispiel. Ja, da waren Ultras dabei, ja das war unter aller Sau, schadet dem FC und gehört hart bestraft. Aber von eskalierender Stadiongewalt zu berichten ist einfach falsch. In oder direkt am Stadion passiert so gut wie nie was. Das wird ignoriert, verbreitet und ein großteil glaubt es anschließend. Kaum einer hakt mehr nach. Es wird einfach als Wahrheit hingenommen.

            Genau das passiert gerade mit dem Vorstand. Zielscheibe drauf, Dreck werfen und hoffen das keiner sich die Mühe macht zu hinterfragen und/oder zu recherchieren. Den Rest erledigen dann die Paul’s und Lexes dieser Welt.

            Ich habe dir das vor ein paar Wochen schon mal gesagt:
            Je näher die Versammlung kommt, desto mehr schüttelt man sich aus dem Ärmel. Leider passiert gerade genau das.

            Aber nochmal zurück zu Wehrle und Veh. Würde mich echt mal interessieren, was das sollte. Hast du was gehört?

          • Stefan Schmitz says:

            Wow. Mal ganz ehrlich. Es war doch schon ein kleines Wunder, dass er Koziello und Terodde verpflichten konnte.
            Wer kommt schon zu einem 6 Punkte Club mit der Aussicht auf Zweitklassigkeit? Unrealistisch.

            Das er sich nicht selbst auf die Bank gesetzt hat ist auch irgendwie nachzuvollziehen. Er hat sich schon trotz seines Vorsatzes, nicht auf der Bank zu sitzen, letzlich umentschieden. Hat er nicht ohne Grund getan.

            Zu Wehrle bzw den Stadionplänen habe ich ja eben schon gesagt, was ich denke. Man könnte auch mal das andere Feld beackern…

            Trotzdem danke für die Rückmeldung.

          • Stefan Schmitz says:

            „Das er sich nicht selbst auf die Bank gesetzt hat ist auch irgendwie nachzuvollziehen. Er hat sich schon trotz seines Vorsatzes, nicht auf der Bank zu sitzen, letzlich umentschieden.“

            Ich meinte natürlich damit, sich neben Ruthenbeck zu setzen…

          • NICK says:

            Sorry, komme zur Zeit nur abends dazu hier rein zu gucken…

            Ich sehe mich selbst eigentlich als recht fair. Aber natürlich bin ich ein Steher aus den unteren Regionen aus S3, wobei ich mich nicht als Ultra sehe und keiner Gruppe angehöre. Ich rufe auch nicht „Vorstand raus!“ Oder „Dietmar Hopp…“ aber natürlich bin ich tendenziell eher pro Aktive Fansczene. Wobei ich vor 2 Jahren als die Ultras den Support verweigerten auch gut mit denen aneinander gerasselt bin und mich auch SEHR negativ in deren Richtung geäussert habe.

            Meine Kommentare sind nicht dafür gedacht irgend jemand in irgendeine Richtung zu beeinflussen, wobei sich manche bestimmt von Kommentaren in ihrer Meinung beeinflussen lassen, aber das ist nicht mein Ziel. Ich diskutiere halt sehr gerne zu allem rund um den Effzeh.

            Zum Vorstand ist halt meine Meinung, dass es nun nach zwei Amtszeiten eben reicht. In so einer Position scheint man irgendwann scheinbar automatisch die Bodenhaftung zu verlieren und zu einer Art Sonnenkönig zu mutieren…

            Zur Schmadtke Abfindung – habe nirgends eine Dementi von offizieller FC-Seite gelesen…

            Zu Veh – Koziello und Terodde. Koziello spielt jetzt schon unter dem dritten Trainer inkl. Favre kaum eine Rolle. Er ist in ei er Doppelsechs auch besser aufgehoben als im Anfang-System, dass hätte Veh auch wissen müssen. Terodde ist sicher eine Verstärkung für die zweite Liga, bin gespannt ob man ihm bei Aufstieg auch noch das Vertrauen schenkt…aber wenn Veh an den Klassenerhalt geglaubt hätte, hätte er noch mehr machen müssen – hat er nicht, daher sage ich er hat sich zu schnell mit dem Abstieg abgefunden. Daher kam er auch nicht auf die Idee es die letzten Spiele selbst zu versuchen, was aber nochmal einen Versuch wert gewesen wäre.

            Aber jetzt is et wie et is und wir wissen seit Jahren, dat et nit immer joot jeit und von daher is et jetzt esu und et heisst wigger mache…

          • Stefan Schmitz says:

            „Meine Kommentare sind nicht dafür gedacht irgend jemand in irgendeine Richtung zu beeinflussen, wobei sich manche bestimmt von Kommentaren in ihrer Meinung beeinflussen lassen, aber das ist nicht mein Ziel. Ich diskutiere halt sehr gerne zu allem rund um den Effzeh.“

            Das wollte ich dir auch gar nicht vorwerfen. Ich wollt nur anmerken, wie schnell man sich selbst beeinflussen lässt.
            Du wirst durch den (wenn auch eher losen) Kontakt zur Szene natürlich überwiegend negativ „beschallt“.

            Ich hingegen komme aus dem Lager der „Normalos“, wo alle Meinungen im gemäßigten Rahmen aufeinander treffen.

            In meinem Umfeld ist tendenziell zu wenig nachhaltige Kritik verbreitet, in deinem ist es wohl umgekehrt.
            Ich denke man sollte sich immer über das Ausmaß von äußeren Einflüssen im klaren sein. Sonst stellt man irgendwann das denken ein und plappert nur noch alles nach. Auch hier: Kein Vorwurf an dich, ist nur meine allgemeine Meinung und die betrifft nicht nur den Fußball.Die zunehmende politische Radikalisierung im Land ist das beste Beispiel, aber lassen wir das.

            Ich sehe mittlerweile halt sehr viele Vorwürfe gegenüber dem Vorstand, die künstlich aufgeblasen bzw konstruiert werden, nur um den Druck weiter zu erhöhen. Kritik ist ok, aber sie sollte fair bleiben. Nehmen wir mal einen weiteren Kritikpunkt der WH als Beispiel: Die Einweihung der Hans Schäfer Südtribüne…

            „Eine Vereinsführung, die es für angemessen hält, die Umbenennung der Südkurve mit einem Sektempfang für einige Auserwählte zu besiegeln…“

            Kann ich irgendwo verstehen, aber wenn man es in der derzeitigen Situation mal realistisch betrachtet, andersrum hätte die WH es dem Vorstand auch negativ ausgelegt.

            Man hätte von plumper Anbiederung und Wahlkampfbeeinflussung geredet. Nach dem Motto:
            Jetzt vor der anstehenden JHV kriegt der Vorstand Bammel und will die Wogen glätten. Nicht mit uns!

            Es ist egal, was der Vorstand macht, so oder so: Es ist falsch. Die nicht vorhandene Gesprächsbereitschaft der Gruppen ist ein klares Zeichen. Man will keine Aussprache oder Waffenruhe, man will den Vorstand nur noch loswerden, mit allen Mittel. Ob fair oder unfair ist egal. Und da hört es für mich und viele andere einfach auf.

            Wir werden mit sehr hoher Warscheinlichkeit im nächsten Jahr einen neuen Vorstand bekommen.
            Bis es soweit ist: Ruhe bewahren, Faust in die Tasche und die Mannschaft supporten. Alleine des Teams wegen sollte man alles dem Aufstieg unterordnen, auch die eigene Agenda. Es macht jetzt überhaupt keinen Sinn, den Vorstand abzusäbeln, nur um sich durchzusetzen. Es würde mehr schaden, als es nutzt.

            Die Frage die bleibt ist aber: Wo kriegen wir einen Vorstand her, der den Verein gut führt und dauerhaft mit den Ultra klarkommen könnte. Vermutlich nirgendwo. Der Mist wird früher oder später von neuem beginnen. Wie immer halt beim FC.

          • Stefan Schmitz says:

            „Zur Schmadtke Abfindung – habe nirgends eine Dementi von offizieller FC-Seite gelesen…“

            Ist schon ne ganze Weile her, daher werde ich dir auf die schnelle keinen Link bieten können. Aber beim letzten Mitgliederstammtisch wurde das Thema nochmal erwähnt. Leider nur sehr kurz, das ging da Schlag auf Schlag. Das Video ist im Mitgliederbereich verfügbar.
            Ich glaube es war eher zum Ende hin, bin mir aber nicht ganz sicher.

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