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Wie erwartet: Zwischen Ultras und FC kracht es weiter


Auch beim Spiel des 1. FC Köln gegen den SC Paderborn haben die Ultras gegen den Vorstand der Geissböcke protestiert. Darüber hinaus wurden auch Armin Veh und Alexander Wehrle in einer Karikatur kritisiert. Aufregung gab es zudem wegen eines Flugblattes, das der FC von Ordnern wieder entfernen ließ.

Köln – „Hambi bleibt – Vorstand raus!“ Ob die Ultras des 1. FC Köln eine echte politische Botschaft pro Umwelt verbreiten wollten oder nur den Hambacher Forst als willkommene Gelegenheit nutzten, um ihren Unmut contra FC-Vorstand zum Ausdruck zu bringen, ist nicht bekannt. Bekannt ist dagegen, dass sie Werner Spinner und seine Vizepräsidenten zum Rücktritt bewegen wollen und nun offenbar auch Alexander Wehrle und Armin Veh kritischer gegenüber stehen.

Während der Partie hielten die Ultras zwei eindeutige Karikaturen in die Höhe. Die eine zeigte Spinner am Tisch eines Restaurants. Ein Keller bietet ihm einen „Vino Regresso für 14.000 Euro“ an. Mit einem „Geht auf die Fans“ bestellt ihn Spinner – ein unzweideutiger Hinweis auf die Inregressnahme zweier FC-Fans zum gleichen Preis in Folge des Bannerklaus im Gladbach-Spiel im Januar (die Hintergründe dazu hier).

Wie vielen Jugendlichen wollt ihr die Existenz rauben?

Auch die Karikatur Wehrles und Vehs zielte darauf ab. Sie zeigte die beiden Geschäftsführer der KGaA mit Weißwein und einem Fan zu ihren Füßen, der ihnen die Schuhe putzt. Auf einem Spruchband war dazu zu lesen: „Wie vielen Jugendlichen wollt ihr die Existenz rauben, bis eure Fehler finanziert sind?“ Den Ultras ging es dabei freilich nicht um die Details, sondern generell um Kritik an der Inregressnahme und noch genereller um den Vorstand.

Dieser soll gehen, das haben die Südkurve 1. FC Köln e.V., die Wilde Horde und die Coloniacs in den letzten Wochen mit diversen Mitteilungen klar gemacht. Am Sonntag zogen sie noch einmal nach. Unter der Überschrift „Mitteilung Ultras 1. FC Köln“ verteilten FC-Fans Flugblätter im Stadion und legten diese auch auf die Sitze in diversen Blöcken des Stadions. Der Inhalt des Flugblattes: die Wiederholung der zentralen Kritikpunkte an Spinner und Co., wie sie zuletzt auch in den Online-Veröffentlichungen zu lesen gewesen waren.

Die Verteilaktion der Flugblätter wurde toleriert

Einige Stunden nach dem Spiel gelangte ein Video in die sozialen Netzwerke. Darin zu sehen: ein Ordner, der die Flugblätter von den Sitzen im Stadion entfernte. Einige Fans sahen sich darin bestärkt, dass der FC dadurch die Meinungsfreiheit der Kritiker einschränken wollte. Das wies der Klub jedoch auf Nachfrage zurück. „Jede Verteilung von Werbematerial oder Flugblättern im Stadion muss vor den Spielen beim 1. FC Köln angemeldet werden. Das gilt gleichermaßen für Sponsoren, Parteien oder Fangruppen. Der Ordnungsdienst hat die Aufgabe, darauf zu achten. Die auf den Sitzschalen oder an Stadionkiosken massenhaft ausgelegten Flyer wurden vom Ordnungsdienst daher eingesammelt. Die Verteilaktion an sich, beispielsweise in den Umläufen, wurde toleriert.“

Darüber hinaus ließ der Klub wissen, dass in der Kurve gezeigten Spruchbänder wiederum zur Meinungsfreiheit gehörten und deshalb frei zu zeigen seien. „Wenn ein Teil der Kurve diese Auffassung hat, dann nehmen wir das zur Kenntnis. Allerdings gilt es immer wieder zu betonen, dass nicht wir den Dialog abgebrochen haben, sondern die Ultras“, hieß es weiter in der Mitteilung der Geissböcke. Zudem äußerte sich der FC zur Kritik an der Inregressnahme in Folge des Vorfalls im Derby gegen Gladbach. „Es gab eine erhebliche Strafe für den Vorfall und es gibt ein Urteil des BGH, an das wir uns halten müssen. Zudem hatten die Beteiligten die Möglichkeit, zu ihrer Aktion Stellung zu beziehen und eine Lösung vorzuschlagen.“ Dies war aber offenbar nicht geschehen. Und so geht der offene Streit zwischen Ultras und Klub weiter.

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