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Kommentar: So bricht die Abwehr dem FC das Genick

Jupp Heynckes sagte einmal: „Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive gewinnt Meisterschaften.“ Diese Weisheit gilt bis heute. Auch, wenn sie statistisch nur bedingt nachweisbar ist, muss sich der 1. FC Köln dringend daran erinnern. Denn so defensivschwach, wie die Geissböcke zuletzt auftraten, riskieren sie den Aufstieg.

Köln – Markus Anfang muss sich nach dem 3:5 gegen den SC Paderborn an die eigene Nase fassen. Offensiv funktioniert seine Spielidee schon beachtlich gut. Die Geissböcke erzielten drei Tore, dazu zwei Abseitstore und hatten überdies mehrere weitere Großchancen durch Terodde, Drexler, Hector und Clemens. Doch abgesehen von der Schwäche bei der Chancenverwertung war es die Abwehr, die den Geissböcken das Genick brach.

Auf St. Pauli konnte der FC die drei Gegentore noch durch fünf eigene Treffer verschmerzen. Doch schon am Millerntor hätten sich die Kölner nicht beschweren können, wenn das Spiel 4:4 oder gar noch für die Gastgeber ausgegangen wäre. Das Problem: Die Absicherung des eigenen Tores fehlt nahezu vollständig. Die fünf Offensivspieler auf dem Platz ignorieren zu häufig den Rückwärtsgang. Der einzelne Sechser vor der Viererkette muss so einen viel zu großen Raum alleine abdecken. Die Außenverteidiger werden schnell überlaufen. Und wenn die Innenverteidiger keinen perfekten Tag erwischen, klingelt es im Kölner Gehäuse in allzu unschöner Regelmäßigkeit.

Markus Anfang spricht gerne von „Restverteidigung“. Dieser Begriff setzt voraus, dass der FC im Ballbesitz ist und die Abwehrspieler für den Fall des Ballverlustes bereit sein müssen, um Konter sofort zu unterbinden. Das funktionierte am Sonntag nahezu nie. Paderborn wurde immer wieder zu Tempogegenstößen eingeladen, Köln fand sich zudem durch das Pressing des Aufsteigers immer wieder in Situationen, in denen die eigenen Reihen zu weit auseinander standen und so der SCP bei Ballgewinn den nötigen Raum hatte, um sich zu lösen und den FC in Schwierigkeiten zu bringen.

Anfang muss jetzt zwingend umdenken. Nicht gänzlich, nicht im Offensivspiel, das bemerkenswerte Wucht entwickeln kann. Doch die Spieler müssen begreifen, dass sie mit Harakiri zwar Spiele gewinnen können, aber unter dem Strich immer wieder wichtige Punkte aus der Hand geben werden. Peter Stöger und der 1. FC Köln stiegen 2014 auf, weil sie nur 20 Gegentore in 34 Spielen kassierten. Der 1. FC Köln im Jahr 2018 hat bereits zehn Gegentore nach fünf Spielen auf dem Konto. Mit wilden Partien wie denen auf St. Pauli und gegen Paderborn unterhält man zwar die Zuschauer, der Aufstieg wird damit aber wohl nicht gelingen. Der FC muss schleunigst eine bessere Mischung hinbekommen, um das große Ziel erreichen zu können.

18 Kommentare
  1. OlliW says:

    Ich denke mal, dass spätestens jetzt allen beim FC und am GBH klar ist, dass was getan werden muss. Noch kein Grund für schlaflose Nächte, aber ein Weckruf zur Wachsamkeit und zum Anziehen der Stellschrauben! Vielleicht kam dieser zur rechten Zeit. Früh genug ist es allemal.
    Hoffe nicht, dass nun alle so verunsichert sind und am Freitag ängstlich agieren. Denn Sandhausen ist echtes Fallobst. Und nächste Woche Ingolstadt auch. Danach erst wird es auf der Alm wieder richtig happig. Bis dahin sollte ein klar als Aufstiegskandidat gehandelter und auftretender Club voll punkten!

      • OlliW says:

        Paderborn habe ich nicht unterschätzt. Dass das schwer würde, diese Vermutung habe ich auch hier geschrieben. Kann man nachlesen. Dass Sandhausen schwächer einzustufen ist, dürfte man als Realismus und nicht als Überheblickkeit einstufen. Wenn man als Fan des 1. FC Köln nicht erwarten kann, dass dort gewonnen wird, ist es eh egal, oder?
        Unterschätzen verbietet sich immer! Dennoch, wen man vor Sandhausen in die Knie geht und nicht punktet, gegen wen denn bitteschön dann?

  2. Meik Geissmayer says:

    Das Originalzitat „Offense sells tickets, defense wins championships“ stammt von Bear Bryant. Aber in der Tat sieht es so aus, dass das Defensivverhalten des FC einige Defizite aufweist. Erst einmal sind es die immer noch vielen individuellen Fehler im Spielaufbau, die dann immer wieder zu gefährlichen Kontern führen und dass die Gegner es immer wieder schaffen ohne große Gegenwehr durch das Mittelfeld durch zu marschieren, wenn dann der Gegner mit Geschwindigkeit auf die Abwehr entstehen dann die Lücken. Dann reicht auch ein gezielter Distanzschuss aus.

    In der Ära Stöger gab es auch mal solche Phasen, wo die Defensive nicht sattelfest war und hat dann dies wieder mit zwei defensive 6er stabilisieren können.

    Zudem kommt es das man vorne zu viele Chance benötigt und auch es oft immer wieder mit den gleichen Angriffsmuster zum Torerfolg versucht, häufig Flanken von links und rechts. Bis jetzt trifft man noch ausreichen, aber die Saison ist lang und da kann eine stabile Abwehr nicht schaden.

    Noch einmal zurück zur Ära Stöger, im Aufstiegsjahr mit den wenigen Gegentoren, wusste man als Fan und auch die Spieler werden es gespürt haben, das wenn man vorne war hinten so leicht ein Tor zu schießen gab.

  3. Ostfriesenhennes says:

    @Geissblog: guter Kommentar! Erinnert mich erwas an Bosz seinerzeit beim bvb, war auch nur harakiri, sind zwar bombig gestartet, aber das System war schnell durchblickt und geändert hatte Bosz seinerzeit nichts, was Ihn den Job kostete!

  4. Max Moor says:

    Hallo , Köln spielt 2 BL und nicht Kreisklasse ! Das Sandhausen bzw Paderborn keine schlechten Teams sind sollte jeden klar sein und man gewinnt auch gegen diese Mannschaften nur mit Kampf , Diziplin und Einsatzwillen und Köln hat gestern nicht so schlecht gespielt sondern vorne die Chancen nicht konsequent genutzt und hinten zu leichte Tore bekommen da vieles im Team noch nicht gut lief . Dazu einige Fehlentscheidungen des Schiris der Note 6 war und dann verlierst du sone Spiel auch mal . Es hätte auch gut 7 : 1 für FC Köln am Ende stehen können wenn da nicht so viele Fehler passiert wären und der Schiri war jedenfalls nicht für Köln . Nur eins was mich am meisten stört is das man 1 : 0 führt und ständig eins sofort gefangen bekommt und selbst das 3 : 3 Ausgleich auch dann noch restlos her gibt das zeigt kein gutes Bild !!! Wenn man mal sieht wie Düsseldorf , Nürnberg bzw. Stuttgart gespielt haben mit vollen Einsatz und Kämpfen um jeden Punkt und Köln bekommt sone Dinger . . .

    • BM says:

      Großkotzerei verbietet sich grundsätzlich, ebenso, jetzt die Schuld für gestern dem Schiri zu geben. Paderborn hat so gespielt, wie ich erwartet habe, die FC-Elf (Trainer?) offensichtlich nicht. Paderborn hat zwar nur 0 Euro für neue Spieler ausgegeben, aber Paderborns Manager Krösche (Ex Co-Trainer bei den Pillen) hat Wert auf Geschwindigkeit gelegt, steht also für modernen Tempofußball, während der FC mit Czichos, Sobiech und Terodde eher ältere Bummelzüge verpflichtet hat, tendenziell also Auslaufmodelle, dafür gab’s dann langfristigen Verträge.
      Jeder Klub haut sich gegen den FC (und den HSV) besonders rein, schon in Bochum und bei Pauli hätte es Niederlagen geben können, es gibt somit kein Fallobst für eine Elf, die ganz offensichtlich leicht zu überspielen/entschlüsseln ist und dann keinen Plan B hat. Und wenn dann gefaselt wird, die Gegner hätten (fast) nur namenlose Spieler, dann sollte man mal auf die FC-Wunschliste vergangener Jahre blicken, da gab es einen Torjäger in Siegen, den der FC unbedingt verpflichten wollte, dieser sich dann aber für BMG entschied und gestern im Paderborner Trikot die FC-Abwehr ganz schön aufmischte – Sven Michel sein Name.

  5. Susanne Lex says:

    Ja genau, der Michel Granate. Auch Collins, linker Verteidiger der Paderborner ist besser als der Horn. Wieso macht Kroesche das besser?? Achtet auf Paderborn!! Die mischen ganz oben mit. Die ganze spielanlage, super. Aber hier meinen viele, die sind Fallobst. Diese ueberheblichkeit ist schwer zu ertragen. JEDER GEGNER MACHT DAS SPIEL DES JAHRES GEGEN DEN FC. JEDES SPIEL HAT POKALCHARTER, und ist alles möglich. Werdet Mal wach ihr…..

  6. FC-Freund says:

    Ja auch ich dachte vorher, dass ein Sieg gegen Paderborn bei unserem Kader eigentlich kein Problem sein sollte! Ich ging aber auch davon aus, dass in der Defensive die entsprechenden Lehren aus dem St. Pauli-Spektakel gezogen wurden. Wurden sie aber nicht !!!!! Ich glaube mittlerweile, dass der Kader einfach nicht die Qualität hat um dieses System erfolgreich in der Defensive zu spielen! Meiner Meinung nach muss Anfang das System umstellen und an die limitierten Fähigkeiten der Spieler anpassen!

  7. NICK says:

    Ich hatte nach dem 2:1 das Gefühl, dass man meinte den Sieg schon in der Tasche zu haben. Dabei hätte der Blitzstart von Paderborn Warnung genug sein müssen…aber aus der Südkurve kam wieder mal viel zu früh dieses einschläfernde Schal-lalalalalaa-schalalalalalalaa…(das kann man bei 3:1 in der 80.ten Minute anstimmen), die Spieler klatschten sich ab, als wäre der Sieg eingefahren. Ich hoffe alle lernen daraus und da muss ich SLEX Recht geben – für die Gegner ist jedes Spiel gegen uns wie ein Pokalspiel und wir sollten uns darauf einstellen. Mit einem Tor Unterschied ist das Spiel noch lange nicht entschieden.

    • mal im Ernst says:

      So eine Scheiße was hier geschrieben wird. Jedes Spiel gegen den FC ist für den Gegner wie ein Pokalspiel. Die 2. Liga ist nicht schlechter wie Liga 1. Warum denken hier einige es spielen nur schlechte Fußballer in Liga 2. warum schafft es ein Kreisligaspieler in die 1. Bundesliga? Weil er mal aufgefallen ist. Es gibt bessere Mannschaften in Liga 2 als der FC. Das Anfang- System ist Gift in dieser Liga. Aber was ist das Anfang – System? Besser hinten mit einer 4er Kette spielen und ein solides Mittelfeld haben. Wenn aber die Spieler für das Mittelfeld nicht eingewechselt werden und der Möchtegern Trainer Anfang an seinem komischen System festhält wird es ein böses Erwachen geben. Anfang geht bald über Bord.

  8. BM says:

    Ich habe mir gerade Magdeburg gegen Bielefeld reingezogen. Magdeburg damit erstmals über 90 Minuten gesehen, eine stark limitierte Mannschaft, hart bis unfair, Kicker mit extremer Fallsucht, besseren schauspielerischen als spielerischen Möglichkeiten, summarisch eine (für mich) sehr unsympathische Truppe (vor allem Klopper Erdmann), die man auseinander nehmen müsste/könnte. Bielefeld von der Anlage und den Spielern her klar besser, ohne aber große Chancen in diesem Spiel zu kreieren. Könnte trotzdem auf der Alm für den FC eng werden, Bielefeld läuft die Gegner sehr früh an (wie Berlin und Paderborn), da hat der FC ja bislang so seine Probleme mit. Und sie haben mit Saibene m. E. einen in dieser Liga herausragenden Trainer.

  9. Holger R. says:

    Das Spiel des FC lässt sich jedenfalls schön ansehen aber die Abwehrspieler sollten mal über ihr Zweikampfverhalten nachdenken. Wenn man das „wir sind schon Aufgestiegen“ ablegt, könnte das noch ne gute Saison werden. Ich sage die Niederlage kam genau richtig.

  10. Franz-Josef Pesch says:

    Überheblichkeit, Unvermögen und Selbstüberschätzung wird dem FC das Genick brechen wenn nicht schnellstens etwas passiert. Wozu hat der FC einen Vorstnd ? Wo ist Armin Veh ?Hier müssen jetzt klare Worte gesprochen werden.

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