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„Wir wollen kein Spektakel!“ Mit Sobiech zu mehr Stabilität?

„Sandhausen ist schwer zu bespielen. Sie spielen viele lange Bälle, haben viele große Spieler in ihren Reihen, sind bei Standards sehr gefährlich.“ Das sagte Markus Anfang am Mittwoch und kündigte damit wohl indirekt an: Am Freitag wird Lasse Sobiech wieder für den 1. FC Köln verteidigen.

Köln – Der lange Schlacks in der Innenverteidigung der Geissböcke soll, wie schon auf St. Pauli, mit seiner Zweikampfhärte und seiner Kopfballstärke dem SV Sandhausen den Zahn ziehen. Gegen die Hamburger hatte das nur bedingt geklappt. Doch Sobiech gilt als härtester Brocken im Kölner Defensivzentrum, keiner geht kompromissloser zur Sache, bestätigte bereits Rafael Czichos kürzlich im GBK-Interview. Eine Qualität, die nun wieder gefragt sein dürfte.

„Sie werden mit vielen langen Bällen auf ihre schnellen Stürmer agieren und sehr aggressiv zu Werke gehen“, erwartet Anfang. Und so dürften beim FC am Freitag vor allem zwei Tugenden gefragt sein: enge Verteidigung und konsequent im Eins gegen Eins. Also genau das, was der FC schon gegen Pauli, aber auf eklatante Art gegen Paderborn hatte vermissen lassen – vor allem in Sachen Zweikampfführung. „Alle, die sich Verteidiger nennen, müssen auch den Anspruch haben, verteidigen zu können“, nahm Anfang am Mittwoch daher kein Blatt vor den Mund.

Zu gutem Fußball gehört auch gut zu verteidigen

Nur ein Zu-Null-Spiel am ersten Spieltag gegen Bochum – das darf nicht der Anspruch der Geissböcke sein. Und so ist klar, was der Trainer am Freitag sehen will: das Anlaufen des Gegners schon im vorderen Bereich, die richtigen Abstände zwischen den einzelnen Spielern und den Ketten und die Rückwärtsbewegung der Offensivspieler, die sich in den letzten beiden Partie zu sehr auf ihren Offensivaufgaben ausgeruht hatten. „Wir brauchen jeden“, stellte Anfang klar. „Wir müssen vorne anfangen zu verteidigen.“ Hinten muss die Zuordnung stimmen, die Kommunikation. So scheint es auch nicht klar, dass Jorge Meré für Sobiech weichen muss. Es könnte auch Czichos treffen, der gegen Paderborn genauso wie der Spanier einen schlechten Tag erwischt hatte.

Noch hat Anfang nicht seine optimale Besetzung für die Defensive gefunden. Und so dürfte es nicht nur aufgrund der Sperre von Jonas Hector am Freitag Veränderungen in der Defensive geben. Vor allem aber müssen die Spieler im Kopf etwas ändern. „Wir wollen kein Spektakel“, stellte Anfang klar, der nun unter Beobachtung steht, ob er in der Lage ist, mit seiner Mannschaft die Schotten dicht zu bekommen. „Wir wollen guten Fußball – und zu gutem Fußball gehört auch gut zu verteidigen“, stellte der FC-Coach klar.

In jedem Fall wird er hoffen, dass es am Freitag besser läuft als letztjährig mit Holstein Kiel gegen den SV Sandhausen. Zuhause hatten die Störche gegen die Sandhäuser noch ein 2:2 erreicht. Im Stadion am Hardtwald hatte es dann aber eine 1:3-Pleite gegeben. Anfang weiß also, wie schwer es wird für den Effzeh am Freitagabend. Einen Unterschied wird es allerdings im Vergleich zum letztjährigen Kieler Auswärtsspiel in Sandhausen geben. Damals waren insgesamt gerade einmal 4800 (!) Zuschauer ins Stadion gekommen. Diese Minus-Kulisse wird es dieses Mal nicht geben. Denn alleine aus Köln werden rund 4500 Fans nach Sandhausen reisen, wie der FC bekannt gab.

14 Kommentare
  1. BM says:

    Soll dies jetzt ein Witz sein? Ausgerechnet mit Sobiech zu mehr Stabilität, einem Spieler, der außer seiner Körpergröße und damit verbundenem Kopfballspiel nicht viel von einem Zweitligaspieler hat? Langsam, unkoordiniert, so ist zumeist sein Spiel, zumindest bei den vier Auftritten, die ich letztes Jahr live im Pauli-Trikot sah.
    Die Ansage von Anfang mit den angeblich großen und kopfballstarken Spielern von Sandhausen sind doch scheinbar auf eine Sobiech-Nominierung gemünzt, unverständlich, denn das soll ja wohl andererseits auf die Nachteile des ach so kleinen Mere hinweisen, mit 182 cm Körpergröße ein echter Zwerg – da sind die Riesen im mächtigen Sturm von Sandhausen wahrlich furchteinflößend, sie haben bereits unvergleichliche 0 Tore erzielt und zwei der Kader-Stürmer im Trikot des SVS sind sogar unfassbare 4 cm größere als Mere. Es kommt noch dramatischer: Sandhausens bislang einziger Torschütze ist ein Abwehrspieler, noch kleiner geraten als Mere ist er fast unsichtbar und kaum zu stoppen.
    Also: Das soll doch nach den Gegentoren der letzten beiden Spiele in Sandhausen nicht plötzlich eine Abwehrschlacht werden, sondern dominantes Spiel mit einer früh angreifenden Verteidigung, flexibel und flink, mit schnellen Pässen nach vorn – für Sobiech eigentlich nicht geeignet.
    Dem HSV wurden in Sandhausen von unserem Ex-Torwart Schuhen gleich zwei Bälle einschussbereit vorgelegt, dies kann er leider nicht wiederholen, da anschließend degradiert und nun verletzt. Aber auch ohne solche Geschenke (die der HSV ja auch in Dresden zum Siegtor serviert bekam) sollte man beim SVS mit Entschlossenheit und Schnelligkeit bestehen können. Aber bitte nicht alle Kicker mit erheblichen Geschwindigkeitsdefiziten gleichzeitig aufbieten, der FC hat da ja eine (zu?) große Auswahl (Höger, Sobiech, Czichos, Terodde etc…).

    • Boom77 says:

      Sehr guter Kommentar. Ich weiß auch nicht, woher der Eindruck kommt, dass die 8 Gegentore in den letzten zwei Spielen etwas mit der Körpergröße zu tun haben, weshalb man jetzt unbedingt gegen die „Riesen“ aus Sandhausen Abwehrspieler braucht, die die nötige Körpergröße mitbringen. Wenn es so und vor allem so einfach wäre, liegt die Lösung auf der Hand: einfach mal in Bonn bei den Basketballern des dortigen Bundesligavereins nachfragen, ob die uns am Wochenden mit 2 bis 3 Mann aushelfen.

      Das Problem ist nicht, das Mere zu kurz geraten wäre. Ich habe auch nicht den Eindruck, dass das der Grund für die Flut an Gegentoren war. Oder haben wir 8 Kopfballgegentore bekommen, die der Gegener alle im Getümmel im Strafraum erzielt hat? Nein! Das Problem liegt schlicht im Abwehrverhalten. Und zwar der gesamten Mannschaft. Denn ein „Getümmel“ gab es bei unseren Gegentoren schlichtweg nicht. Wie schon viele Kommentatoren hier geschrieben haben, waren da einige Gegentore dabei, bei denen der Gegenspieler fast seelenruhig und unbehelligt mit dem Ball am Fuß 70 m über Spielfeld laufen und dann einnetzen konnte. Da müssen sich auch die offensiven Spieler fragen, wie das sein kann? Warum wird da nicht nah am Mann mit nach hinten gelaufen und dabei attackiert und versucht, den Gegner schon frühzeitig zu stoppen? Gerade in dem „System-Anfang“ muss es doch das Ziel sein, den Ball möglichst schnell zurück zu erorbern. Aber nichts zu sehen davon.

      Klar ist das Abwehrverhalten der defensiven Spieler auch nicht gut. Da sind auch hinten die Räume viel zu groß und müssen geschlossen werden. Diese Kritik richte ich aber auch mehr an unsere defensiven Mittelfeldspieler. Die haben es zwar auch schwerer, wenn die Offensiven nicht nach hinten arbeiten, aber sie sind die letzte Bastion vor der Abwehr. Denn klar ist, wenn ein Gegner mit dem Ball am Fuß in vollem Tempo auf einen Abwehrspieler zuläuft, hat es jeder Abwehrspieler der Welt schwer… nicht nur unsere Mere´s, Czichos`und Sobiech´s.

      Man wird das Gefühl auch nicht los, dass bei unseren Spielern immer noch der Schlendrian der vergangenen Saison drin ist (Stichwort „Solero-Eis“). Oder wie kann es sein, dass man nach einer Führung gleich wieder den Ausgleich bekommt? Und das wiederholt! Warum sind die so schnell zufrieden und denken offensichtlich nach jeder Führung, dass sie das jetzt im Schongang nach Hause bringen?

  2. Franz-Josef Pesch says:

    So ist es richtig, den Gegner stark reden, so das bei einer Niederlage gegen Sandhausen ???? man schon eine Entschuldigung …….ich habe es ja vorher gesagt parat hat.
    Wenn die Mannschaft konzentriert an die Aufgabe herangeht,
    müsste man Sandhausen sicherlich schlagen können, aber bitte nicht jetzt schon vor dem Spiel vor Angst in die Hose schei….,!!

    • Philipp says:

      Gerade um die Konzentration hoch zu halten wird doch vorm Gegner gewarnt. Wenn man nämlich wie Sie mit der Einstellung „Muss man sicherlich schlagen“ herangeht, dann geht man unkonzentriert ran und verliert, also finde ich die Einstellung von Herrn Anfang korrekt indem man den Gegner Ernst nimmt.

      • OlliW says:

        Schwierig zu beurteilen. Ist alles Kopfsache und Psychologie. Wenn ich als einzelner Respekt vor einer Aufgabe habe, etwa einer Präsentation vor vielen Leuten, dann kann ich a) Angst haben und mir einreden, dass ich versage und eigentlich ja keinen Schimmer habe, was ich da tue. Oder ich besinne mich darauf, dass ich gut vorbereitet bin, meinen Kram drauf habe und es das 100. mal ist und schon gut gehen wird. Ich tendiere zu letztem. Und das sollte der FC auch.

  3. Ulrich Treimer says:

    Ein Vergleich der Innenverteidiger Mere und Sobiech kann nach den bisherigen Leistungen nur zugunsten von Sobiech entschieden werden. Er ist defensiv klar die bessere Alternative. Die Abwehr quält sich ansonsten bei jeder hohen Hereingabe herum und verunsichert das ganze Team. Wir brauchen teilweise 3 Kopfballduelle im Strafraum hintereinander um mal eine einfache Ecke zu klären.
    Mere mag spielerisch besser sein, was aber nicht ertragreich ist. Er hat immer wieder gravierende Aussetzer (in Bochum). Beim 2:2 gegen Paderborn war er schlicht eingeschlafen, wie auch Hector vor dem 1:1. Den jungen Bader zu unterstützen hat er auch unterlassen. Die ewige Wechselei zwischen Mere und Sobiech führt nur zur gesamten Verunsicherung des Teams.

    Also bitte Sobiech als feste Größe installieren.

    • Boom77 says:

      Und der andere 6er soll bitte nicht der Höger sein… Ich habe schon letzte Saison gesagt, dass der schlicht zu langsam ist, um die Räume zu schließen / klein zu halten. Das ist sicherlich seinen vielen Verletzungen geschuldet, wofür er nichts kann und was mir für ihn leid tut. Zudem gibt es Menschen, an denen „nagt der Zahn der Zeit“ schneller als bei anderen. Während andere mit 29 noch so schnell laufen und quirrlig sind wie ein 18-jähriger, sind andere mit 29 Jahren was das Thema Geschwindigkeit angeht auch ohne Verletzungen schon auf dem Stand eines „normalen“ 38-jährigen. Ich denke, das kommt auch noch bei Höger hinzu. Sein körper baut halt schneller ab, was ebenfalls schade für ihn ist. Aber Fakt ist für mich, dass er für den Profifußball leider nicht mehr das mitbringt, was es braucht. Denn leider kann er dieses Defizit auch nicht durch ein „gutes Auge“ und ein herausragendes Stellungsspiel wett machen, wie dies z.B. ein Fernando Hierro vor vielen Jahren bei Real Madrid konnte. Denn beides hat der Höger leider nicht und hattes noch nie… Die Zweikampfführung ist auch nicht gerade toll…. All das hat man aber schon letzte Saison gesehen.

  4. Ulrich Treimer says:

    Die gesamte Defensivabteilung gegen Paderborn umzubauen, nur um Höger in die Mannschaft einzubauen war vom Trainer leider ein Anfängerfehler, der bitter bestraft wurde.
    Hinsichtlich der Leistungsfähigkeit von Höger teile ich die Meinung der anderen User. Ohnehin hat der gesamte defensive Mittelblock Tempodefizite. Hier stimmt die Kaderzusammensetzung nicht.

  5. prinzikai says:

    Höger muss als 6er gesetzt bleiben – durchaus zu überlegen wäre, ob man hier Koziello oder Özcan als 8er dazunimmt. Tempodefizite sind in diese Position nicht so gewichtig (siehe aktuell Millner bei Liverpool oder früher Xabi Alonso). Es fehlt bei allen einfach an der zweikampfhärte und dem agressiven Spiel gegen den Ball. Ich bin mir sicher wir werden morgen ein anderes Auftreten sehen.

  6. Ulrich Treimer says:

    Fehlende Zweikampfhärte und Agressivität haben nun mal viel mit Tempo zu tun. Wenn ich zu langsam bin, kann ich nicht agressiv spielen, dann endet es in vielen Fouls und Platzverweisen. Das beste Beispiel hierfür ist Mere…

    • BM says:

      Sobiech hier eine größere Geschwindigkeit zuzusprechen als Mere ist geradezu abenteuerlich, aber manche Dinge sind halt sehr subjektiv. Ich halte Sobiech für sehr sympathisch, er tritt sehr angenehm auf und scheint wenig abgehoben, aber als Fußballer passt er in Liga 2 eher zu Sandhausen/Aue/Heidenheim usw., aber nicht zu einer Mannschaft, die dominanten und schnellen Fußball spielen möchte. Ich finde auf der IV auch Sörensen stärker, aber das ist eine andere Baustelle.
      Übrigens: Marktwerte sagen nur begrenzt etwas aus, Mere hat da aber den vielfachen Wert von Sobiech – dessen Marktwert aber, warum auch immer, als angehoben markiert wird. Da reichte wohl schon der Wechsel zum FC.

      • Boom77 says:

        Ich glaube, niemand hat hier Sobiech mehr Geschwindigkeit zugesprochen als Mere. Herr Treimer bezog sich wohl eher auf Höger, was das Thema Geschwindigkeit angeht. Und wie man aus meinem vorherigen Kommentar unschwer erkennen kann, sehe ich es auch so, dass Höger schlicht viel zu langsam ist. Ich kann ehrlich gesagt auch nicht verstehen, dass es hier immer noch Leute gibt, die den Höger auf der 6er-Position sehen wollen und ihn da als gut empfinden. Gerade da braucht es eine gewisse Grundgeschwindigkeit, um die Räume zulaufen zu können, die Höger schlicht nicht hat. Ich habe nichts gegen ihn. Er ist ein „guter Junge“. Ich sehe das ganz nüchtern und da ist das Ergebnis meiner Beurteilung, dass er mittlerweile schlicht zu langsam ist. Ist schade für ihn. Aber ihn da weiterhin als Fan zu fordern, kann man wohl nur damit begründen, dass er ne „kölsche Jung“ ist.

  7. OlliW says:

    An Sobiech scheiden sich die Geister der FC-Anhänger. Allein hier konnte man seit seiner Verpflichtung alles lesen: von „Endlich ein solider, neuer IV, der bisher alles angeräumt hat, was in den Pauli-Strafraum gelaufen kam! Gegentore, adé für immer“ bis hin zu: „Oh Gott, schlimmer geht nimmer. Dieser lahme, unnütze Typ, kann nichts außer Löcher in die Abwehr reißen! Mit der Lusche sind wir im Winter spätestens Drittligist!

    Ich übertreibe wie immer etwas ;-=) Aber was stimmt denn nun?

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