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„Bitter, weil wir es defensiv richtig gut gemacht haben“


Der 1. FC Köln hat sich bei Holstein Kiel um drei Punkte gebracht und mit einem späten Gegentor den Sieg verschenkt. Die Geissböcke standen beim 1:1 (1:0) im Holstein-Stadion defensiv zwar sicher, nach vorne gelang allerdings zu wenig. So wurde die Rückkehr von Markus Anfang, Rafael Czichos und Dominick Drexler zu einer Enttäuschung.

Die Stimmen aus Kiel von Jonas Klee

Dominick Drexler: „Das war total unnötig, hier wegen eines langen Balles nur Unentschieden zu spielen. Am Ende des Tages hätten wir 1:0 gewinnen müssen, dann hätten wir uns auf die Schulter klopfen können. So aber nicht. Jetzt müssen wir schauen, dass wir die Woche mit dem DFB-Pokal gut hinbekommen und die Heimspiele gewinnen. Das ist jetzt Pflicht. Ich habe hier in Kiel so viele tolle Sachen erlebt. Ich bin keinem einzigen Menschen böse, der hier gepfiffen hat. Am Ende des Tages macht das den Fußball aus, die Fans wollen einen Buhmann. Wenn ich das heute war, sollen sie das machen. Kein Pfiff wird mein Gefühl für diesen Klub, die Spieler und die Fans verändern. Das ist schon okay. Es ist zwar Wahnsinn, was man sich manchmal anhören muss von Leuten, die 20 Euro für einen Stehplatz zahlen und glauben, alles machen zu können, was sie wollen. Aber das war heute nur ein Nebenschauplatz für mich.“

Rafael Czichos: „Drex hatte damit gerechnet, er konnte sich darauf einstellen. Es ist aber schade, dass er so begrüßt wird nach zwei Jahren mit richtig guten Leistungen. Er war hier ein Unterschiedsspieler. Dass sich dann Leute unwissend so äußern, ist unnötig und traurig. Für mich war es heute schön, die Jungs wiederzusehen, aber mehr auch nicht. Das ist jetzt schon wieder zweitrangig. Wir haben defensiv ein richtig gutes Auswärtsspiel gemacht, nichts zugelassen. Aus dem Nichts kommt dann durch ein Missverständnis der Ausgleich. Das ist bitter. Trotzdem müssen wir diese Leistung in der Defensive in die nächsten Wochen mitnehmen. Wir haben einen großen Kader, damit wir Ausfälle ausbügeln können. Aber klar ist, wenn solche Spieler fehlen, ist es bitter, weil sie den Unterschied ausmachen können.“

Es zieht sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison

Markus Anfang: „Hinten raus ist es ärgerlich. Es war ein Spiel mit wenigen Torchancen, vielen Standards. In der ersten Halbzeit haben wir es nicht so ausgespielt, wie wir es hätten machen können. Bis auf die Standards haben wir aber nichts zugelassen. Nach der Pause haben wir dann unsere Konterchancen nicht genutzt. Wenn wir die genutzt hätten, hätten wir die drei Punkte sicher mitgenommen. Wie das Gegentor zustande gekommen ist, ist bitter, weil es sich wie ein roter Faden durch die bisherige Saison zieht. Wir hatten schon vor dem Spiel mehrere Ausfälle, dann einer beim Warmmachen, ein weiterer in der ersten Halbzeit – aber die Jungs, die reingekommen sind, haben das ordentlich gemacht. Davor muss man Respekt haben. Matze Lehmann ist eigentlich als 19. Spieler mitgefahren, wurde dann doch eingewechselt. Aber er hat sich dem gestellt. Insgesamt ist unsere Situation gut, jetzt müssen wir aber zusehen, dass wir zuhause einen Dreier holen.“

Tim Walter: „Wir waren in der ersten Halbzeit etwas zu passiv. Da hätte ich mir mehr Aggressivität gewünscht, wir haben aber trotzdem keine Torchancen zugelassen. Mir haben auch die Kreativität und der Mut gefehlt, das war nicht gut. Nach der Pause waren wir dann viel aktiver gegen den Ball, hatten mehr Ballbesitz und waren die bessere Mannschaft gegen einen hochkarätig besetzten Gegner. Während ich einen 18-jährigen A-Jugend-Spieler eingewechselt habe, konnte Köln noch einen Cordoba nachlegen. Auf diesem Niveau will ich auch mal jammern. Wir haben alles in die Waagschale geworfen, deswegen Hut ab vor meiner Truppe.“

Wir müssen noch mehr lernen, als Favorit ins Spiel zu gehen

Armin Veh: „In der letzten Minute war ich oben, so habe ich das Tor gar nicht mehr gesehen. Ich wollte wissen, wie es den Verletzten geht. Natürlich haben wir jetzt viele Verletzte. Wir können es noch einigermaßen verkraften, aber so viele Spieler auf einen Haufen in der Kürze der Zeit ist schwierig. Wir haben es nach hinten heute richtig gut gemacht, Benno Schmitz hat es für sein erstes Spiel richtig gut gemacht. Nach vorne haben wir uns aber zu wenige Torchancen herausgespielt. Wir hätten vielleicht noch mehr auf das 2:0 gehen müssen, aber wir müssen noch mehr lernen, als Favorit ins Spiel zu gehen. Da haben wir noch etwas in der Jacke hängen.“

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