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Ist Lasse Sobiech für Liga zwei besser als Jorge Meré?


Lasse Sobiech hat aktuell im Kampf um die Stammplätze in der Innenverteidigung die Nase gegenüber Jorge Meré vorn. Es scheint, als ob der lange Schlacks in der aktuellen Situation für den 1. FC Köln wertvoller wäre als der Spanier. Auch, weil kaum ein Gegner in Liga zwei versucht dem FC spielerisch Paroli zu bieten.

Köln – In 138 Zweitliga-Spielen hat Lasse Sobiech im Bundesliga-Unterhaus wohl schon fast alles gesehen. Der 27-Jährige gilt als einer der erfahrensten Spieler im FC-Kader. Das bekommt gerade auch Jorge Meré zu spüren, der sich seit drei Spielen mit einem Platz auf der Bank begnügen muss und das wohl auch gegen den MSV Duisburg so bleiben wird.

Sobiech und Rafael Czichos bildeten zuletzt in der Englischen Woche das Innenverteidiger-Duo und stabilisierten gemeinsam die FC-Abwehr wieder. „Es ist in den letzten Spielen für jeden klarer geworden, wer welche Aufgaben und welche Positionen hat. Das merkt man jetzt“, sagte Sobiech unter der Woche. „Du spielst befreiter auf, wenn du weißt, dass hinten die Räume eng sind und nichts anbrennt.“ Hinzu kam, dass die beiden zentralen Verteidiger in Bielefeld die ersten beiden Tore einleiteten und zeigten, dass sie durchaus über die Passqualität verfügen, um solche Spielsituation zu kreieren.

Anfang erklärt den Unterschied

Gemeinhin gilt Jorge Meré zwar als deutlich spielstärker als Lasse Sobiech. Doch der ehemalige Paulianer bekam zuletzt aus guten Gründen den Vorzug vor dem Spanier. „Wenn wir vorne aggressiv attackieren, tun sich viele Gegner im Spielaufbau oft schwer und schlagen häufiger die Bälle hoch nach vorne“, erklärte Trainer Markus Anfang im Gespräch mit dem GEISSBLOG.KOELN die Entscheidung pro Sobiech. „Wenn wir Lasse hinten drin haben, räumt er viel weg. Jorge ist derjenige, der viel mit Auge macht und aufgrund seiner Mentalität im Spielaufbau viele Situationen anders löst. Lasse wirkt aufgrund seiner Länge vielleicht nicht immer so filigran, macht das aber sehr gut. Jorge hat spielerisch ein paar Prozente mehr, Lasse dagegen im Kopfballspiel. Ich muss entscheiden, wen wir gegen welchen Gegner brauchen.“

Gegen Sandhausen, Ingolstadt und Bielefeld war Sobiech immer wieder gefragt, lange Bälle ins Kölner Defensivzentrum zu klären und per Kopf präzise zum nächsten Mitspieler zu befördern. Das gelang ihm derart gut, dass beim FC kaum ein Gefahr durch hohe Bälle entstand. Die meisten Gegner in den vergangenen Wochen und wohl auch in den kommenden Spielen setz(t)en gegen Köln auf Konteraktionen, auf lange Bälle in die Spitze oder auf Standards. Sobiech erwies sich in daher als der nötige Stabilisator dank seiner 1,96 Meter Körpergröße, während Meré mit 1,82 Meter deutliche Nachteile gehabt hätte.

Wann kommt Merés Chance?

Auch Duisburg kommt wohl mit mehreren Stürmer um die 1,90 Meter (Borys Tashchy 1,92m, Stanislav Iljutcenko 1,89m, John Verhoek 1,88m). Sobiech dürfte also erneut viel zu tun bekommen. „Es war von vorne herein klar, dass es immer wieder zu Wechseln kommen würde. Deshalb bin ich froh, dass ich die letzten Spiele machen konnte“, sagte Sobiech, wohl wissend, dass sich dies künftig wieder ändern könnte. Nämlich dann, wenn sich gegnerische Mannschaften spielerisch mehr zutrauen sollten und der FC in der Defensive ein noch besseres Passspiel im Aufbau bräuchte, um die wenigen Lücken beim Gegner zu nutzen. Ein Test für Meré könnte so das DFB-Pokal-Spiel gegen den FC Schalke 04 werden. Denn während Sobiech als perfekter Zweitliga-Verteidiger für die Geissböcke gilt, könnte Merés Chance gegen solche Gegner wie Schalke oder in der Liga den HSV kommen – oder im Falle des Aufstiegs ab nächstem Sommer. Wenn der junge Spanier bis dahin die Geduld behält.

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