,

Anfang erfindet sich neu: „Jeder hat sich wohl gefühlt“

Anfang kommt seinem Kader entgegen

Schaub als Schlüssel in der Offensive

Hector links und Risse rechts waren dann auch – zusammen mit Dominick Drexler – die Schnittstellenläufer, die vornehmlich von einem hervorragend aufgelegten Louis Schaub bedient werden konnten. Der Österreicher machte nach dem Spiel keinen Hehl daraus, dass er sich im Zentrum und nicht auf der Außenbahn deutlich mehr zuhause gefühlt hatte. „Wir haben ein bisschen umgestellt und das hat richtig gut funktioniert“, sagte der Torschütze zum 7:1 und Vorlagengeber zum 2:0 (indirekt), 3:0 und 5:0. „Ich habe mich im Zentrum sehr wohl gefühlt. Jeder hat sich wohl gefühlt.“

„Jeder hat sich wohl gefühlt“ – dieser Satz dürfte entscheidend sein für Markus Anfang, an diesem neuen System auch in den kommenden Wochen festzuhalten. Zumindest, sofern sich der Eindruck festigen und auch in der Liga bestätigen sollte. Dass die beiden Stürmer, Simon Terodde und Jhon Cordoba, sich erstmals in dieser Saison als Doppelspitze versuchen durften und brillierten (mehr dazu hier), dürfte ebenfalls dazu beitragen, am neuen Zwei-Stürmer-Ansatz festzuhalten.

So kannst du dann Chancen kreieren

„Nach dem Spiel in Hamburg haben wir viel gesprochen, der Trainer hat sich ein neues System einfallen lassen – mit zwei Stürmern“, sagte Timo Horn nach dem 8:1. „Dadurch konnten wir mehr Druck aufbauen. Cello (Marcel Risse) hat immer wieder starke Bälle in die gefährlichen Räume gespielt, dafür ist er bekannt. So kannst du dann Chancen kreieren.“ Dem Vernehmen nach war gerade die fehlende Konsequenz, aber auch die personelle Besetzung der einzelnen Positionen wichtige Themen in den Gesprächen zwischen Trainer und Mannschaft nach dem blamablen Auftritt in Hamburg. Anfang zog die Konsequenzen, erfand seine Spielidee neu und hatte damit Erfolg.

Auch, weil er damit personell seinem Kader mehr entgegen kommt. Links können nun Jonas Hector und Jannes Horn die einzige echte Flügelposition besetzen, weil beide offensiv wie defensiv denken. Rechts ist Risse die Idealbesetzung, bis Christian Clemens wieder fit ist. Die Dreierkette in der Defensive ist mit Jorge Meré im Zentrum, links Rafael Czichos und rechts Benno Schmitz gut besetzt, mit Frederik Sörensen (aktuell) und Lasse Sobiech (nach der Winterpause) gibt es zwei kopfballstarke Alternativen, auch Jonas Hector hat dort in der DFB-Auswahl schon gespielt. Marco Höger im Zentrum konnte nach den schwachen letzten Wochen seine Leistung stabilisieren, auch Salih Özcan kann diese Position spielen. Die beiden kreativen Positionen vor Höger sind mit Dominick Drexler, Louis Schaub und Vincent Koziello überdurchschnittlich besetzt. Und im Sturm könnte neben Terodde und Cordoba auch Serhou Guirassy profitieren, der nun nicht mehr auf der linken Außenbahn eingesetzt werden muss, sondern als Stürmer Nummer drei im Zentrum „jokern“ darf.

Wirkt Dresden ähnlich wie das 9:1 im Pokal?

„Wir haben auch schon vorher mal auf zwei Stürmer umgestellt“, sagte Anfang nach dem 8:1 gegen Dresden, wohl wissend, dass diese Aussage freilich nur auf die Schlussminuten einiger Spiele zutraf, in denen der FC zurückgelegen hatte. Der Trainer hat eine deutliche Veränderung vorgenommen, die seinen Worten vor dem Spiel nicht unbedingt zu entnehmen gewesen war. Doch der 44-Jährige hat sich darauf eingelassen und wurde belohnt. Ob das 8:1 gegen Dresden eine ähnliche Wirkung haben wird wie das 9:1 in der ersten DFB-Pokal-Runde? Danach hatte der FC wochenlang wie entfesselt aufgespielt. Sollte das wiedergekehrte Wohlgefühl auf dem Rasen erhalten bleiben, spricht vieles für erfolgreiche Wochen bis zur Winterpause. Denn aus den alten Zeiten beim FC weiß man, wie wichtig ein gutes Gefühl der Spieler für den Erfolg ist.

0 Kommentare

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar