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Trotz Modeste-Wirbel: Kölns Sturmduo setzt klares Signal

Als hätte letztes Jahr sein Bruder für uns gespielt

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Beim 3:0 (0:0)-Auswärtssieg des 1. FC Köln gegen Darmstadt 98 setzte Trainer Markus Anfang zum zweiten Mal in Folge auf eine Doppelspitze bestehend aus Simon Terodde und Jhon Cordoba. Zum zweiten Mal in Folge waren beide als Torschützen erfolgreich. Trotz des großes Schattens, den die Rückkehr von Torjäger Anthony Modeste voraus wirft, knipst das aktuelle Stürmer-Duo weiter. Es ist die positive Lehre aus einem ansonsten schlechten Spiel.

Darmstadt – Als Jhon Cordoba den Platz in der 88. Minute verließ, wurde er von Markus Anfang innig geherzt. Der Kolumbianer, der seit seinem Wechsel in die Domstadt einiges durchmachen musste, blüht weiter auf. Der 25-Jährige hat in den letzten Wochen jede Menge Selbstvertrauen getankt. Dass er mit Anthony Modeste nun einen weiteren Konkurrenten im Angriff erhält, stört ihn offenbar nicht. Im Gegenteil. Spielt Cordoba so weiter, macht er sich unverzichtbar.

Cordobas Nebenmann, Simon Terodde, hat seit Samstag 17 Tore in 13 Zweitliga-Spielen geschossen. Der 30-Jährige ist weiterhin kaum zu stoppen. Gegen Darmstadt war der 1,92 Meter große Stürmer lange überhaupt nicht zu sehen. Doch in der 55. Minute stand er da, wo ein Stürmer stehen muss. Eine butterweiche Flanke von Louis Schaub vollendete Terodde nach einem für ihn typischen und perfekten Laufweg im Strafraum mit einem wuchtigen Kopfball am kurzen Pfosten. Terodde als Türöffner – nicht zum ersten Mal.

Als hätte letztes Jahr sein Bruder für uns gespielt

Cordobas Trefferkonto sieht im Vergleich dazu zwar fast lächerlich aus. Doch die fünf Tore des Kolumbianers in der Zweiten Liga haben Entscheidendes bewirkt: Der Angreifer ist nicht mehr wiederzukennen. Und nun, da der 25-Jährige sogar noch Vater wird, wie am Samstag bekannt wurde, scheint sich für den sensiblen Cordoba in Köln endlich alles zu fügen. Die Fans feierten ihn nach dessen Tor und Auswechslung, viele merken, dass der wuchtige und explosive Arbeiter und Wühler aktuell genauso wichtig ist wie Terodde. „Jhon ist sehr wertvoll für uns. Man hat fast den Eindruck, er ist ein ganz anderer Spieler. So, als hätte letztes Jahr sein Bruder für uns gespielt“, sagte Geschäftsführer Armin Veh lachend nach dem Spiel.

Die mannschaftliche Leistung in Darmstadt mochte gehörigen Anlass zu Gesprächsbedarf gegeben haben, die individuelle Leistung der beiden Stürmer hingegen machte Freude. “Was die beiden da vorne machen, ist wirklich beeindruckend. Ich glaube, Jhon hat heute 90 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen, er hat fast jeden Ball festgemacht – und das sind ja auch keine kleinen Verteidiger gewesen, gegen die er sich durchsetzen musste“ sagte Kölns Abwehrchef Rafael Czichos. „Ich freue mich, dass er sich wieder mit einem Tor belohnt hat.“ Auch Vize-Kapitän Marco Höger fand lobende Worte für Cordoba: “Es tut uns gut, dass beide Stürmer treffen. Man sieht gerade bei Jhon, dass er Selbstvertrauen getankt hat. Er ist mit seiner Körperlichkeit sehr schwer zu verteidigen, das wissen wir aus dem Training. Und das bekommt nun auch jeder Innenverteidiger zu spüren.“

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