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Beeindruckende Moral macht Regensburg so stark

Nach drei Siegen in Folge reist der 1. FC Köln heute Abend zum SSV Jahn Regensburg. Keine leichte Aufgabe für den Effzeh, denn gegen den Tabellenzehnten aus Bayern lassen sich aktuell nur schwer drei Punkte entführen.  

Regensburg – Das Duell zwischen dem SSV Jahn Regensburg und dem 1. FC Köln hat nicht gerade eine lange Tradition. Nur in einer Saison trafen die beiden Klubs bisher aufeinander: Nach dem Abstieg 2012 konnten die Kölner unter Trainer Holger Stanislawski zwei Siege gegen den Jahn einfahren. Und in beiden Partien wurden die Geißböcke erst in der Schlussphase ihrer Favoritenrolle gerecht: Nachdem Daniel Royer den Effzeh im Heimspiel in der 87. Minute zum 2:1-Sieg geschossen hatte, rechnete im Rückspiel schon niemand mehr mit einem Sieg. Nach einem 0:2-Rückstand war es erneut die 87. Spielminute, die in Regensburg die Wende brachte. Erst traf Anthony Ujah zum Anschluss, dann gelang Dominic Maroh der Ausgleich (90.), ehe Sascha Bigalke in der dritten Minute der Nachspielzeit die Partie vollends auf den Kopf stellte und den umjubelten Kölner Sieg brachte.

Trotz sechs Punkten aus den beiden Spielen reichte es für die Kölner am Ende nicht zum Aufstieg. Zwei weitere Duelle gab es in der darauffolgenden Saison jedoch nicht, denn die Regensburger mussten den Gang in die Dritte Liga antreten. Für den SSV kam es sogar noch schlimmer: 2015 stieg der Jahn in die Regionalliga Bayern ab, schaffte aber unter dem heutigen Leverkusener Trainer Heiko Herrlich den direkten Wiederaufstieg und in der Folgesaison sogar den direkten Durchmarsch zurück in Liga zwei. Mit dem geringsten Etat von rund sieben Million Euro in der Zweiten Liga spielten die Regensburger in der vergangenen Saison sogar oben mit und wurden am Ende respektabler Fünfter.

Und auch aktuell läuft es für die Bayern ordentlich: Mit 22 Zählern liegt der heutige Kölner Gegner derzeit auf Rang zehn und hat nur fünf Punkte Rückstand auf den drittplatzierten Union Berlin. Nach den zwei Niederlagen in der Saison 2012/13 will die Mannschaft von Trainer Achim Beierlorzer in diesem Jahr gegen den Effzeh punkten. Schließlich haben die Gastgeber aktuell einen Lauf: Seit zehn Partien haben die Regensburger nicht mehr verloren und bewiesen dabei eine besondere Moral: In jedem der letzten sieben Spielen holte der Jahn einen Rückstand auf und punktete am Ende noch. In eben diesen zehn ungeschlagenen Spielen schossen die Bayern zudem mindestens je ein Tor und stellten damit gleich zwei neue Vereinsrekorde. Die letzte Niederlage des SSV resultiert vom 5. Spieltag beim 0:2 gegen Dynamo Dresden. Danach folgte unter anderem ein beeindruckender 5:0-Erfolg über den aktuellen Tabellenführer Hamburger SV. Mit Marco Grüttner, der in der laufenden Saison schon acht Tore erzielen konnte, stellen die Regensburger zudem derzeit den drittbesten Torschützen der Zweiten Liga.

Einen Wermutstropfen hat die Serie der Regensburger allerdings: Zwar ist das Team seit zehn Spielen ungeschlagen, von den letzten sieben Spielen konnte jedoch auch nur eines gewonnen werden. Sechs Mal trennte sich der Jahn Unentschieden von seinen Kontrahenten. Außerdem konnte die Beierlorzer-Elf in den letzten zwölf Spielen nur einmal seinen Kasten sauber halten. Die Kölner hingegen spielten zuletzt zwei Mal in Folge zu null.

In der Offensive stehen die Gastgeber den Geissböcken jedoch wenig nach: Der Effzeh hat zwar mit 39 Toren mit Abstand die meisten Treffer erzielt, mit 26 Toren liegen die Regensburger in dieser Statistik jedoch auf Rang drei. Die Kölner Abwehr ist also gewarnt. Dagegen hat FC-Torjäger Simon Terodde gute Erinnerungen an Regensburg: 2012 traf der Stürmer für Union Berlin gleich doppelt. Die Kölner hätten heute wohl wenig gegen Teroddes Saisontore 20 und 21 einzuwenden, wenn sie den Regensburgern damit die erste Heimniederlage nach vier Spielen ohne Pleite in der Continental-Arena zufügen könnten.

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