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Koziello glänzt als Sechser – aber das Jahr 2018 ist vorbei

Vincent Koziello bleibt der Pechvogel des 1. FC Köln in dieser Saison. Am Freitagabend beim SSV Jahn Regensburg zog er sich nach einer lange Zeit starken Leistung einen Teilriss des Innenbands im rechten Knie zu. Das bestätigen die Geissböcke am Samstag. Der Franzose muss zwar nicht operiert werden, das Jahr 2018 ist dennoch für den 23-Jährigen gelaufen.

Regensburg/Köln – Vincent Koziello wusste schon auf dem Platz, dass er die nächsten Wochen kein Fußball mehr spielen würde. Nach einem Pressschlag hob der Mittelfeldspieler sofort die Hand, fasste sich danach ans rechte Knie und wurde schließlicht gestützt vom Platz gebracht. Am Samstag dann die Gewissheit: Ein Teilriss des Innenbandes im rechten Knie setzt ihn erneut in dieser Saison außer Gefecht.

Es ist eine bittere Zeit für Koziello. In der Sommervorbereitung erlebte er zwei familiäre Schicksalsschläge, die ihn persönlich belasteten und sportlich beeinflussten. Zu Saisonbeginn kämpfte er sich dann an die Mannschaft heran, erlitt aber im Testspiel in Belgien gegen Beveren eine Schulterverletzung, die ihn mehrere Wochen außer Gefecht setzte. Koziello entschied sich gegen eine Operation, wodurch er nicht, wie befürchtet, monatelang ausfiel, sondern nach wenigen Wochen bereits wieder mit der Mannschaft trainieren konnte.

Nun bekam er gegen Regensburg die nächste Chance von Beginn an und machte seine Sache hervorragend. Etwas überraschend hatte ihn Trainer Markus Anfang auf der Sechs gebracht, nachdem Koziello zuvor maximal als zweiter Sechser, eigentlich aber als Achter eingesetzt worden war. Doch der 23-Jährige zeigte, was Sportchef Armin Veh in ihm sieht – dass Koziello trotz seiner körperlichen Nachteile die Position der Sechs spielerisch erstklassig ausfüllen kann. Regensburg bekam den Franzosen in Hälfte eins nie in den Griff, Koziello war die Schnittstelle zwischen Defensive und Offensive, bewegte sich gekonnt weg vom Gegner und bekam erst in Hälfte zwei Probleme, als der SSV Jahn taktisch umstellte und den Franzosen vielfach doppelte.

Entsprechend geknickt waren die Verantwortlichen nach der Partie, als bereits alles auf einen längeren Ausfall des Franzosen hindeutete. „Dass sich Vincent verletzt hat, ist bitter“, sagte Veh. „Er hat bis dahin sehr gut gespielt. Man hat gesehen, dass er auch die Sechs spielen kann. Er kann sich gut drehen, verteilt gut, ist immer einer, der im Ballbesitz das Spiel weiterleiten kann. Die Sechs ist die Position, auf der man das braucht. Er hat Högi gut vertreten.“ Koziello hatte sich also gerade erst als echte Alternative zu Marco Höger auf der Sechs gezeigt, da musste er den nächsten Rückschlag hinnehmen. Das Jahr 2018 ist für ihn gelaufen. Wann er wieder ins Training einsteigen kann, ist noch offen.

6 Kommentare
  1. Flizzy says:

    Koziello war gestern top und hat gezeigt, dass er einen besseren 6er als Högi abgibt. Seine Technik, Pässe, Laufarbeit und vor allem sein Spiel- und Taktikverständnis sind einfach sehr gut. Davon kann Marco Höger nur träumen. Selbst der Regensburger Trainer hat angemerkt, dass er umstellen musste um Koziello in den Griff zu bekommen. Das sagt schon einiges.

    • Anti Raute says:

      Dennoch ist das nicht ganz richtig. Koziello gehört vor Höger, denn defensive Aufgaben gehören nicht zu den Stärken von Koziello. Deshalb wird Höger auch immer den Vorzug auf der 6 erhalten, das hat etwas mit der Balance zwischen Offensive und Defensive zu tun. Der Konkurrent für Höger ist Özcan, nicht Koziello. Letzterer muss sich mit Schaub und Drexler um einen Platz streiten.

      Tut mir für alle Koziello Fans sehr leid, aber er ist derzeit nur der erste Ersatzspieler für einige Spieler. Da er aber viele Positionen im Mittelfeld spielen kann, wird er immer wieder zu Einsätzen kommen, aber als Stammspieler sieht unser Trainer ihn nicht.

      • Flizzy says:

        Balance? Ich gehe vom jetzigen Kader aus, normalerweise gehört Koziello vor jemand anderes und Höger eigentlich gar nicht mehr auf das Spielfeld. Ich bleibe bei meiner Meinung: Jetzt in der aktuellen Situation (Liga, Kader) erfüllt Koziello die Aufgaben eines 6ers in der Gesamtheit viel besser als Marco Höger.
        Aber ich gebe dir Recht, wenn ein guter 6er vorhanden wäre, gehört Koziello ins ZM/ZOM.

        Was Özcan angeht, der ist viel zu unsicher mit Ball als dass er momentan überhaupt spielen sollte. Und genau deswegen war er auch nicht auf der 6, weil man weiß, dass Salih in der Vorwärtsbewegung zu oft den Ball verliert.

        • Boom77 says:

          Stimme ich voll zu. Auch auf die Gefahr hin, dass es mir wieder als Höger-Bashing ausgelegt wird… Ich finde ihn überhaupt nicht gut. Für mich hat er nichts in der Startelf verloren. Und es ist kein Bashing… Wenn ich einen Spieler für nicht geeignet halte, darf ich das sagen. Das hat nichst mit Höger persönlich zu tun. Man darf auch sagen, dass ein J. Horn nichts in der Startelf von Ral Madrid verloren hat. Beides ist kein Bashing. Beides sind Fakten, die auf der Leistungsfähigkeit der beiden Spieler beruhen.

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