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Wird Kiel-Clique größer? Czichos lobt „knallhartes“ FC-Spiel

Rafael Czichos und Dominick Drexler gehören zu den Leistungsträgern beim 1. FC Köln in dieser Saison. Kritisch beäugt als ehemalige Kieler, die ihrem Trainer Markus Anfang zum Effzeh folgten, beweisen sie längst ihren Wert für die Geissböcke im Aufstiegskampf. Nun wird ein weiterer Storch vom KSV Holstein gehandelt.

Köln – Rafael Czichos kam als Kapitän und Abwehrchef aus Kiel nach Köln, Dominick Drexler folgte einige Wochen später als Topscorer der Störche der vergangenen Saison. Nach den Leistungen der beiden Führungsspieler in Kiel eigentlich keine Überraschung, schließlich war auch Markus Anfang schon zum FC gewechselt. Doch weil beide Spieler schon 28 Jahre alt sind, wurden sie zunächst skeptisch beäugt.

Diese Skepsis hat im Zweitliga-Alltag in den letzten Wochen spürbar nachgelassen. In einer Phase, in der die Kölner vier Spiele in Folge gewinnen konnten, überzeugte Czichos als robuster Innenverteidiger ebenso wie im Spielaufbau, lieferte in Regensburg zudem eine Torvorlage für Drexler. Dieser wiederum kommt immer besser in Fahrt und belohnt sich nach wochenlangen Problemen vor dem gegnerischen Tor nun auch mit eigenen Treffern, nicht nur mit seinen bereits neun Torvorlagen.

„Wir haben in den letzten Wochen ergebnisorientiert gespielt“, beschrieb Czichos den Wandel des FC von einem zwischenzeitlich strauchelnden Favoriten hin zum 18:2-Tore-Lauf in vier Spielen. „In den meisten Partien haben wir auch attraktiven Fußball gezeigt, vor allem aber effektiv und defensiv knallhart gespielt.“ Effektiv vor des Gegners Tor, vor allem aber defensiv auch endlich konsequent und resolut. Neben Czichos tut sich vor allem Jorge Meré darin hervor, kaum mehr Fehler zu machen. Der 28-jährigen Ex-Kieler und der 21-jährige Spanier harmonieren immer besser. Gemeinsam bescherten sie Timo Horn mehrheitlich ruhige Arbeitstage.

Schindler auf Kölns Einkaufsliste?

Nun soll es vor Weihnachten in zwei Heimspielen noch zwei Siege geben. „Wir sollten versuchen, den Vorsprung vor Weihnachten noch einmal auszubauen“, stellte Czichos mit Blick auf die fünf Zähler Vorsprung auf Rang drei klar. „Alles andere als sich zuhause Siege vorzunehmen, wäre Quatsch.“ Der „relativ günstige Spielplan“, wie der Innenverteidiger es nannte, müsse dem FC zum Vorteil gereichen. Magdeburg und Bochum sollen dies zu spüren bekommen, um nicht mit einem Dämpfer in die Winterpause zu gehen.

Dass in der Winterpause personelle Veränderungen anstehen, ist beim 1. FC Köln nicht geplant. Der Kader zeigt inzwischen, dass er tatsächlich mit das Beste der Zweiten Liga verkörpert. Nach dem Abstieg im Sommer hatte es einen ersten Umbruch gegeben, der aber erst im kommenden Sommer, möglichst nach dem geschafften Aufstieg, weitergeführt werden soll. Veränderungen im Winter sind aktuell nur mit Blick auf abzugebende Spieler angedacht. Daher überrascht es nicht, dass der kicker zwar über ein Interesse der Geissböcke an Kingsley Schindler berichtet, allerdings nicht mit Blick auf den kommenden Januar, sondern auf den kommenden Sommer.

Dann wird Schindler ablösefrei sein, und weil sein aktueller Klub Holstein Kiel bereits im Sommer erklärt hatte, den Offensivspieler nicht gegen eine Ablöse ziehen zu lassen, dürfte sich dies auch im Winter nicht ändern. Zumal Kiel erneut oben mitspielt und die Dienste des Angreifers braucht. Denn der 25-Jährige hat in den letzten Wochen wieder die Form der Vorsaison erreicht und zeigt, warum er für den FC interessant wäre. Der Flügelspieler, der in der letzten Saison zwölf Tore erzielte und fünf weitere vorbereitet, war der überragende Kieler in den letzten fünf Spielen: fünf Tore, fünf Vorlagen – der schnelle Schindler wäre eine flexible Waffe in der Offensive für die Geissböcke. Wohl aber erst im Sommer 2019 – dafür ablösefrei aufgrund seines auslaufenden Vertrags und in ein Team mit Anfang, Czichos und Drexler schnell zu integrieren.

5 Kommentare
  1. Ulrich Treimer says:

    An Schindler führt meines Erachtens kein Weg vorbei. Risse und Clemens sind für die 1. Liga nur bedingt tauglich. Clemens ist laufend verletzt und kann keine Defensivaufgaben auch nur halbwegs erfüllen. Und Risse hat nach seiner schweren Verletzung Tempo und Qualität verloren.

    Zusätzlich ist Schindler günstig zu bekommen und der Trainer kann ihn sehr gut beurteilen.

  2. NICK says:

    Ich hätte Schindler ja lieber diese Saision geholt anstatt Drexler. Was jetzt kein Drexler-Bashing sein soll, aber in meinen Augen wäre das ein Spieler für eine Position gewesen, auf der wir nicht so viele Optionen haben wie zentral. Spielen wir nächstes Jahr mit Drexler und Schindler, die sich ja auch noch gut kennen – umso besser…

  3. OlliW says:

    Denke auch, dass der Kerl eine gute Wahl ist. Sollte man sich nicht von Mainz und Co wegschnappen lassen. Düsseldorf soll auch dran sein. Aber Schindler mag bestimmt lieber mal 1. Liga spielen. Ablösefrei ist ein feiner Bonus. Gerne aber schon ab Januar!

  4. Anti Raute says:

    Schindler mag ja ein guter Spieler sein, aber ob er auch in die Mannschaft passt? Da er im Sommer ablösefrei ist, werden wir mit Sicherheit nicht die einzigen sein, die Schindler verpflichten wollen. Aber Düsseldorf spielt in der kommenden Saison eher 2. als 1. Liga und bei uns ist es wohl genau anders herum, daher sehe ich Düsseldorf nicht als Konkurrent an, eher Mainz, Freiburg und Augsburg.

    Risse kommt mir hier zu schlecht weg, der ist in Normalform ein Stammspieler bei uns. Ob ein Schindler diesen sofort verdrängen kann, wage ich mal in Frage zu stellen. Bei Clemens sieht die Sache anders aus, aber ob Schindler mit einem Kaderplatz hinter Risse zufrieden wäre, der wird den Kampf mit Risse aufnehmen müssen, das kann und macht nicht jeder Spieler.

    Viele tun hier so, als wäre eine Garantie, dass Schindler uns besser machen würde. Davor möchte ich warnen, wenn der so gut wäre, dann würde der jetzt nicht noch in Kiel spielen, sondern längst bei einem Erstligisten.

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