,

Eine Woche vor dem Start: Die Erkenntnisse des Testspiels

Der 1. FC Köln hat seinen Härtetest bestanden: Im letzten Vorbereitungsspiel vor den richtungsweisenden Partien gegen Union Berlin, Aue und St. Pauli hat der Effzeh einen 2:1 (2:0)-Sieg gegen den Ligakonkurrenten aus Bochum eingefahren. Das Spiel lieferte noch einmal letzte Erkenntnisse der Wintervorbereitung. 

Köln – Anhängern des VfL Bochum konnte am Mittwochabend nach 14 Minuten im Testspiel gegen den 1. FC Köln Angst und Bange werden. Bereits zwei Mal hatte Jhon Cordoba nach nicht einmal einer Viertelstunde Manuel Riemann im Tor der Bochumer überwinden können. VfL-Trainer Robin Dutt hörte man seinen Unmut spätestens nach dem missglückten Rückpass, der letztendlich zum vergebenen Foulelfmeter von Simon Terodde führte, deutlich an: „Leute, sollen wir nach Hause fahren? Wir schlafen hier rum“, lautete die Ansage an seine Mannschaft. Doch die Führung der Kölner hatte mitnichten nur an der schwachen Leistung der Gäste gelegen, insbesondere im ersten Durchgang präsentierte sich der Effzeh in allen Belangen überlegen.

Hohes Pressing zwingt Bochum zu Fehlern

Vor allem mit dem frühen Pressing weit in der gegnerischen Hälfte konnten die Kölner den VfL immer wieder in Bedrängnis bringen und zu Fehlern zwingen. Mit hoher Passsicherheit schafften es die Geißböcke immer wieder in aussichtsreichen Abschlusspositionen vor Riemann aufzutauchen. Dabei überzeugte auch Winter-Neuzugang Johannes Geis mit einer hohen Ballsicherheit und Übersicht in der Spielverlagerung. Defensiv bekam die Anfang-Elf im ersten Durchgang nur kaum etwas zu tun. Die wenigen Flanken in den Strafraum von Timo Horn konnte die Abwehr um Jorge Meré ohne größere Mühen verteidigen. Der Spanier hat sich auch in der Wintervorbereitung einmal mehr als zentraler Spieler des Abwehrverbundes ins Licht gespielt und überzeugte mit starker Antizipation und Spieleröffnung. Doch zum Spieler des Spiels avancierte am Mittwochabend eindeutig Jhon Cordoba. Der Kolumbianer machte ohne Verluste dort weiter, wo er vor der Winterpause aufgehört hatte. Schon in den Trainingseinheiten zeigt sich der bullige Stürmer treffsicher und auch im Testspiel stellte Cordoba seine Abschlussqualitäten wieder unter Beweis. Auch in der Ballverarbeitung, Spielverlagerung und Übersicht für den besser postierten Mitspieler ist der 25-jährige im Vergleich zur Vorsaison nicht mehr wieder zu erkennen.

Nach der Pause folgt der Bruch

In der Halbzeitpause mussten Simon Terodde angeschlagen für Serhou Guirassy und Niklas Hauptmann für Salih Özcan in der Kabine bleiben. Insbesondere Hauptmann und Özcan werden sich in den letzten Trainingseinheiten vor Union Berlin wohl einen Zweikampf um den Startelfplatz des verletzten Louis Schaub liefern. Während Hauptmann sehr engagiert auf dem Platz unterwegs war und sich auch über die Vorlage zum 1:0 freuen konnte, litt Özcan auch unter der  schwächeren Leistung der gesamten Mannschaft im zweiten Durchgang. „Wir sind schleppend reingekommen“, sah auch Markus Anfang eine weniger ansprechende zweite Hälfte.

Der Effzeh schien dem hohen Tempo der ersten Halbzeit Tribut zollen zu müssen, denn von dem hohen Pressing aus dem ersten Durchgang war nur noch wenig zu sehen. Bochum nutzte diese Chance und kam durch Ganvoula Mitte der zweiten Hälfte zum verdienten Anschlusstreffer. Nach vorne hin lief bei den Gastgebern nur noch wenig zusammen, größere Chancen konnte sich der Effzeh nicht mehr herausspielen. Auch Guirassy konnte kein Empfehlungsschreiben für einen Platz unter den ersten Elf abliefern, vielmehr leitete er mit seinem verunglückten Rückpass den Treffer von Ganvoula mit ein. Auszeichnen durfte sich hingegen Timo Horn, der mehrfach sehenswert weitere Treffer des VfL verhindern konnte und seiner Mannschaft somit den Sieg im letzten Testspiel sicherte.

War die Startelf ein Vorgeschmack auf Berlin?

Bereits zu Beginn der Woche hatte Markus Anfang angekündigt, den Spielern, die für den Start in Berlin derzeit die Nase vorn zu haben scheinen, mehr Spielzeit zu geben. So verwunderte es, dass der bei Union gesperrt fehlende Jonas Hector schlussendlich 88 Minuten auf dem Feld stand. Die verbleibenden zehn Startspieler von Mittwoch könnten jedoch auch heute in einer Woche wieder zu Spielbeginn auf dem Platz stehen. Jorge Meré ist im Zentrum der Dreierkette nicht wegzudenken und auch Benno Schmitz hat die Nase derzeit deutlich vor Matthias Bader. Sollte Rafael Czichos rechtzeitig fit werden, wird er die Abwehr komplettieren. Aufgrund der zahlreichen verletzten Spieler im defensiven Mittelfeld wird auch Neuzugang Johannes Geis wohl zu einem Pflichtspieldebüt im FC-Dress kommen. Darüber hinaus sind Drexler, Terodde und Cordoba gesetzt. Die offene Position von Louis Schaub gilt es für Anfang jedoch anders zu besetzen: Die Entscheidung, ob Hauptmann oder Özcan den Vorzug bekommt, wird der Trainer wohl erst in der letzten Trainingswoche treffen. Und auch der gegen Bochum blass gebliebene Marcel Risse könnte noch von Christian Clemens aus der Startelf verdrängt werden. Florian Kainz hat seine Sache nach nur wenigen Trainingseinheiten mit der Mannschaft bereits ordentlich gemacht und dürfte neben Geis der zweite Neuzugang in der Startelf werden.

Mit dem 2:1-Erfolg über Bochum können die Kölner nun mit einem Erfolgserlebnis in die letzten Trainingseinheiten vor dem Kracher-Start gegen Union Berlin gehen. Für den Effzeh war es der zweite Testspielsieg nach dem 3:1 über Groningen. Markus Anfang und seiner Mannschaft bleibt nun noch eine Woche Zeit, um die gewonnenen Erkenntnisse der Vorbereitung im Training umzusetzen.

3 Kommentare
  1. major says:

    Beim Elfer dachte ich schon vor der Freigabe: „Den verhaut er jetzt extra“.
    Für ein Testspiel kein unsympathischer Zug. Es ging um nichts, Elfer kann man auch zuhause üben und in der Phase hatte Bochum nichts entgegen zu setzen. Hauptsache, keiner hat sich verletzt.
    Testosteron muss nicht immer Recht haben ;)

  2. Gerd Mrosk says:

    Vllt wär ein kluger Rückpass auf Timo taktisch klüger gewesen,um was Ruhe rein zu bringen.Ernsthaft Ich bin eher froh das man nicht 4 oder 5:0 führt und dann nicht mehr gefordert wird So konnte man ziemlich klar sehen das da noch die Woche auch gebraucht wird

  3. Jhen says:

    Einfach widerlich, wie versucht wird die Spieler gegeneinander auszuspielen. Sonja, hättest mal in die Arena gehen sollen um zu erleben was ein Team ist. In der 2. Halbzeit bekam der FC erst wieder Grund unter die Füße als Anfang ein 4-1-4-1 System spielen ließ, das geschah in den letzten 15 Minuten. Und wer war da auf dem Platz?

Dein Kommentar

Willst du an der Diskussion teilnehmen?
Mache mit!

Schreibe einen Kommentar