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Matchwinner Modeste: Dafür hat ihn der FC zurückgeholt


Der 1. FC Köln war mit der Rückholaktion von Anthony Modeste ins Risiko gegangen – und noch ist nicht klar, ob sich dieses Risiko in einer Ablösesumme niederschlagen könnte. Doch bereits nach zwei Kurzeinsätzen des Torjägers zeichnet sich ab, dass der Effzeh für die kurzfristigen Ziele die richtige Entscheidung getroffen haben könnte.

Köln – Es lief die 78. Minute. Nach einem über weite Strecken leblosen Auftritt gegen den SV Sandhausen stand es 1:1. Deutlich zu wenig für die eigenen Ansprüche. Markus Anfang zog sein letztes Ass aus dem Ärmel. Er schickte Angreifer Anthony Modeste auf das Feld. Und der Franzose sollte vor 49.600 Zuschauern ein spektakuläres Heim-Comeback feiern.

Umso schöner, dass er noch die zwei Tore gemacht hat

Nur fünf Minuten nach seiner Einwechslung spielte Jhon Cordoba den ebenfalls eingewechselten Louis Schaub auf der linken Seite frei. Der Österreicher schaute hoch, flankte und fand Modeste am langen Pfosten. Der Stürmer stieg im Rückwärtslaufen hoch und köpfte zum 2:1 ein. Der Siegtreffer. Modeste jubelte an der Eckfahne vor der Südkurve. Alle Dämme brachen. Und weil der 30-Jährige sogar noch ein zweites Tor nachlegte, standen nach 90 Minuten drei Punkte und der dringend benötigte Sieg fest.

Nach dem Spiel wusste Trainer Markus Anfang, bei wem er sich für den Arbeitssieg zu bedanken hatte: “Ab der 75. Minute haben wir gemerkt, dass wir noch einen Impuls brauchen. Den haben wir mit Tony gesetzt. Umso schöner, dass er noch die zwei Tore gemacht hat”, freute sich der FC-Coach über den Doppelpack des Franzosen – und seinen gut gespielten Trumpf.

So zurückzukommen, ist fast nicht in Worte zu fassen

Ein halbes Jahr lang hatte Modeste kein Pflichtspiel mehr bestritten. Knapp drei Monate musste der Franzose nach seiner Rückkehr zum 1. FC Köln auf seine Spielgenehmigung warten. Eine lange Leidenszeit, in die der Tod seines Vaters fiel. Wie viel ihm die Rückkehr auf den Platz bedeutete, zeigte der Angreifer schon bei seinem Tränen-Comeback in Paderborn. “Keiner kann verstehen, was in meinem Leben und meinem Kopf passiert. Ich will mich auf dem Platz auf meinen Job konzentrieren, um unsere Ziele zu erreichen”, sagte der 30-Jährige nach dem Heimsieg gegen Sandhausen.

“Tony hat eine unglaublich schwierige Phase hinter sich. So zurückzukommen, ist fast nicht in Worte zu fassen. Ich freue mich persönlich für ihn, dass er zeigen kann, was er kann, und ich hoffe, dass er uns mit seinen Toren zum Aufstieg schießt”, beschrieb Keeper Timo Horn die Gefühlswelt seines Teamkollegen.

Ich wollte schon früher rein

Knapp 40 Minuten hat Modeste nun als Spielminuten auf dem Konto. Drei Tore stehen bereits zu Buche. Am Samstag durfte er sich das erste Mal seit dem emotionalen 20. Mai 2017 wieder von den Fans, die ihn einst auf Händen durch das Stadion getragen hatten, wieder feiern lassen. Der Franzose genoss jede Sekunde, auch schon zuvor auf dem Platz. Und wäre es nach ihm gegangen, er wäre gegen Sandhausen bereits eher in die Partie gekommen. „Es hat ein bisschen lange gedauert, ich wollte schon früher rein“, sagte der Franzose.

Jetzt will der Franzose mehr. Er will den Domstädtern helfen, um zurück in die Bundesliga zu kommen. „Ein geiler Sieg für uns und für das ganze Stadion, aber jetzt erwartet uns in Aue ein schweres Spiel“, blickte Modeste voraus. Ob der 30-Jährige nach seinen drei Toren erstmals von Beginn an ran darf, ist offen. Markus Anfang weiß: Jhon Cordoba traf in den letzten drei Spielen viermal. Simon Terodde hat mit 23 Treffern seine Ausnahmestatus in Liga zwei bereits nachgewiesen. Und mit Modeste hat der FC-Coach den besten Joker der Liga auf der Bank. Wenn es jetzt nicht die vielen anderen Baustellen im FC-Gebilde gäbe, die Freude über die Modeste-Rückkehr wäre im Umfeld wohl noch viel größer.

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