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„Niemand kann verstehen, wie schwierig das für mich war“

Es hätte ein märchenhafter Abend werden können für Anthony Modeste und den 1. FC Köln. Stattdessen wurde es ein ernüchterndes Erlebnis, das einem Tiefschlag gleichkam. Die 2:3-Niederlage der Geissböcke beim SC Paderborn versetzte den FC in einen Schock. Dabei hätten das Team und Modeste selbst einen Erfolg dringend benötigt.

Aus Paderborn berichtet Sonja Eich

Es lagen genau drei Minuten und 50 Sekunden zwischen seiner Einwechslung und seinem ersten Tor für den FC nach 653 Tagen: Anthony Modeste, erst am Donnerstag mit der Spielgenehmigung ausgestattet, machte sich in der 69. Minute in Paderborn bereit, um Simon Terodde zu ersetzen. In der 73. Minute reagierte er im Strafraum am schnellsten, um eine Flanke von Florian Kainz mit dem Außenrist ins gegnerische Tor zu befördern.

Anthony Modeste, das Tor-Phänomen des 1. FC Köln: Zuletzt hatte er am 32. Spieltag der Saison 2016/17 im Heimspiel gegen den SV Werder Bremen doppelt getroffen. Nun netzte er direkt nach seiner ersten Einwechslung wieder für Köln. „Viele Leute haben gesagt, ich hätte mein Spiel verloren. Aber ich kann immer noch kicken“, sagte der 30-Jährige nach der Partie. Nach seinem Tor zum zwischenzeitlichen 2:0 für die Geissböcke habe er sich wie der glücklichste Mensch der Welt gefühlt. Nach den 90 Minuten jedoch „bin ich der traurigste, weil wir verloren haben“, sagte Modeste. „Denn die Mannschaft ist am wichtigsten.“ Und die hatte das Spiel trotz Zwei-Tore-Führung in der Schlussphase noch komplett aus der Hand gegeben.

Erst Tränen, dann Enttäuschung

Ein Tiefschlaf bei einem Freistoß, zwei Sonntagsschüsse aus der zweiten Reihe – und schon standen der FC und Modeste am Freitagabend mit leeren Händen in der Benteler-Arena da. Dabei hätte die Mannschaft nach dem 4:1 gegen den FC St. Pauli ein weiteres Erfolgserlebnis dringend benötigt. Und auch Modeste persönlich hätte nach schwierigen letzten Monaten am liebsten gefeiert. Die Streitigkeiten mit China, die Hängepartie um seine Rückkehr zum FC, dazu der Tod seines Vaters. Auch deshalb war Modeste unmittelbar nach seinem Tor auf dem Rasen in Tränen ausgebrochen. „Niemand kann verstehen, wie schwierig das alles für mich war“, sagte der Stürmer später.

Die Tränen nach dem Tor schlugen in bittere Enttäuschung nach dem Schlusspfiff um. „Peinlich“ nannte Modeste die Niederlage und blickte auf die kommenden Wochen: „Ich hoffe, das rächt sich am Ende der Saison nicht.“ Am Wochenende können die Geissböcke in der Tabelle vorübergehend durchgereicht werden – bis auf Platz fünf wäre ein Abrutschen möglich. Da der FC das Nachholspiel in Aue in der Hinterhand hat, könnte Köln dies dann nachträglich noch korrigieren. Und nachdem Modeste nun spielberechtigt ist, hat die Verschiebung der Partie im Erzgebirge nachträglich noch etwas Gutes. Andernfalls hätte der Franzose in Aue noch gefehlt. So kann er mithelfen, die Niederlage in Paderborn vergessen zu machen.

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