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Das Gremium, das über Veh und Spinner entscheiden könnte

Der Gemeinsame Ausschuss des 1. FC Köln hat sich nach GBK-Informationen am Mittwochnachmittag getroffen. Der einzige Tagesordnungspunkt: der Konflikt zwischen Präsident Werner Spinner und Geschäftsführer Armin Veh. Ob das Vereinsgremium zu einem Entschluss über den weiteren Gang der Dinge kommen wird, ist offen. Auch, ob eine potentielle Entscheidung noch am Abend kommuniziert werden würde.

Köln – Sieben Köpfe, sieben Stimmen, eine Mehrheitsentscheidung: Der Gemeinsame Ausschuss (GA) ist das Organ des 1. FC Köln für die wichtigsten Entscheidungen während einer Amtsperiode. Die beiden Geschäftsführer Armin Veh und Alexander Wehrle sind in diesem Gremium nicht anwesend. Doch um Veh und dessen Äußerungen gegenüber Vereinsboss Spinner soll es am Mittwoch gehen. Wer im GA sitzt – hier der Überblick.

Werner Spinner

Der 70-Jährige ist seit 2012 Präsident des 1. FC Köln. Das ehemalige Vorstandsmitglied der Bayer AG führte den FC nach dem Abstieg und dem Fast-Konkurs aus dem Tal der Tränen. Mit Alexander Wehrle und Jörg Schmadtke gelang es Spinner, den FC wieder in ruhige Zeiten und schließlich gar in die Europa League zu manövrieren. Spinner galt als Fan-nah und setzte sich für eine Demokratisierung der Satzung ein. Seit 2016 aber kam immer mehr Kritik an Spinner auf, Gerüchte um eine Rücktritt gab es bereits im Sommer und Herbst 2018 nach der Herz-Operation des Präsidenten. Doch Spinner will seine Amtszeit bis September 2019 erfüllen. Ob er danach noch einmal für ein Amt zur Verfügung stünde, ist bislang nicht bekannt.

Toni Schumacher

Der „Tünn“ feiert am Mittwoch seinen 65. Geburtstag. Seine Vita ist beim FC hinlänglich bekannt. Der Double-Torhüter wurde mit Spinner und Markus Ritterbach zusammen als Vizepräsident in den Vorstand gewählt. Zuletzt spaltete der emotionale Europameister von 1980 die Fanszene und Mitglieder. Ihm werden Ambitionen auf das Amt des Präsidenten nachgesagt. In jedem Fall will er über die aktuelle Amtszeit hinaus dem Vorstand angehören. Sein Verhältnis zu Werner Spinner ist schon länger gestört. Mit Armin Veh hingegen spricht Schumacher häufig und offen, zuletzt feierten sie gemeinsam Rosenmontag auf der Tribüne.

Markus Ritterbach

Der ehemalige Präsident des Kölner Karnevals gilt als das kommunikativste Vorstandsmitglied. Der 55-Jährige versuchte in den letzten Jahren immer wieder die Konfliktherde einzudämmen, bezog dabei aber nur selten klar Stellung. Ritterbach möchte wie Schumacher dem nächsten Vorstand angehören und weiß, dass er das wohl nur ohne Spinner wird erreichen können. Er ist auch deshalb das einzige Vorstandsmitglied, das noch regelmäßig mit dem Mitgliederrat spricht. Zu Alexander Wehrle und Armin Veh pflegt der Funktionär ein weitgehend störungsfreies Verhältnis. Zwischen Spinner und Ritterbach gab es in der Vergangenheit häufig Probleme, die sich zumindest auf Arbeitsebene immer wieder normalisierten.

Lionel Souque

Der Rewe-Chef ist Vorsitzender des Aufsichtsrats und dadurch im GA vertreten. Der 47-Jährige ist ein glühender FC-Fan, emotional dabei und gilt als begeisterungsfähig in allen Belangen des Klubs. Trotz seiner Aufgaben als Vorstandsvorsitzender der Rewe Group investiert der Franzose viel Zeit in seine Arbeit als Gremienmitglied der Geissböcke und lässt sich ständig auf den neuesten Stand vereinspolitischer Entwicklungen bringen. Lange galt er als Unterstützer Spinners, zuletzt soll er die Rolle des FC-Präsidenten aber als kritischer wahrgenommen haben. Wie er zu Armin Veh steht, ist nicht bekannt.

Dr. Karl-Ludwig Kley

Der 67-Jährige gehört als Vorsitzender des FC-Beirats dem Gemeinsamen Ausschuss an. Er war von 1998 bis 2006 im Vorstand der Lufthansa AG als Finanzchef (CFO) und ist heute noch Aufsichtsratsvorsitzender der Fluggesellschaft. Er stand zudem der Geschäftsleitung des Chemie- und Pharmakonzerns Merck vor und wurde 2015 vom manager magazin zum „Manager des Jahres“ in Deutschland gekürt. Kley ist seit vielen Jahren im FC-Beirat tätig und gehörte zu jenen, die Spinner 2012 persönlich davon überzeugten, das Präsidentenamt zu übernehmen.

Stefan Müller-Römer

Der Anwalt für Urheber- und Medienrecht sitzt als Vorsitzender des Mitgliederrats im Gemeinsamen Ausschuss. „Der mit den Haaren“ trat erstmals unter Präsident Wolfgang Overath als Sprecher der Fan-Initiative fc:reloaded in Erscheinung. Später gehörte er zu den Mitgliedern, die an der neuen FC-Satzung mitwirkten. Damals noch arbeitete Müller-Römer eng mit Werner Spinner zusammen. In den vergangenen Jahren überwarfen sich der Mitgliederratschef und der FC-Präsident jedoch. Es gilt als sicher, dass Müller-Römer Spinner nicht noch einmal für eine neue Amtszeit empfehlen würde.

Dr. Carsten Wettich

Der zweite Anwalt aus dem Mitgliederrat, der im Gemeinsamen Ausschuss sitzt: Wettich ist Experte für Unternehmens- und Gesellschaftsrecht und wurde, wie auch Müller-Römer, zur Gründung des Mitgliederrates 2013 in das Gremium gewählt. Seit 2015 ist Wettich stellvertretender Vorsitzender und damit auch im GA. Für Wettich gilt Ähnliches wie für Müller-Römer: Das Verhältnis zum gesamten FC-Vorstand gilt als unterkühlt. Allerdings sieht Wettich auch einige wirtschaftliche Entscheidungen der Geschäftsführung als kritisch an.

1 Antwort
  1. Ulrich Treimer says:

    Der gemeinsame Ausschuß ist eigentlich gut aufgestellt. Es sollte doch möglich sein, dass diese klugen und erfahrenen Köpfe eine vernünftige Lösung hinbekommen. Es sollte nur jeder verinnerlichen, dass es um den FC geht und nicht um persönliche Eitelkeiten. Aufgrund persönlicher Eitelkeiten sind wir letzte Saison abgestiegen.

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