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Fußballlehrer Pawlak: „Ich will einen richtigen Start erleben“

Seit Donnerstag ist Andre Pawlak frischgebackener Fußballlehrer. Der Trainer der U21 des 1. FC Köln hat damit seine Trainerausbildung offiziell abgeschlossen. Nun will er sich mit ganzer Kraft dem Abstiegskampf seiner Mannschaft widmen – und im Sommer beim FC bleiben und mit der U21 angreifen. 

Köln – Die U17 des 1. FC Köln konnte es am Samstag nicht vormachen. Im Duell gegen die Nachwuchsspieler von Borussia Dortmund unterlagen die B-Junioren im Topspiel deutlich mit 0:3 (0:3). Am Montagabend kommt es zum zweiten von drei Nachwuchsduellen zwischen den beiden Klubs, wenn die zwei Regionalliga-Teams aufeinander treffen. Die U19-Mannschaften beschließen dann in einer Woche die Köln-Dortmunder-Tage.

Am Montagabend muss also die Pawlak-Elf vor heimischem Publikum gegen den Tabellenfünften ran. Es ist die nächste hohe Hürde auf dem Weg zum Klassenerhalt, doch die letzte gegen Borussia Mönchengladbach II meisterten die Jung-Geissböcke mit einem 3:0-Sieg bravurös. Es war der dritte Sieg in Serie und der fünf Erfolg in den letzten sieben Spielen. Wichtige Punkte, die die Kölner U21 auf Rang 15 und damit in Reichweite der Rettung gespült hat. Pawlak hat daran einen großen Anteil, nachdem er im November eine am Boden liegende und in der Tabelle abgeschlagene Truppe übernommen hatte.

Rettet Pawlak zum zweiten Mal die U21?

Pawlak gilt, obwohl schon 48 Jahre alt, beim FC als großes Trainertalent. Bereits seit 18 Jahren steht der gebürtige Gelsenkirchener an der Seitenlinie, führte den KFC Uerdingen vor drei Jahren in die Regionalliga, wechselte dann nach Köln, übernahm die U17, wurde jedoch schnell erstmals in die U21 berufen. Der Co-Trainer von Patrick Helmes, Uwe Fecht, war zusammengebrochen und verstarb wenig später. Helmes trat daraufhin zurück, Pawlak übernahm eine psychisch angeschlagene Truppe, baute sie auf und führte sie schließlich, wenn auch denkbar knapp, zum Klassenerhalt.

Im Sommer verabschiedete er sich dann in die Fußballlehrer-Auszeit, wollte sich eigentlich ganz auf die Weiterbildung konzentrieren. Unter anderem absolvierte er ein Praktikum in Japan, auch bei Markus Anfang hospitierte er. Bis die U21 erneut rief, da Markus Daun entlassen worden war. Pawlak sprang wieder ein, und erneut sieht es danach aus, als ob dem 48-Jährigen die Rettung gelingen könnte. Ein Erfolg, den aufgrund der verheerenden zehn Punkte aus den ersten 17 Spielen nur wenige erwartet hätten.

Es werden Türen aufgehen

Im Schlussspurt der Saison kann sich Pawlak zudem auch voll auf seine Mannschaft konzentrieren. Die Prüfungen für den Fußballlehrer liegen hinter ihm, die Doppelbelastung ist vorüber. „Ich habe noch mal einen Schritt als Trainer gemacht, fühle mich noch kompletter“, sagte Pawlak im Gespräch mit dem GEISSBLOG.KOELN und machte keinen Hehl daraus, dass die höchste Trainerlizenz in Europa einen besonderen Wert einnimmt. „Der Fußballlehrer bedeutet eine Chance, weiterzugehen und den nächsten Schritt zu machen“, sagte Pawlak. „Es werden Türen aufgehen.“

Mit einem Wechsel will Pawlak allerdings nicht kokettieren. „Ich habe noch zwei Jahre Vertrag. Ich fühle mich sauwohl beim FC, die Arbeit mit der Mannschaft macht enorm viel Spaß“, sagte Pawlak und stellte fest: „Ich bin fest davon überzeugt, dass wir den Klassenerhalt schaffen werden.“ Sollte dieser tatsächlich gelingen, hofft Pawlak auf die Belohnung durch den FC – in Form der dauerhaften Ernennung zum U21-Coach. „Ich würde mich freuen, mit der Mannschaft auch mal in eine Saison starten zu dürfen und nicht erst im November dazu zu kommen. Einen richtigen Start würde ich sehr gerne erleben.“

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