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„Das machen die Stars“: Drexler legt Innenleben offen


Der 1. FC Köln hat an Ostersonntag nicht nur ein 0:3 bei Dynamo Dresden kassiert. Vor allem trat die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit offen zu Tage. Mit einem einzigen Satz legte Mittelfeldspieler Dominick Drexler nach dem Spiel den Finger in genau jene Wunde, die beim FC seit Monaten schwelt. Der Satz lautete: „Das machen die Stars.“

Ein Kommentar von Marc L. Merten

Ein Satz wie ein Fallbeil. Dominick Drexler stapfte wenige Minuten nach dem Abpfiff wütend vom Rasen und an den wartenden Journalisten vorbei, als diese fragten, ob der 28-Jährige für ein Statement zum Spiel zur Verfügung stünde. Drexlers einziger Kommentar lautete: „Das machen die Stars.“

Wen er meinte, spielt keine Rolle. Vermeintliche Stars gibt es in dieser Mannschaft genug, haben genügend von ihnen doch schon viele Dutzend Bundesliga-Spiele auf dem Buckel, teils inklusive internationaler Erfahrung. Vielmehr als eine Anklage in Richtung Einzelner legte der Satz das Innenleben der Kölner schonungslos offen. Einerseits: Dem Effzeh geht die Aufstiegsflatter. Und das trotz sechs Siegen und acht ungeschlagenen Spielen in Folge, acht Punkten Vorsprung auf Rang drei und der fast sicheren Rückkehr in die Bundesliga vor Augen.

Reicht der Aufstieg alleine als Erfolg nicht aus?

Andererseits: Diese Mannschaft ist nur eine Zweckgemeinschaft. Sie vereint das eine Ziel: der Aufstieg. Dieses ist so gut wie erreicht. Und plötzlich kehren alte Muster zurück. Fehlt die mannschaftliche Geschlossenheit zumindest auf dem Platz, kann jeder Gegner in dieser Liga gegen Köln zum Torerfolg kommen. Ob der Tabellenletzte Duisburg oder der nächste Abstiegskandidat aus Dresden. Das sind keine Anzeichen für die Stärke der Zweiten Liga, sondern für die Schwäche des Kölner Teamgefüges – auch neben dem Platz.

Der gemeinsame Erfolg, das betonten in den letzten Wochen immer wieder Spieler wie Timo Horn und Marco Höger, schweiße zusammen. Diese Mannschaft und dieses Trainerteam müssten erst gemeinsam Erfolge feiern, um zu einer Einheit zu werden. Man sei auf einem guten Weg, hieß es zuletzt mehrfach. Die Niederlage in Dresden und ihre Begleitumstände haben allerdings offenbart, dass bis dahin noch ein weiter Weg vor dem FC liegt. Und dass die Risse, die in den letzten Monaten immer wieder durchschimmerten, keineswegs nur von außen auf den FC projiziert wurden. Der Aufstieg alleine reicht womöglich nicht als Erfolg aus, um diese Probleme zu beheben. Womöglich muss Sportchef Armin Veh im Sommer nicht nur sportlich, sondern auch menschlich den sportlichen Bereich noch einmal umbauen.

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