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Dresden-Debakel als deutliche Warnung an Armin Veh

Dresden deckt Kölner Schwachstellen gnadenlos auf

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Mit einer erschreckend schwachen Leistung hat sich der 1. FC Köln in Dresden selbst um eine mögliche Aufstiegsfeier gegen Darmstadt 98 gebracht. Doch weniger die verpasste Vorentscheidung machte am Sonntag Sorgen, als viel mehr die Art und Weise, wie die Kölner aufgetreten waren. Das 0:3 war ein klarer Schuss vor den Bug und eine deutliche Warnung an Armin Veh, dass dieser Kader weit davon entfernt ist, Bundesliga-tauglich zu sein. 

Dresden/Köln – Nach sechs Siegen in Folge schien alles nur noch eine Frage der Zeit zu sein, ehe die Kölner den Aufstieg perfekt machen würden. Doch schon die zwei Unentschieden gegen den MSV Duisburg und den Hamburger SV legten einen ersten Schleier über die zaghaft aufkommende Aufstiegsstimmung. Die Leistungsverweigerung in Dresden wischte diese dann gänzlich vom Tisch. Die Vorstellung in Dresden war im Zustandekommen wie auch im Ergebnis ein klarer Fingerzeig, dass im Sommer auf fast allen Positionen nachgebessert werden muss.

Defensive nicht Bundesliga-tauglich

Dynamo Dresden demonstrierte am Ostersonntag, wie man diesen Effzeh knacken kann – und wo die größten Baustellen im Kölner Kader liegen. Die FC-Defensive wurde unzählige Male mit einfachen Bällen überspielt. Den schnellen Berko und Duljevic konnten Meré, Czichos, Höger und Geis meist nur hinterher schauen. Die Gegentore zum 0:1 und 0:2 waren beispielhaft für das, was der FC schon gegen den MSV Duisburg erlebt hatte: Zwei lange Bälle aus der eigenen Hälfte heraus, einfache Zweikampfgewinne im Mittelfeld und schon waren die Schwarz-Gelben auf und davon in Richtung Timo Horn.

Markus Anfang sprach in dieser Saison immer wieder davon, wie stark die Zweite Liga sei. Doch zur Erinnerung: Am Sonntag in Dresden liefen die Topstürmer der Liga nicht beim Gegner auf, sondern beim FC. Mit Erich Berko schoss ein Spieler gegen Köln zwei Tore, der in 24 Einsätzen zuvor gerade einmal vier Treffer erzielt und eines vorbereitet hatte. Haris Duljevic hatte in 20 Spielen zuvor gar noch überhaupt nicht getroffen, machte dann aber mit der Kölner Abwehr, was er wollte. Ganz so, als sei er der 28-Tore-Stürmer, den man eigentlich in den Reihen des FC vermutet hatte. Und der MSV zehn Tage zuvor war sogar die schlechteste Offensive der Liga gewesen und hatte trotzdem viermal getroffen. Wenn es schon unterdurchschnittlichen Zweitliga-Mannschaften wie Dresden (mit Atik, Berko und Duljevic) oder Duisburg (mit Stoppelkamp, Souza und Iljutcenko) gelingt, drei respektive vier Tore gegen den Tabellenführer zu erzielen, schwant einem Böses, wenn man auf die Offensivkräfte der besten Bundesliga-Mannschaften schaut. Nicht auszudenken, was die Angriffsreihen des FC Bayern oder Borussia Dortmund am Sonntag mit den Geissböcken angerichtet hätten.

Fast auf allen Positionen Handlungsbedarf

Für die Bundesliga jedenfalls hat der 1. FC Köln in der Defensive auf allen Positionen großen Handlungsbedarf. Benno Schmitz und Matthias Bader spielen schon seit Monaten keine Rolle mehr. Frederik Sörensen wurde vom Verein abgeschrieben, obwohl er neben Jorge Meré der einzige Verteidiger im Kader ist, der seine Bundesliga-Tauglichkeit schon nachgewiesen hat. Rafael Czichos und Lasse Sobiech können dies noch nicht von sich behaupten und bekamen zuletzt in der Zweiten Liga ernsthafte bis besorgniserregende Probleme mit schnellen Gegenspielern. Jonas Hectors Klasse ist unbestritten, allerdings gibt es seine beste Position als Linksverteidiger aktuell nicht. Und für Jannes Horn gilt, was für Schmitz und Bader ebenso gilt.

Dazu kommt das große Loch, das sich im defensiven Mittelfeld auftut. Marco Höger ist ohnehin dort und nicht auf der Vier zuhause, doch auf beiden Positionen schon in der Zweiten Liga läuferisch ebenso unterlegen wie Johannes Geis. Höger zumindest gilt jedoch als wichtiger Routinier im Kölner Kader, der zudem noch über einen Vertrag bis 2021 verfügt. Der Vertrag von Matthias Lehmann hingegen wird nicht verlängert werden, und auch Salih Özcan steht wohl vor dem Absprung, nachdem er es erneut nicht in den Kader geschafft hatte. Zudem bestätigte Geis am Sonntag in Dresden die Zweifler, die ihm keinen neuen Vertrag geben würden. Armin Veh muss sich gut überlegen, ob er mit dem ehemaligen Schalker verlängern will. Für die Bundesliga braucht es auf dieser Position Zweikampfstärke und Schnelligkeit. Die alleinige Fähigkeit, gute Standards zu schießen und in unbedingten Momente geniale Pässe zu spielen, darf kein ausreichender Grund für einen neuen Kontrakt sein.

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