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Fans stützen Drexler – Zoff mit Kainz als Ausschlag?


Dominick Drexler hat mit einer bemerkenswerten Aussage nach dem Spiel des 1. FC Köln bei Dynamo Dresden für Aufsehen gesorgt. Mit den Worten „Das machen die Stars“ lehnte er Nachfragen der wartenden Journalisten ab und ließ damit das Feld offen für Interpretationen. Vor allem aber öffnete er damit die Tür zum Innenleben der Mannschaft. Von den Fans bekam er dafür Zuspruch. Auch, weil er inzwischen als Leistungsträger beim FC angekommen ist. 

Dresden/Köln – Womöglich war es jene Szene Mitte der ersten Halbzeit, die bei Dominick Drexler nach nicht einmal einer gespielten halben Stunde in Dresden das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. Florian Kainz hätte Drexler bei einem Kölner Angriff bedienen können, entschied sich aber für einen Schussversuch, der wie alles andere dem Österreicher an diesem Tag misslang. Drexler beschwerte sich daraufhin bei seinem Mitspieler, doch dieser legte einfach nur einen Finger auf die Lippen und bedeutete Drexler zu schweigen. Eine deutliche und vielsagende Geste Kainz‘, die viele Fragen aufwirft.

Zunächst einmal zum Selbstverständnis des Österreichers, für drei Millionen Euro im Winter von der Tribüne des SV Werder Bremen gekommen, um die Offensive der Geissböcke zusätzlich anzukurbeln. Elf Mal stand Kainz seit seinem Wechsel im Kader, elf Mal in der Startelf – doch unter dem Strich konnte der 26-Jährige bislang nicht überzeugen. Eine Vorlage in Paderborn, die zum Modeste-Treffer führte – ansonsten konnte Kainz noch nicht viel zum Erfolg des Effzeh beitragen. In Dresden wurde vielmehr offenbar, dass der Flügelspieler die erhoffte Stärke im Eins-gegen-eins selbst in der Zweiten Liga nicht gewinnbringend einsetzen kann, viele Aktionen im Sande verlaufen.

Drexler einer der konstantesten Leistungsträger

Drexler dagegen musste beim FC lange um Anerkennung kämpfen. Inzwischen hat Drexler in 32 Pflichtspielen elf Tore selbst erzielt und 19 Treffer vorbereitet. Einen derartigen Scorer hat der Effzeh seit vielen Jahren nicht mehr in seinen Reihen begrüßen dürfen. 30 Scorerpunkte in 32 Spielen – nur Simon Terodde übertrifft dies dank seiner 28 Saisontore. Drexler ist neben dem Torjäger unzweifelhaft der Mann der Saison. Dass jedoch mehr über Terodde, Jhon Cordoba und auch Anthony Modeste gesprochen wird, dürfte am Sonntag ebenfalls in den Frust des 28-Jährigen eingeflossen sein, wenngleich an diesem Tage kein einziger Kölner auch nur annähernd überzeugen konnte.

Doch Drexler hat mit seiner Aussage im Kern einen wunden Punkt getroffen. Nach dem Abstieg waren die einstigen Europa-Helden dafür gefeiert worden, „durch et Füer“ mit dem FC in die Zweite Liga zu gehen. Die wirklichen Leistungsträger der laufenden Saison waren bislang aber andere – unter anderem Drexler. Der Spätzünder hat aus seinen Ambitionen und seinem Ehrgeiz in den vergangenen Monaten keinen Hehl gemacht. Der 28-Jährige will unbedingt erstmals in seiner Karriere in der Bundesliga spielen und liefert auf dem Rasen das, was sich Trainer Markus Anfang und Sportchef Armin Veh von dem Vier-Millionen-Mann erhofft hatten. Nach seinem starken Jahr bei Holstein Kiel legte Drexler noch einmal nach und war immer dann ein Mann klarer Worte, wenn es in der Mannschaft nicht lief – so auch nach der Partie gegen den Hamburger SV.

Streit mit reinigender Wirkung?

Für diese klaren Worte und auch für seine Reaktion nach der Blamage in Dresden bekam er nun mehrheitlich den Zuspruch der FC-Fans in den Foren und sozialen Netzwerken. Der 28-Jährige könnte damit sogar den nötigen Stein des Anstoßes in Bewegung gesetzt haben, um einen reinigenden Prozess innerhalb des FC in Gang gesetzt zu haben. Dass dieser nötig ist, versuchten die Verantwortlichen über Monate zwar immer wieder zu verneinen. Die Anzeichen waren aber schon länger allzu deutlich zu erkennen. Nun sind sie offen zu Tage getreten. Nicht das erste Mal beim FC, aber möglicherweise zu einem Zeitpunkt, an dem die Verantwortlichen mit Blick auf die nächste Saison noch eingreifen können. Denn in dem aktuellen Zustand, in dem sich die Mannschaft befindet, dürfte das Unterfangen Klassenerhalt in der Bundesliga zu einem Himmelfahrtskommando werden.

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