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Ein Rückblick zeigt: Die Trainerfrage wird bald geklärt


Wie geht es nach der Saison beim 1. FC Köln weiter? Diese Frage scheint bereits mehr zu beschäftigen als die Frage, wann der Effzeh den Aufstieg in die Bundesliga perfekt machen wird. Dass die Rückkehr ins Oberhaus gelingen wird, davon sind Armin Veh und Markus Anfang gleichermaßen überzeugt. Aber wird der FC-Coach auch in der kommenden Saison noch bei den Geissböcken sein?

Köln – Nach dem 0:3 in Dresden ist die Stimmung nicht mehr, wie sie vorher war. Sie ist gekippt. Das Verständnis insbesondere für die Spieler, die sich in regelmäßigen Abständen Auszeiten auf dem Rasen nehmen, schwindet. Wurde nach dem Abstieg im Sommer 2018 noch gekuschelt und sich in den Armen gelegen, dreht sich nun der Wind, wie man es eigentlich schon vor einem Jahr hätte erwarten können. Die Brise, die dem FC ins Gesicht weht, wird schärfer und kälter.

Das spüren auch Veh und Anfang. Der Sportchef musste, trotz Tabellenführung und komfortablem Vorsprung auf die Konkurrenz, nach dem 0:3 die Frage nach der Zukunft des Trainers beantworten. Dem Kölner Stadt-Anzeiger sagte er: „Wenn Markus Anfang mit der Mannschaft den Aufstieg schafft, dann hat er eine Leistung erbracht.“ Ob der FC dann aber auch mit Anfang in die kommende Saison gehe? „Schauen Sie“, sagte Veh, „es ist doch immer das gleiche Spiel. Sobald man etwas sagt, ist es verkehrt. Markus hat beim FC einen Vertrag bis zum 30. Juni 2021.“

Dass ich dazu gefragt werde, ist eigentlich ein Witz

Ein Bekenntnis, dass Veh im Aufstiegsfall definitiv auf Anfang als Trainer setzen werde, gab der Geschäftsführer Sport nicht ab. „Mit solchen Aussagen kann ich als Chef nichts gewinnen. Unser Trainer ist mit seiner Mannschaft Tabellenführer und hat sechs beziehungsweise acht Punkte Vorsprung auf Platz zwei und drei. Dass ich dazu gefragt werde, ist eigentlich ein Witz.“ Und doch mit ernstem Hintergrund, schließlich ist diese Frage essentiell für den Klub.

Genau vor einem Jahr wurde die Trainerfrage geklärt

Ein Rückblick zeigt dies: In der vergangenen Saison hatte Veh fünf Spieltage vor Schluss verkündet, dass Stefan Ruthenbeck nicht über die Spielzeit hinaus Profi-Trainer bleiben werde. In der folgenden Woche, genauer gesagt am 17. April 2018, vier Spiele vor Ende der Saison und fast auf den Tag genau vor einem Jahr, gab der Effzeh dann bekannt, dass Markus Anfang zur neuen Saison übernehmen werde. Veh betonte zu diesem Zeitpunkt, dass der Zeitpunkt der Entscheidung und die Klarheit über die Trainerfrage von großer Bedeutung seien, um die Kaderplanung für die kommende Saison vorantreiben zu können. Denn nur mit dem Wissen um den künftigen Trainer sei es möglich, potentielle Neuzugänge von einem Wechsel zum FC zu überzeugen.

Man darf also davon ausgehen, dass dies aus Vehs Sicht auch ein Jahr später noch gilt. Der Sportchef dürfte daher zumindest intern eine zeitnahe Entscheidung anstreben, mit welchem Trainer die Geissböcke in die kommende Saison gehen werden. Dass es Veränderungen im Trainerteam geben wird, gilt mittlerweile als sehr wahrscheinlich. Ob dies lediglich im Bereich der Co-Trainer oder auf dem Cheftrainer-Posten sein wird, ist allerdings offen. Vehs fehlendes Bekenntnis zu Anfang lässt lediglich den Schluss zu, dass beim FC noch alles möglich ist – auch, dass alles so bleibt, wie es ist.

Anfang selbst betonte am Mittwoch, zunächst nur ein Ziel zu verfolgen: den Aufstieg. „Es geht um den 1. FC Köln. Es geht darum, dass wir in die Bundesliga aufsteigen“, sagte der gebürtige Kölner, der vor zwei Jahren mit Holstein Kiel in die Zweite Liga aufgestiegen war und nun mit dem FC den Weg ins Oberhaus gehen will. „Wir werden unser Ziel, den Aufstieg, für den wir hier zum FC gekommen sind, erreichen. Definitiv“, zeigte sich Anfang optimistisch ob der acht Punkte Vorsprung auf Rang drei. „Dafür müssen wir aber noch Punkte holen, darauf müssen wir uns jetzt konzentrieren.“

Und eben noch nicht auf seine persönliche Zukunft. Allerdings betonte Anfang auch, dass sein Verhältnis zu Veh weiterhin intakt sei. „Ich habe mit Armin einen ganz normalen Austausch. Das war von Anfang an so. Wir sprechen, wie es schon immer war. Daran hat sich nichts geändert“, sagte Anfang. „Was für uns immer stabil war, war das Verhältnis zwischen Armin und mir. Die offene Art, nach jedem Spiel mit Armin zu diskutieren, ist gleich geblieben.“ Und solange dies in dieser Saison der Fall war, schaffte der FC noch immer nach einem Leistungsabfall die Wende. Das soll auch für die letzten vier Spiele der Saison gelten. Was danach kommt, dürfte sich erst dann offenbaren, wenn der Aufstieg auch rechnerisch feststeht.

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