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Nach Herzinfarkt-Drama: „Manche Dinge wesentlich wichtiger als Fußball“


Nach dem emotionalen Statement von Markus Anfang zu dem Herzinfarkt-Drama um seinen Vater haben sich am Freitagnachmittag auch erstmals die Spieler zu der schwierigen Situation geäußert. Nach der Trainingseinheit standen Timo Horn und Marco Höger Rede und Antwort. Der FC-Keeper drückte dabei auch seine Hochachtung für den Kölner Trainer aus. Das bevorstehende Topspiel gegen den Hamburger SV wollen die Spieler nun umso konzentrierter angehen.

Köln – Nach dem 4:4 (1:2)-Spektakel beim MSV Duisburg verzichteten die Vereine nicht nur auf die obligatorische Pressekonferenz. Auch die Spieler stellten sich nicht den Fragen der Medienvertreter. Am Freitag berichteten Horn und Höger von den schwierigen Momenten nach dem Spiel.

Hochachtung vor dem Trainer, dass er heute schon wieder auf dem Platz steht und so viel Kraft aufbringt

„Wir wussten während des Spiels noch nichts von dem Vorfall, sondern haben erst danach davon erfahren. Ich glaube das steht dann über einem Ergebnis. Das ist echt eine krasse Geschichte“, sagte der FC-Keeper zu dem Herzinfarkt von Dieter Anfang während des Spiels. Dass der Trainer nur 40 Stunden nach dem Herzinfarkt seines Vaters wieder die Einheit leitete, beeindruckte Horn.

„Hochachtung vor dem Trainer, dass er heute schon wieder auf dem Platz steht und so viel Kraft aufbringt, um auf der einen Seite für seinen Vater da zu sein und auf der anderen Seite uns auf das Spiel vorzubereiten. Das ist eine ganz schwierige Situation. Wir drücken ihm natürlich die Daumen und haben ihm auch ganz viel geschrieben und ihm viel Kraft gewünscht. Das ist bei ihm glaube ich sehr gut angekommen.“

Es nimmt einen natürlich schon mit

Vor dem Training bedankte sich der Coach bei seiner Mannschaft: „Wir hatten eine kurze Besprechung vor dem Training. Da hat er eine Einschätzung gegeben und gesagt, dass ihm das unheimlich viel Kraft gibt, wenn er mit uns auf dem Platz steht und hat sich für die Anteilnahme bedankt. Das kommende Topspiel gegen den HSV wollen die Geissböcke trotzdem professionell angehen: „Es ist die Pflicht eines Fußballers jede Situation anzunehmen und so gut wie möglich umzusetzen“, sagte Horn. Spurlos geht die Situation aber auch an der Mannschaft nicht vorbei: „Es nimmt einen natürlich schon mit. Wir sind in Gedanken bei ihm und seiner Familie. Manche Dinge sind wesentlich wichtiger als der Fußball“, sagte Marco Höger.

Gegen die Tabellenzweiten aus Hamburg können die Domstädter ihren Vorsprung mit einem Sieg dennoch auf zehn Punkte ausbauen. Dementsprechend fokussiert will das Team im wohl wichtigsten Spiel der Saison auftreten: „Unabhängig von dieser Situation ist das für uns natürlich ein ganz wichtiges Spiel. Das weiß der Trainer auch. Wir können für eine Vorentscheidung sorgen. Das wollen wir mit aller Macht tun. Deswegen versuchen wir uns so normal wie möglich auf das Spiel vorzubereiten und stehen dem Trainer da zur Seite. Das ist auch in seinem Sinne das wir das Spiel hochkonzentriert angehen und uns gut auf den Gegner vorbereiten.“

Ganz im Sinne seines Vaters

Gegen die Norddeutschen will der Effzeh die Vorentscheidung im Bundesliga-Aufstieg – und die Vorkommnisse der letzten Tage so geht es geht außenvorlassen. „Wir müssen den Spagat hinkriegen zwischen sportlichem Fokus und den persönlichen Dingen“, sagte Höger. Horn erklärte: „Der Trainer hat gesagt, dass das Spiel für uns absolut im Vordergrund steht und wir die Partie so angehen sollen, wir jede andere. Ganz im Sinne seines Vaters.“

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