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„Setzen, sechs!“ Veh schüttelt über Schiedsrichter den Kopf


Dass sich der 1. FC Köln gegen den Hamburger SV am Montagabend mit einem 1:1 (1:0) zufrieden geben musste, lag in großen Teilen am 1. FC Köln selbst. Doch auch Schiedsrichter Robert Hartmann trug seinen Teil dazu bei. Daran ließen Sportchef Armin Veh und Trainer Markus Anfang nach der Partie keinen Zweifel.

Köln – Es lief die 62. Spielminute, als sich die Gemüter erhitzten. Gideon Jung konnte Florian Kainz an der Mittellinie nicht folgen und beging ein taktisches Foul. Daran hatte es eigentlich keinen Zweifel gegeben – außer bei Schiedsrichter Hartmann. Denn dieser ließ die Gelbe Karte für Jung stecken, beließ es bei einer Ermahnung.

Brisant: Jung war schon Gelb-verwarnt gewesen und hätte daher zwingend mit Gelb-Rot des Platzes verwiesen werden müssen. Das sah auch Armin Veh so. „Die Gelb-Rote Karte ist unstrittig. Das hat jeder gesehen, außer den vier Schiedsrichtern“, schimpfte Veh hinterher. „Jetzt sind es schon vier Schiedsrichter auf dem Platz, aber vielleicht hätten es auch sieben nicht gesehen. Wie man das nicht so werten kann, ist mir ein komplettes Rätsel. In der Schule heißt sowas: Setzen, sechs!“

Wir müssen da nur auf uns schauen, das war nur unser Fehler

Dass der HSV sich dieses Glücks bewusst war, mit elf Mann weiterspielen zu dürfen, sah man daran, dass Hannes Wolf den Mittelfeldspieler nur eine Minute später auswechselte. „Wir hatten Glück, dass Gideon auf dem Platz geblieben ist“, bestätigte Hamburgs Trainer anschließend. Dem pflichtete Markus Anfang bei. „Der Knackpunkt des Spiels war die Szene, nach der wir eigentlich hätten in Überzahl weiterspielen müssen. Das war eine klare Gelb-Rote Karte, das muss man so sagen.“ Darüber hinaus beklagte der FC zwei nicht gegebene Elfmeter nach vermeintlichen Foulspielen an Jhon Cordoba und Anthony Modeste. Doch der nicht gegebene Platzverweis war die eindeutigste der drei potentiellen Fehlentscheidungen.

Dass sich der 1. FC Köln durch die Passivität nach dem Seitenwechsel das Unentschieden aber zum größten Teil selbst zuzuschreiben hatte, machte hinterher Dominick Drexler deutlich. Der Torschütze zum 1:0 nahm kein Blatt vor den Mund und zeigte sich enttäuscht über die Leistung und das Engagement nach dem Seitenwechsel. „In einem solchen Spiel vor 50.000 Zuschauern muss jeder noch mal über den Schweinehund hinweg gehen. Das haben wir nur in 99 Prozent der Fälle getan. Wir müssen da nur auf uns schauen, das war nur unser Fehler.“ Ein Fehler, der am Ausgang der Saison allerdings wohl kaum mehr etwas ändern dürfte. Mit zehn Punkten Vorsprung auf Rang drei bei noch fünf ausstehenden Partien ist dem FC der Aufstieg fast nicht mehr zu nehmen.

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