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Ungleicher Kampf? Hamburgs Sorgen sind auch Kölns Sorgen


Der beste Sturm der Liga gegen einen Sturm ohne Stürmer: Das Duell zwischen dem 1. FC Köln und dem Hamburger SV am Montagabend (Anpfiff um 20.30 Uhr) erscheint auf den ersten Blick ein ungleicher Kampf zweier Zweitliga-Favoriten zu werden. Doch der Eindruck täuscht. Der HSV kann dem FC weh tun – mit dem, was Köln nicht hat.

Köln – Das Hinspiel haben die Geissböcke noch in schmerzhafter Erinnerung. Das 0:1 beim HSV war ein bedenklicher Auftritt des Effzeh, der in Teilen einer Arbeitsverweigerung glich. Konzeptlos, mutlos, antriebslos – dass der Hamburger SV bis zu 86. Minute brauchte, um den Siegtreffer zu erzielen, war lediglich der über die gesamte Saison hinweg schwachen Offensive der Hanseaten geschuldet.

Doch schon im Hinspiel wurde offensichtlich: Spieler wie Douglas Santos oder Khaled Narey können dem 1. FC Köln weh tun – durch ihr Tempo. Und weil am Montagabend beim HSV die Offensivabteilung (Pierre-Michel Lasogga, Jann-Fiete Arp, Aaron Hunt) fehlt, könnte insbesondere Narey eine wichtige Bedeutung zukommen. Gemeinsam mit dem schnellsten Spieler der Hamburger, Bakery Jatta, soll er im Angriff wirbeln und die Geissböcke mit Schnelligkeit und Stärke im Eins-gegen-eins vor Probleme stellen.

Selbst Duisburg konnte mit Tempo viel Schaden anrichten

Dass dies genau jener Ansatz ist, der den Kölnern schon häufiger in dieser Saison weh getan hat, zeigte nicht zuletzt das 4:4 beim MSV Duisburg. Schafft es ein Gegner, schnelle Spieler in Position zu bringen, kommt der FC in der Regel nur schwerlich hinterher. Weder Johannes Geis oder Marco Höger im defensiven Mittelfeld noch Rafael Czichos, Jorge Meré oder Lasse Sobiech sind in der Lage, schnellen Spielern zu folgen. Sie müssen im Verbund agieren, durch gutes Stellungsspiel und kluges Pressing bei eigenen Ballverlusten frühzeitig Konter unterbinden. Andernfalls, siehe Duisburg, sind vier Gegentore selbst gegen den Tabellenletzten mit der schlechtesten Offensive der Liga möglich.

Und so könnten die Personalsorgen des HSV die größte Chance für die Hamburger sein: Weil Lasogga und Co. nicht in Köln dabei sind, wird Trainer Hannes Wolf dazu gezwungen sein, mit eigentlichen Flügelspielern im Sturm zu agieren. Mit jenen schnellen Akteuren, die dem FC weh tun könnten, weil Köln selbst in der Verteidigung keine schnellen Spieler im Kader hat. Personell mag es also eine ungleiche Partie sein. Doch die Sorgen des HSV könnten am Montagabend zu den Sorgen der Kölner werden.

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