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„Wir dürfen nicht großkotzig jeden Sieg einfach hinnehmen“

Der 1. FC Köln hat gegen den 1. FC Heidenheim den sechsten Sieg in Folge eingefahren und damit den Vorsprung auf den dritten Platz auf neun Punkte ausbauen können. Gegen aggressive Heidenheimer behielt der Effzeh die Ruhe und traf zwei Mal zum richtigen Zeitpunkt. Entsprechend gelöst waren auch die Spieler nach dem 2:0 (2:0)-Erfolg. 

Aus Heidenheim berichtet Marc L. Merten

Timo Horn: „Am Anfang haben die Heidenheimer richtig Druck gemacht und natürlich versucht, den Schwung aus dem Bayern-Spiel mitzunehmen. Man hat gemerkt, dass sie selbstbewusst auf den Platz gekommen sind. Aber nach 25 Minuten haben wir das Spiel besser in den Griff bekommen und waren auch zum Teil spielbestimmend. Das 1:0 hat uns in die Karten gespielt. Das 2:0 war extrem wichtig, um Ruhe reinzukriegen. In der zweiten Halbzeit war es eine Kampfpartie, die wir für uns entschieden haben. Das macht uns sehr glücklich. Jetzt geht es darum, möglichst schnell die noch fehlenden Siege einzufahren. Wir wollen die Englische Woche dazu nutzen, uns weiter abzusetzen.“

Marco Höger: „Sechs Spiele hatten wir in dieser Saison noch nicht am Stück gewonnen. Das hatten wir uns für heute vorgenommen und das ist uns geglückt. Wir wollen so schnell wie möglich die restlichen Punkte, die noch benötigt werden, einfahren. Heidenheim kam durch das Pokalspiel mit einer breiten Brust ins Spiel. Trotzdem müssen wir in den ersten 15 bis 20 Minuten etwas souveräner spielen und nicht ganz so viel zulassen. Im Moment haben wir das Glück, dass wir zur richtigen Zeit die Tore machen. Dadurch hat sich das Blatt dann auch gewendet. Dass es hier nicht einfach ist, haben schon andere Mannschaften erfahren, und das haben wir auch gemerkt. Nach unserer Niederlage gegen Paderborn waren die Sinne in den letzten Wochen vielleicht noch ein Stück weit mehr geschärft. Wenn es das gebraucht hat, um so eine Serie zu starten, nehmen wir das so mit. Aber das brauche ich nicht noch mal. Wir gucken nur, dass wir das Ding möglichst schnell über die Ziellinie bringen.“

Wir kommen dem Ziel näher

Dominick Drexler: „Es ist schwierig in Heidenheim zu spielen. Unter der Woche hat ganz Deutschland gesehen, dass auch der FC Bayern Probleme bekommen kann. Man muss der Mannschaft ein Kompliment machen, dass wir am Ende kaum etwas zugelassen haben. Es gab ein paar brenzlige Situationen, da hatten wir Glück, dass keiner hinten reingegangen ist. Aber am Ende war es ein verdienter Sieg für uns. Ein 1:0 ist immer ein Dosenöffner. Man hat eine breite Brust und der Gegner muss weitere Wege gehen. Das 2:0 war nochmal ein Stecker, den wir bei Heidenheim gezogen haben. Diese Liga ist sehr eng und wir dürfen nicht zu großkotzig sein, jeden Sieg einfach hinzunehmen. Wichtig ist für mich, dass die Mannschaft gewonnen hat. Natürlich habe ich gleich ein Lächeln im Gesicht, wenn ich in den Flieger steige, aber für mich zählen nur der Sieg und der Aufstieg. Ich habe noch kein Erstligaspiel absolviert, da freue ich mich vielleicht ein bisschen mehr über den möglichen Aufstieg als andere Spieler. Die sechs Siege in Folge bedeuten jetzt Selbstvertrauen. Die Brust wird breiter und wir kommen dem Ziel näher. Aber wir sollten noch etwas abwarten.“

Markus Anfang:„Wir haben in den ersten zehn Minuten von Heidenheim viel Druck bekommen. Sie kamen mit Euphorie aus dem DFB-Pokal, erst nach unserem 1:0 wurde unser Spiel klarer. Danach hatten wir das Spiel ohne viel Spielfluss unter Kontrolle und haben das 2:0 zum richtigen Zeitpunkt nachgelegt. In der zweiten Hälfte haben wir gut dagegengehalten, leidenschaftlich verteidigt und am Ende wieder zu Null gespielt. Bis zum Schluss hat uns Heidenheim gefordert, wir konnten ihnen nicht den Stecker ziehen. Das kann man bei dieser Mannschaft nicht. Deswegen ist es für uns richtig schön, dass wir die drei Punkte mitnehmen. Insgesamt ist unsere Situation sehr gut, die Jungs sind gierig und wollen am Mittwoch in Duisburg nachlegen. Wir können nur eins machen: Woche für Woche unsere Spiele gewinnen. Wann es dann mit dem Aufstieg soweit ist, das haben wir selbst in der Hand.“

Wir haben gegen eine Top-Mannschaft verloren

Frank Schmidt:„Schade aus unserer Sicht. Wir waren heiß, das hat man heute gesehen. Wir hatten früh drei gute Möglichkeiten. Das 0:1 hat uns dann getroffen, aber wir haben das 1:1 gemacht, weil es kein Abseits war. In solchen Situationen ist es noch bitterer, wenn man dann noch vor der Halbzeit das 0:2 bekommt. So war es extrem schwer, noch mal zurückzukommen. Man hat dann das Kölner Selbstverständnis gesehen, das Spiel nach Hause zu bringen. Wir sind acht Kilometer mehr gelaufen als der Gegner, haben richtig gestrampelt, ich kann meiner Mannschaft keinen Vorwurf machen. Wir haben gegen eine Top-Mannschaft verloren.“

18 Kommentare
    • Boom77 says:

      Ja, hätte ich jetzt auch nicht so erwartet. Mir war und ist es immer ein Dorn im Auge, dass wir so oft weniger laufen als der Gegner. Vielleicht kann man unser Arguent aber denooch retten. Behaupten wir doch einfach, dass wenn wir genauso viel gelaufen wären wie Heidenheim, dann hätten wir 5:0 gewonnen :)

    • tj_cologne says:

      Hmm… wie du schon sagst: Paderborn war ein Testspiel. Hier wurde eins klar:
      Modeste benötigt dringend Spielpraxis.
      Zudem hat Modeste sich auch einige male sehr gut Freigelaufen (z.B. vor dem 0:2) wurde allerdings nicht angespielt – Auch das wird mit mehr Spielzeit sicher besser.

      Natürlich war das insgesamt eine sehr schwache Leistung von ihm, allerdings muss man Anfang auch einfach mal attestieren wie gut er in der Stürmerfrage mit Feingefühl moderiert.
      Modeste bei einem 2:0 eben nicht zur Pause rauszunehmen war hier psychologisch wirklich gut gelöst. Der Spielstand machte es möglich.
      T-Rod war im Anschluss übrigens auch nicht wirklich besser.

      Man muss Modeste jetzt einfach (Spiel-)zeit geben. Der Aufstieg ist sowieso schon durch.
      Und wenn alles rechnerisch klar ist und die U21 auch gerettet ist, dann sollten auch die vielversprechendsten Talente noch ein paar Minuten bekommen.

  1. Horst Simon says:

    Modeste kann man derzeit nur als Einwechselspieler bringen. Er wird noch einige Zeit
    benötigen, um wieder in Form zu kommen. Richtig wertvoll ist für uns im offensiven Bereich neben Terodde und Cordoba auch Drexler geworden. Das war gestern wieder eine sehr gute
    Leistung.

    • J B says:

      Es ist wirklich nicht einfach die Situation im Sturm zu moderieren. Modeste braucht Matchpraxis, braucht das Gefühl gebraucht zu werden und Teil des Teams zu sein.
      Auf der anderen Seite braucht TRod nur noch 5 Tore um bester 2 Ligatorschütze aller Zeiten zu werden, ein Ziel, dass man einem Spieler als Trainer nach so einer Saison auch nicht verweren kann.

  2. OlliW says:

    Drex hatte nur einen echten Durchhänger in dieser Saison. Leider fiel die genau in die Phase, als wir unglücklich gegen Schalke aus dem Pokal geflogen sind. Sonst aber ist er richtig angekommen, macht Assists und auch Tore reichlich. Kann nicht verstehen, dass einige ihn immer noch nicht akzeptieren. Es wäre super, wenn es nun auch noch Raum für Koziello und Schaub gäbe. Gleichzeitig. Was für ein Potential!

  3. FelixH says:

    Man sollte einfach versuchen im Sommer Modeste zu verkaufen. Er stört massiv das Mannschaftsgefüge und wird nie mehr an seine alten Leistungen anknüpfen können. Der Fußball wandelt sich und Modeste ist einfach mittlerweile nicht mehr handlungsschnell genug, um mithalten zu können. Ein überragender Torabschluss und Geschwindigkeit reichen halt nicht mehr aus. Vllt verdienen wir ja sogar noch was an ihm. Und dann sollte man Churlinov als Back Up für TRod und Cordoba aufbauen.

    • J B says:

      Ähm nein. Einfach nein.
      Das ist viel zu vorschnell gedacht.
      Bedenke FelixH, sosehr wir uns gerade an TRods Toren erfreuen und er an einer historischen Bestmarke anklopft, in der ersten Liga beträgt sein Torkonto gerade einmal 7 Treffer.
      Ich traue ihm eine zweistellige Torausbeute in Liga 1 zu, aber nicht so sehr, dass ich einen Modeste ohne adäquaten Ersatz abgeben würde (und das ist Churlinov nicht)

      • tj_cologne says:

        Absolut richtig! Chrulinov als Backup für einen Cordoba/T-Rod/Modeste zu halten ist leider komplett daneben!
        Er ist ein Flügelspieler mit zweifellos großem Potential… aber defintiv kein klassischer Stürmer.

        Ich bin mir ziemlich sicher, dass wir an Modeste in der nächsten Saison viel Freude haben werden. Er hat einen wahnsinnigen Torriecher, ist technisch stark und noch immer recht schnell. Die Explosivität kommt mit der Spielpraxis dann automatisch zurück.

        • FelixH says:

          Ich kann es nicht verstehen, wie man einen Spieler der bisher nur bei uns funktioniert hat, weil man ihn auf einen Sockel gestellt hat, so feiern kann. In Hoffenheim wurde er knall hart aussortiert und wie sich mittlerweile zeigt, absolut zu recht. Ein Nagelsmann weiß schon, warum er Modeste direkt wieder verkauft hat.

          • OlliW says:

            Will heißen, ungeachtet der sehr guten Saison 2015/16 und sehr,sehr guten Saison 2017/18 und den fünf Toren in wenigen Einsätzen der letzten sechs Spiele, kam am Sonntag endlich heraus, dass Mo in Wahrheit eine große Nulpe ist?!
            Abenteuerlich….

          • J B says:

            Genau OlliW.
            Nicht zu vergessen die 12 Tore die er für Hoffenheim in der Saison 13/14 geschossen hat.
            Ein Glück das sich deren damaliger U19 Trainer Nagelsmann eingeschaltet hat und so lange auf Herrn Gisdol eingeredet hat bis Modeste verkauft wurde.

  4. Ulrich Treimer says:

    Zu Drexler: Für mich war Drexler immer top. Duksch wurde in Kiel nur Torschützenkönig, weil Drexler die Dinger vorbereitet hat. Jetzt profitiert Terodde enorm von Drexler. Unsere stärksten Offensivkräfte sind Drexler und Cordoba und nicht Terodde oder Modeste.
    Zu Modeste: Wir brauchen 3 starke Stürmer in der 1. Liga. Ich befürchte aber den Abgang von Cordoba Richtung England.

    • Gerd Mrosk says:

      Denke ich auch das wir 3 Stürmer brauchen,gestandene Wäre fast schade wenn Cordoba jetzt gehen wollte,kann aber nun mal passieren Modeste jetzt Unkollegialität und fehlenden Teamgeist vorzuwerfen halte ich für verfrüht und nicht angebracht .Er ist unzufrieden mit sich selbst,weil er weiss das er weit mehr kann ,als mit dem Ball ins Seitenaus zu stolpern.

  5. FelixH says:

    Da ich nicht glaube, dass wir mit 2 Stürmern spielen werden in der 1. Bundesliga, sollten 2 Stürmer plus ein weiterer junger Back Up absolut ausreichend sein, zumal Schaubi und Kainz auch weiter offensiv spielen können. Und aktuell ist TROD die stärkste Offensivkraft. UNd ich bin der Überzeugung, dass TROD 1. Liga potential hat. Nur hat er bisher immer in Mannschaften gespielt, die eher über das Umschaltspiel kommen wollten und da gibt es definitiv bessere Spieler für. JEdoch würde er auch bei Bayern oder Dortmund auf seine 15- Tore kommen. Liegt halt einfach an der Spielweise von Stuttgart und auch Köln damals.

  6. Hans-Georg Skowronek says:

    Wer viele lange und passgenaue Bälle schlägt, muss halt weniger laufen – da sind acht Kilometer nicht so viel. Außerdem hat sich der Effzeh in Halbzeit 2 dezent zurück gehalten: Am Mittwoch wartet bereits Duisburg. Spricht doch sehr für die Abgeklärtheit der Mannschaft, dass man gefahrlos einen Gang zurück schalten konnte.

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