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Sechster Sieg in Serie: Köln nutzt erneuten Union-Patzer

Der 1. FC Köln hat beim 1. FC Heidenheim den sechsten Sieg in Folge eingefahren und damit seinen eigenen Vereinsrekord eingestellt. Beim 2:0 (2:0)-Erfolg zeigten die Kölner zwar keinen spielerischen Glanz, überzeugten aber mit Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Da gleichzeitig Union Berlin erneut nicht gewinnen konnte, baute der FC seinen Vorsprung auf Rang drei weiter aus. 

Aus Heidenheim berichtet Marc L. Merten

Fünf Siege in Folge waren dem Effzeh bereits zum Ende der Hinrunde gelungen. Dann folgte die 2:3-Niederlage gegen den VfL Bochum. Gegen den 1. FC Heidenheim hatten die Kölner am 28. Spieltag erneut die Möglichkeit, erstmals in dieser Saison einen sechsten Sieg an die Serie dranzuhängen. Hinter dem Gegner aus Heidenheim lag unterdessen das wohl größte Spiel der Vereinshistorie: Unter der Woche unterlagen die Schwaben im Pokal-Viertelfinale dem FC Bayern München nach einer spektakulären Partie mit 4:5.

Ausgangslage

Markus Anfang reiste mit den gleichen 18 Spielern, die auch schon beim 4:0-Erfolg über Holstein Kiel im Kader gestanden hatten, nach Heidenheim. Seine Startelf veränderte der Trainer hingegen auf einer Position: Anthony Modeste bekam im Sturm den Vorzug vor Simon Terodde. Auch Frank Schmidt veränderte seine Elf im Vergleich zum Pokalspiel gegen die Bayern auf einer Position: Für den gesperrten Norman Theuerkauf stand Arne Feick in der Anfangsformation.

Moment des Spiels

Die Gastgeber erwischten am Sonntagmittag den besseren Start – das Tor erzielten jedoch die Kölner: Jonas Hector setzte sich gegen drei Gegenspieler durch und lupfte in den Lauf des startenden Rafael Czichos. Der Abwehrspieler verlagerte das Spiel mit einem langen Ball auf die rechte Seite, wo Jhon Cordoba überlegt auf Christian Clemens ablegte und dieser mit genügend Zeit und einem guten Auge den einlaufenden Dominick Drexler sah. Seine butterweiche Flanke köpfte der Linksaußen zu seinem achten Saisontreffer in den Winkel.

Die wichtigsten Szenen

Der 1. FC Heidenheim kam in der Voith-Arena besser ins Spiel. Nach drei Minuten bekam Marc Schnatterer auf der rechten Seite den Ball zugespielt, seinen Schuss konnte Timo Horn parieren. Die Gastgeber wirkten in den Zweikämpfen aggressiver und übten früh Druck auf die Kölner aus. Doch der Effzeh schlug mit seiner ersten Chance des Spiels zu: Clemens‘ Flanke von der rechten Seite konnte Drexler mit einem präzisen Kopfball zur Führung versenken. Trotz des Gegentreffers blieb Heidenheim in der Folge die aktivere Mannschaft und kam durch Andrich und Glatzel zu weiteren Chancen. Letzter traf in der 22. Minute auch ins Tor, wurde jedoch aufgrund einer vermeintlichen Abseitsposition zurückgepfiffen. Glück für die Gäste, denn Glatzel hatte auf gleicher Höhe mit Höger gestanden. Erst nach einer guten halben Stunde bekam der Effzeh das Spielgeschehen vermehrt unter Kontrolle. In der 39. Minute setzte sich Cordoba auf der rechten Seite stark gegen zwei Heidenheimer durch, tankte sich in den Strafraum und wurde in letzter Sekunde von Dorsch am Abschluss gehindert. Zwei Minuten später stand der Angreifer jedoch sträflich alleine und konnte nach Vorarbeit von Drexler zum 2:0 einköpfen. Ausgangspunkt war erneut eine starke Spieleröffnung von Czichos auf Kainz, der Drexler schließlich zur Grundlinie schickte. Mit 2:0 ging es aus Kölner Sicht komfortabel in die Halbzeitpause.

Nach dem Seitenwechsel setzte der ansonsten schwache Modeste mit seiner ersten gelungenen Aktion nach nur 30 Sekunden einen Schuss aus 16 Metern um Zentimeter vorbei. Drei Minuten später wurde es auf der Gegenseite brenzlig, doch Horn konnte den Ball mit einer Glanzparade aus der Gefahrenzone fausten. In der 59. Minute verpasste Cordoba nach einer Hereingabe von Clemens das 3:0. Der Effzeh tat im zweiten Durchgang allerdings nicht mehr als nötig und überließ den Gastgebern überwiegend den Ball. Heidenheim wusste damit jedoch nur wenig anzufangen, wirkliche Gefahr entstand vor dem Kasten von Timo Horn nur noch selten. Während die Kölner kein Risiko mehr gingen, fand der FCH kein geeignetes Mittel gegen die gut geordnete FC-Abwehr. In der 80. Minute wurde der Effzeh dann doch nochmal in der Offensive aktiv: An der Strafraumkante kam Jonas Hector an den Ball und zog sofort ab. Mit einer starken Reaktion verhinderte Kevin Müller das 0:3 aus Sicht der Heidenheimer. In der Schlussphase brachte Markus Anfang mit Lasse Sobiech und Salih Özcan noch zwei defensive Spieler, um das Ergebnis abzusichern. Das gelang auch und die Kölner brachten das 2:0 mit wenig Glanz, aber sicher über die Zeit. Da gleichzeitig Union Berlin erneut nicht gewinnen konnte und in Dresden nicht über ein 0:0 hinauskam, konnten die Kölner ihren Vorsprung auf Platz drei auf neun Zähler ausbauen – und haben am Mittwoch beim MSV Duisburg noch ein Nachholspiel in der Hinterhand. Der Aufstieg rückt damit auch rechnerisch in greifbare Nähe.

Fazit

Zum Freuen: Sechster Sieg in Folge – und den Vorsprung auf Union ausgebaut.

Zum Ärgern: Spielerisch zeigte der FC am Sonntag nur wenig Glanz.

Mann des Tages: Dominick Drexler mit einer Vorlage und einem Tor.

Aufstellung

Horn – Meré, Höger, Czichos – Clemens, Geis (82. Sobiech), Kainz – Hector, Drexler (87. Özcan) – Cordoba, Modeste (66. Terodde)

Tore

0:1 Drexler (10.)
0:2 Cordoba (41.)

10 Kommentare
  1. Max Moor says:

    ja ja Susanne .. 2 Siege und wir sind durch mit 63 Punkten . Union kann nur noch auf 66 Punkte kommen wenn die Alle 6 Spiele gewinnen würden das schaffen die eh nicht ! HSV und Köln gehen direkt Hoch und Relegation denke ich Paderborn wenn die sich nochmal rappeln .

  2. Matthias says:

    Ich zitiere die Redaktion: Zum Ärgern: Spielerisch zeigte der FC am Sonntag nur wenig Glanz.

    Was soll da denn? Oft genug haben wir uns über Hurrafußball beschwert, mit dem doch einige Spiele völlig unnötig verloren worden. Und jetzt gibt es eben einmal einen Sieg ohne großen Glanz, und schon wird gemeckert!

    Warum nur?

  3. Matthias says:

    Ja, ich freue mich natürlich auch über das 2:0! dennoch bin ich mir nicht sicher, was die Zukunft betrifft.

    Wenn die Statistiken und Recht haben, dann hat unsere Mannschaft erneut wesentlich weniger Kilometer runtergespult als die gegnerische Mannschaft. Ich weiß nicht, ist das taktisches Geschick oder läuferisches Unvermögen? Für Liga zwei reicht es, aber für Liga 1?

    • Boom77 says:

      Für Liga 1 wird das meines Erachtens auch nicht reichen. Ich war der Meinung, dass uns das schon in der Abstiegssaison „das Genick gebrochen hat“. Denn wenn man fußballerisch nicht überlegen und taktisch allenfalls gleichwertig ist, muss man das durch Kampfgeist und Laufleistung wett machen. Beides scheint in der damaligen und wohl auch derzeitigen Konstellation nicht zu den Stärken unserer Mannschaft zu gehören. Ich hoffe deshalb, dass Veh das erkannt hat und was dagegen im Sommer unternimmt, sprich, die entsprechenden Spieler durch andere austauscht, wenn das möglich ist. Entsprechende Spieler müssen ja auch erstmal für den FC auf dem Markt zu haben und finanzierbar sein.

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