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„Ich hoffe, die Fans behalten mich als ehrlichen Spieler in Erinnerung“

Nach 19 Jahren macht Matthias Lehmann Schluss. Der ehemalige Kapitän des 1. FC Köln wird seine Karriere beenden. Nur ein „super reizvolles Angebot“ könne ihn von diesem Entschluss noch abhalten. Doch „der Zeiger ganz klar in Richtung Karriereende“. Das hat der 35-Jährige am Samstag bekannt gegeben.

Köln – Die siebte Spielzeit von Matthias Lehmann wird die letzte beim 1. FC Köln und wohl auch die letzte in der 19-jährigen Profikarriere des Mittelfeldspielers sein. Insgesamt 105 Bundesliga-, 63 Zweitliga-, 14 DFB-Pokal- und fünf Europa-League-Spiele absolvierte Lehmann für den FC, der im Sommer 2012 nach Köln gekommen war. Aufstieg, Europa League, Abstieg, Aufstieg – und nun der Abschied. Zumindest sportlich.

Monatelange hatte Lehmann sich nicht äußern wollen, gab keine Interviews. Nun, einen Tag vor dem letzten Heimspiel der Saison 2018/19, wandte sich der bald 36-Jährige in einem offenen Brief via FC-Homepage an die Öffentlichkeit. „Noch zwei Spiele, dann höre ich auf. Dann hänge ich meine Fußballschuhe beim FC an den Nagel. Ich bin stolz auf meine Zeit hier. Die Zeit war riesig, für den Verein und für mich persönlich.“ Und weiter: „Es sieht danach aus, dass ich meine aktive Karriere beenden werde. Es sei denn, es kommt noch ein super reizvolles Angebot. Aber momentan zeigt der Zeiger ganz klar in Richtung Karriereende.“

Beim SSV Ulm hatte seine Karriere begonnen, über Stuttgart landete er beim TSV 1860 München, wo er der jüngste Kapitän der Vereinsgeschichte wurde. Es folgten die Stationen Aachen, St. Pauli und Frankfurt, von wo aus er schließlich dem Ruf von Holger Stanislawski nach Köln folgte, aber erst unter Peter Stöger zur zentralen Figur im FC-Spiel erwuchs. „Ohne mich selbst groß zu loben oder mir meine Geheimratsecken zu streicheln: Ich glaube, ich habe ab dem zweiten Jahr den Eindruck aus dem ersten Jahr revidiert. Es gibt bestimmt noch immer Fans, die finden, dass ich sieben Jahre zu lange beim FC war. Ich hoffe aber, es sind nicht so viele“, schrieb Lehmann nun rückblickend. Er sei „kein Brasilianer“ gewesen, habe sich immer eher als Arbeiter gesehen. „Ich habe mich immer voll reingeworfen, ohne Rücksicht auf den eigenen Körper. Deshalb kann ich auch gut in den Spiegel gucken und sagen: Ich bin sehr stolz auf das, was ich mit dem FC geleistet habe.“

Am Sonntag könnte Lehmann noch einmal einen Auftritt in Müngersdorf bekommen, zwar wohl nicht von Beginn an, aber wohl in der Schlussphase. Vor der Partie wird der einstige Kapitän, der von 2015 bis 2018 die Binde der Geissböcke trug, offiziell verabschiedet. Was nach der Saison kommen wird, ist noch offen. Doch Lehmann schloss nicht aus, dass die Zeit beim FC weitergehen könnte. „Falls ich als Fußballer aufhöre, setzen wir uns zusammen und schauen, ob es hier beim FC eine Zukunft für mich gibt“, schrieb Lehmann. „Ich will immer ehrliche Arbeit abliefern. Das war das Motto meiner Karriere und wird es auch weiterhin sein. Ehrlich und geradeaus. Das ist der beste Weg. Ich hoffe, dass mich auch die Fans so in Erinnerung behalten: Als ehrlichen Spieler, der sich für nichts zu schade war und immer alles für den FC gegeben hat.“

11 Kommentare
          • major says:

            Danke Gerd, aber dieser Matthias ist wohl einer, der andere herabsetzen muss, um sich selbst zu erhöhen.
            Interessiert mich nicht, kocht im eigenen Saft, zahlt nicht meine Rechnungen :)

        • major says:

          Ja, Herr Matthias, ich strebe aber nach keinem Pöstchen in diesem Verein und halte meine Meinung auch nicht für die einzig Wahre.

          Da Sie selbst ja über den einzig wahren Sachverstand verfügen, muss ich Ihnen leider zwei schmerzhafte Fakten mitteilen: Ihr Sachverstand ist wie meiner lediglich Meinung. Und zweitens, das tut Ihnen wahrscheinlich mehr weh als mir: der Verein kümmert sich um unsere Meinung einen Scheißdreck.
          Was Sie „Sachverstand“ nennen sind nämlich nur Meinungen und Einschätzungen, also eher so das Gegenteil von Fakten.

          Aber mit Meinungen hat man heutzutage ja schon so seine Probleme, wenn man in diesem „Internet“ schreibt. Sie sind da mehrheitsfähig. Sie sind FC.

  1. Nippeser says:

    Ich hoffe, dass Matze dem FC irgendwie erhalten bleibt. Ich bin noch nicht alt genug, mich an goldene FC-Zeiten zu erinnern und so waren die Jahre 2013-2017 die bislang schönsten. Und Matze war auch „mein Kapitän“. Mach et joot!

  2. Michael H says:

    Diese Aussagen sind erstaunlich ehrlich und pragmatisch. Es wäre schade, auf seine Erfahrung in Zukunft nicht zurückzugreifen.

    Ohne andere selbsternannte Führungsspieler hier an den Pranger stellen zu wollen: von ML können sie noch eine Menge lernen.

    Dennoch kommt das Karriereende vielleicht ein bis zwei Jahre zu spät. Aber es gibt schlimmeres als einem verdienten Spieler noch ein paar Euro hinterherzuwerfen.

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