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Beierlorzer vor Unterschrift: Pawlaks schwierige Situation


Der 1. FC Köln hat in der kommenden Saison einen neuen Cheftrainer. Aller Voraussicht nach wird dieser Achim Beierlorzer heißen. Für André Pawlak geht es dann zurück zur U21 in die Regionalliga. Eine wirkliche Chance, sich auf den Cheftrainer-Posten für die Bundesliga zu bewerben, hatte Pawlak nicht. Stattdessen muss der Fußballlehrer nun eine schwierige Situation moderieren.

Köln –„Wir haben noch keinen Trainer für die neue Saison verpflichtet“, sagte FC-Geschäftsführer Armin Veh Ende April auf der Pressekonferenz nach der Entlassung von Markus Anfang und der Vorstellung von André Pawlak als Interimstrainer. Keine zwei Wochen später verdichten sich die Anzeichen am Geißbockheim, dass Achim Beierlorzer in der Bundesliga das Ruder beim Effzeh übernehmen wird – und dass sich dieser Deal schon länger angebahnt hat.

Veh sagte damals über die Lösung mit André Pawlak und Manfred Schmid: „Wir haben klar vereinbart, dass es um die drei Spiele geht. Darüber hinaus gibt es noch keine Entscheidung.“ Auf der einen Seite war es für Pawlak, der seine Zukunft durchaus als Trainer im Profibereich sieht, eine klare Aussage, zunächst nur für die letzten drei Saisonspiele auf der Trainerbank zu sitzen. Auf der anderen Seite ließen Vehs Worte zumindest den Raum für die Möglichkeit, dass der Fußballlehrer auch in der kommenden Saison die Profis trainieren könnte. Doch Achim Beierlorzer soll schon vor längerer Zeit in den Fokus der Geissböcke gerückt sein. Armin Veh hatte zwar nie vor, Markus Anfang noch während der laufenden Saison zu entlassen. Doch bereits nach der 2:3-Niederlage in Paderborn am 22. Spieltag dürfte ihm klar geworden sein, dass es mit Anfang womöglich nicht über die Saison hinaus weitergehen würde. Mit dem aktuellen Regensburg-Trainer nahm man offenbar schon im Frühjahr einen potentiellen Kandidaten als Nachfolger genauer unter die Lupe.

Hatte Pawlak überhaupt eine Chance auf den Job?

Wann sich der FC und Beierlorzer schließlich geeinigt haben sollen, ist offen. André Pawlak dürfte bei seinem Antritt als Interimstrainer von der bevorstehenden Verpflichtung eines neuen Cheftrainers für die Bundesliga jedoch nichts gewusst haben. Der 48-Jährige glaubte zu diesem Zeitpunkt selbst noch fest an die Chance, sich für den Trainerjob bei den Profis über die Saison hinaus empfehlen zu können. Am Freitag dementierte Pawlak jedenfalls die Kenntnis von einem neuen Trainer am Geißbockheim. „Wenn er [Beierlorzer] kommt, ist das eine neue Information für mich. Ich weiß wirklich nichts und das interessiert mich zu diesem Zeitpunkt auch nicht.“ Zu seinen eigenen Zukunftsplänen und dem Wunsch, als Profitrainer weitermachen zu können, sagte Pawlak: „Ich habe einen Vertrag für die U21 für die neue Saison, das ist ein Fakt. Alles andere ist Spekulation.“

Pawlaks Situation ähnelt nun zumindest für wenige Tage jener von Stefan Ruthenbeck in der Abstiegssaison. Auch bei Ruthenbeck herrschte in der Öffentlichkeit zwischenzeitlich Unklarheit darüber, ob er als Trainer in die neue Saison gehen würde oder ob der FC ihn als Kandidaten in Erwägung ziehen würde. Intern war die Wahl dagegen schon längst auf Markus Anfang gefallen. Verkündet wurde die Entscheidung jedoch erst am 12. April 2018. Damals sagte Veh: „Intern war das für uns schon lange klar. Es ist unsere Aufgabe, die Spekulationen jetzt zu beenden, damit die Mannschaft in Ruhe arbeiten kann.“ Ruthenbeck hatte das Spiel mitspielen müssen.

Auch jetzt ist der zeitliche Verlauf noch unklar. Einzig, dass die Beierlorzer-Verpflichtung nur noch vom Gemeinsamen Ausschuss abgesegnet werden muss, ist gesichert. Veh will sich öffentlich nicht zur Trainerfrage äußern. Und so blieb es am Freitag an Pawlak hängen, zu der Trainerdiskussion Stellung zu nehmen.

Pawlak äußert sich professionell

Der Interimscoach, den viele Fans gerne auch in der kommenden Saison auf der Trainerbank gesehen hätten, stellte sich am Freitag souverän den Fragen zu seiner Zukunft und einem möglichen neuen Trainer beim FC. Der Fußballlehrer weiß, dass er diese Situation professionell moderieren muss und wohl schon bald wieder die Verantwortung für die U21 übernehmen wird. Entsprechend hat Pawlak seinem Sportchef bereits Empfehlungen ausgesprochen, welche Spieler der U21 perspektivisch für die Profis in Frage kommen könnten. „Armin Veh weiß schon einige Namen von mir“, sagte Pawlak. Wohl wissend, dass diese dann unter einem neuen Trainer in der Bundesliga auflaufen würden. Am Freitagabend nutzte Pawlak derweil die Chance, seine alte Mannschaft gegen Rödinghausen (0:3) zu beobachten und ein halbes Dutzend Spieler offiziell zu verabschieden (diese U21-Spieler verlassen den FC).

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