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„Ich werde keine Spieler holen, die der Trainer nicht will“


Nach dem Aufstieg ist vor dem Kampf um den Klassenerhalt: Für den 1. FC Köln beginnt mit der perfekt gemachten Rückkehr in die Bundesliga die Vorbereitung auf die kommende Saison. Im Mittelpunkt steht Sportchef Armin Veh. Der 58-Jährige muss erst einen neuen Trainer verpflichten, ehe er sich um den Kader kümmern kann.

Köln – André Pawlak und Manfred Schmid haben den 1. FC Köln also über die Ziellinie geführt. Die beiden Trainer machten beim 4:0 der Geissböcke in Fürth alles richtig, die Mannschaft setzte die Spielidee um und ließ den Kleeblättern in eindrucksvoller Manier keine Chance. Nun geht es gegen Jahn Regensburg und abschließend zum 1. FC Magdeburg. Zwei Partien, die der FC unbedingt gewinnen will, um mit einem positiven Gefühl in Richtung Bundesliga zu steuern.

Aber auch zwei Spiele, mit denen Pawlak und Schmid Werbung für sich machen können. Der eigentliche U21-Coach hat noch ein Jahr Vertrag beim FC und war vor zwei Wochen noch davon ausgegangen, dass er diesen als Regionalliga-Coach des FC erfüllen würde. Nun wittert er die Chance auf eine dauerhafte Beförderungen zu den Profis. Schmid war eigentlich als Chefscout zum FC zurückgekehrt, musste nun aber auch aufgrund seiner emphatischen Fähigkeiten wieder als Co-Trainer ran. Auch ihn dauerhaft bei den Profis zu behalten, könnte für Sportchef Armin Veh eine Überlegung sein.

Darum ist Hecking ein geeigneter Kandidat

Der Geschäftsführer Sport muss zeitnah entscheiden, wie er den Trainerposten besetzen will. Das Duo Pawlak/Schmid wäre eine reizvolle Lösung, die aufgrund der Bundesliga-Unerfahrenheit Pawlak aber nicht gänzlich ohne Risiko wäre. Ohne Risiko ist jedoch bekanntlich keine Trainerverpflichtung, wie jene von Markus Anfang und Tom Cichon in dieser Saison gezeigt hat. Doch schon diese Verpflichtung war eigentlich Veh-untypisch gewesen. Hatte der 58-Jährige doch noch im Sommer 2017 kritisiert, dass es „noch nie so leicht“ gewesen sei, Bundesliga-Trainer zu werden. „Heutzutage ist es ja sogar möglich, dass man mit einer Drittliga-Mannschaft absteigt und trotzdem Bundesliga-Trainer wird“, hatte Veh vor zwei Jahren mit Blick auf Sandro Schwarz gesagt, der zu diesem Zeitpunkt beim 1. FSV Mainz 05 das Ruder übernommen hatte. „Wonach soll man denn noch gehen? Nur nach Sympathie, nach Einfachheit, oder nur nach Alter?“

Pawlak ist bekanntlich kein junger Trainer mehr, steht seit 18 Jahren an der Seitenlinie, ist 48 Jahre alt, hat gerade seinen Fußballlehrer gemacht. Auch deshalb ist er für Veh eine ernste Alternative für den Cheftrainer-Posten. Doch der Sportchef hält bekanntlich auch außerhalb des eigenen Klubs nach Alternativen Ausschau. Veh ist sich offenbar sehr bewusst, dass der Spielraum für Fehler auf der Trainerposition nach der Bundesliga-Rückkehr minimal ist. Daher überrascht der kursierende Name von Dieter Hecking nicht, schließlich blieb der 54-Jährige auf seinen fünf Bundesliga-Stationen im Schnitt jeweils drei Jahre – eine lange Zeit im kurzlebigen Trainerbusiness. Hecking stand dabei für Stabilität in seinen Klubs und holte auf all seinen Trainerstationen stets einen Punkteschnitt zwischen 1,33 und 1,75. Auch deshalb wäre Hecking wohl eine geeignete Lösung, um den FC in der Bundesliga wieder zu etablieren.

Erst Trainer, dann Spieler

Veh selbst kommentiert bislang keine Namen oder Überlegungen in der Trainerfrage. „Wir sind nicht unter Zeitdruck“, sagte der 58-Jährige am Mittwoch dem GEISSBLOG.KOELN. „Aber es sollte nicht mehr lange dauern.“ Der Grund für die doch gebotene Eile in der Trainerfrage ist offensichtlich: die Kaderplanung. „Ich werde keine Spieler holen, die der Trainer nicht will“, sagte Veh. Aufgrund des zuletzt noch nicht feststehenden Aufstiegs sowie wegen des Trainerwechsels musste der Sportchef noch warten, um Nägel mit Köpfen machen zu können. Nun ist der sportliche Ausgang der Saison geklärt, bleibt die Frage des neuen Trainers. „Wir haben schon viele Dinge intern durchgespielt“, sagte Veh mit Blick auf mögliche Spielerverpflichtungen. „Aber solange nichts fix ist, gehen wir nicht in die finalen Gespräche.“ Erst Trainer, dann Spieler – so lautet das Motto für Veh in den kommenden Tagen. Spätestens in der Woche nach dem Saisonende soll die Entscheidung fallen. Bis dahin können Pawlak und Schmid noch für sich werben.

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