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Keine Kandidatur! Schumacher und Ritterbach treten ab


Toni Schumacher und Markus Ritterbach werden im September nicht für den Vorstand des 1. FC Köln kandidieren. Das haben die beiden amtierenden Vizepräsidenten am Freitag in einem offenen Brief erklärt. Damit ist der Weg für das vom Mitgliederrat nominierte Vorstandsteam um Werner Wolf wohl frei.

Köln – Es wird keine Kampfkandidatur von Toni Schumacher und Markus Ritterbach um das Vorstandsamt beim 1. FC Köln geben. Wie das Vizepräsidenten-Duo am Freitag in einem offenen Brief auf der Vereinshomepage erklärte, hätten viele Mitglieder und Fans sie zwar ermuntern, in einer Gegenkandidatur zu dem vom Mitgliederrat nominierten Vorstandsteam anzutreten. „Dennoch haben wir uns nach Abwägung aller Argumente entschieden, im September nicht zu kandidieren. Diese Entscheidung ist uns sehr schwer gefallen. Alle Fans und Mitglieder, die mit uns diesen Schritt gegangen wären und die wir nun enttäuschen, bitten wir dafür um Verständnis.“

Der Mitgliederrat hatte in der vergangenen Woche Werner Wolf, Jürgen Sieger und Eckhard Sauren als Vorstandsteam für die Mitgliederversammlung am 8. September offiziell nominiert. Eine Gegenkandidatur von Schumacher und Ritterbach hatte als wahrscheinlich gegolten, doch nachdem Wolfgang Bosbach als dritter Mann nicht zur Verfügung stehen wollte, entschieden sich Schumacher und Ritterbach nun, im September abzutreten. Zwar sei man „nicht amtsmüde“, doch man habe „intensiv darüber nachgedacht“ und sei schließlich zu der Entscheidung gekommen: „Wir möchten keinen weiteren Machtkampf der Gremien in unserem Verein. Ein neuer Vorstand kann und muss mit neuer Kraft das Verhältnis zum Mitgliederrat wieder versachlichen“, teilte das Vize-Duo mit. Insbesondere wolle man den Klub „nicht in einen monatelangen Wahl- und Richtungskampf verwickeln“, der dem Effzeh am Ende schaden würde.

Dennoch machten Schumacher und Ritterbach deutlich, dass man einen Wahlkampf in Erwägung gezogen hatte. Man habe in den vergangenen Monaten mit mehreren potentiellen Kandidaten für ein gemeinsames Vorstandsteam gesprochen, am Ende aber entschieden, dass eine solche Kampfkandidatur für die dritte Person eine „Zumutung“ geworden wäre. Denn: „Der Hass, das Misstrauen, die Unwahrheiten, die auch in der Kampagne gegen uns in den vergangenen Wochen teilweise zum Ausdruck gekommen sind, würden weitergehen.“ Schumacher und Ritterbach hatten sich in den vergangenen Wochen öffentlich bedeckt gehalten, nachdem der offene Bruch mit Ex-Präsident Werner Spinner zu harter Kritik am Vizepräsidenten-Duo geführt hatte. „Wir beide haben in den vergangenen Wochen eisern geschwiegen und mehr als einmal die Faust in der Tasche geballt, statt unsere Sicht der Dinge öffentlich auszubreiten und noch mehr Unruhe in den Verein zu bringen. In einem Wahlkampf wäre dies nicht möglich, da müsste man Klartext reden.“

Stattdessen wünsche man dem FC nun, „dass diese Form der Auseinandersetzungen rund um unseren Verein endlich endet. Wenn die Tatsache dazu beiträgt, dass wir nicht mehr kandidieren, dann ist es uns das wert. Denn der 1. FC Köln sind wir alle: alle Mitglieder, alle Fans, alle Spielerinnen und Spieler, alle Verantwortlichen, alle Partner, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Niemand ist größer als der Klub.“ Schumacher und Ritterbach stehen dem FC als Vizepräsidenten seit 2012 vor. Nach sieben Jahren wird ihre Amtszeit im September nun also definitiv enden. „Wir wissen, dass wir auch Fehler gemacht haben. Wir hätten auf manche Kritik souveräner reagieren und einige Entscheidungen zumindest besser erklären sollen. In unserer Amtszeit seit 2012 haben wir auch alles Erdenkliche getan, um die „aktive Fanszene“ in die FC-Familie einzubinden, ohne zugleich die Regeln aufzugeben, die für ein faires Miteinander im Fußball unerlässlich sind. Das ist nicht dauerhaft gelungen. Der Abstieg 2018 war überflüssig und schmerzhaft. Dass wir unser Versprechen, sofort wieder aufzusteigen, halten konnten, freut und erleichtert uns.“ Der FC sei „fit für die Zukunft“, eine abschließende Bilanz wolle man dann im September auf der Mitgliederversammlung vorlegen. „Dann wird es auch eine geregelte, faire und respektvolle Übergabe an unsere Nachfolger geben.“

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