Die Mitgliederversammlung. (Foto: GBK)

Mitgliederversammlung: Vorstandswahl auch online?

Die Wahl eines neuen Vorstands wird eines der beherrschenden Themen in den kommenden Monaten beim 1. FC Köln sein. Eine Frage, die mit Blick auf die Mitgliederversammlung am 8. September mitschwingt: Wäre es möglich, für nicht anwesende Mitglieder online abzustimmen?

Köln – Über 106.000 Mitglieder führt der 1. FC Köln inzwischen. Am 8. September werden wohl über 5.000 von ihnen zur Mitgliederversammlung erscheinen. Wenn der neue Vorstand gewählt werden soll, dürfte das Interesse groß sein. So groß, dass der FC die Versammlung bewusst auf einen Sonntag tagsüber gelegt hat, um sie nicht – wie in den vergangenen Jahren – unter der Woche abends stattfinden zu lassen. Es sollen möglichst viele FC-Mitglieder anreisen können, auch aus großer Entfernung.

Bereits in den letzten Jahren war die Frage aufgekommen, ob der FC künftig nicht auch Online-Wahlen ermöglichen soll. Mitglieder, die nicht in der Lage sind zur Versammlung zu kommen, könnten über diesen Weg dennoch an den Abstimmungen teilnehmen. Eine deutlich größere Wahlbeteiligung wäre so möglich. Für einen Klub, der sich in der Vergangenheit für die demokratischste Satzung in Fußball-Deutschland rühmte, müsste eine solch hohe Wahlbeteiligung eigentlich ein erstrebenswertes Ziel sein. Doch auch via Online-Abstimmung?

Die Mühe sollte man sich schon machen

Diese Frage diskutierten am Dienstagabend beim FC-Stammtisch von Moderator Ralf Friedrichs unter anderem Vorstandsmitglied Stefan Müller-Römer und Beirat Wolfgang Bosbach. Beide sprachen sich allerdings gegen das Angebot von Online-Stimmabgaben aus. Der CDU-Politiker äußerte seine Bedenken zur Sicherheit und Zuverlässigkeit solcher Online-Wahlbeteiligungen, verwies jedoch darauf hin, dass es durchaus sinnvoll sei zu überdenken, wie Mitglieder, die von weit her anreisen müssten, trotzdem mit eingebunden werden könnten, um beispielsweise ein Vorstandsteam auch durch solche Mitglieder legitimieren zu können.

Müller-Römer hingegen verwies auf die Mitgliederversammlung als höchstes Organ des Vereins und damit auch auf die Notwendigkeit der Mitglieder, tatsächlich vor Ort zu sein. „Die Mühe, zu einer solchen Versammlung zu kommen, sollte man sich schon machen. Man soll auch gezwungen sein, sich vor Ort mit den Argumenten und anderen Mitgliedern auseinanderzusetzen, anstatt mal eben online per Mausklick eine Stimme abzugeben.“ Müller-Römer verwies zudem auf die Gefahr, dass sich im Falle möglicher Online-Votings auch ein Kandidat von außen einkaufen könne, wenn er nur genug Geld habe. So könnten unkontrolliert genügend Leute in den Verein eintreten, den Mitgliedsbeitrag errichten, eine Kandidatur unterstützen und dezentral die nötigen Stimmen liefern. Wichtig sei für die Mitglieder immer auch ein nachvollziehbares Votum der Anwesenden und keine nicht sichtbaren Stimmen aus einem, wie Bosbach beipflichtete, nicht gänzlich absicherbaren Online-Wahlprozess.

Wenn ich etwas sage, bleibe ich auch dabei

Es war das erste Aufeinandertreffen von Müller-Römer und Bosbach in der Öffentlichkeit. Der ehemalige Mitgliederratsvorsitzende und aktuelle Vorstand sowie der zwischenzeitliche Schatten-Präsidentschaftskandidat der beiden Vizepräsidenten Toni Schumacher und Markus Ritterbach blieben in der Betrachtung der Vorstandsdebatte am Dienstagabend zurückhaltend und an der Oberfläche. Bosbach betonte lediglich noch einmal, definitiv nicht für eine Gegenkandidatur in Frage zu kommen. „Ich bin in dieser Hinsicht ein völlig untypischer Politiker. Wenn ich etwas sage, bleibe ich auch dabei.“ Der Politiker brachte lediglich seine Erwartung zum Ausdruck, dass Schumacher und Ritterbach wohl nach einer Gegenkandidatur streben würden. „Es wird von einem dritten Mann abhängen. Man muss abwarten, wen sie finden. Dann aber hätten die Mitglieder im September nicht nur die Wahl, sondern die Auswahl. Das wäre ein Vorteil für den demokratischen Prozess.“

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