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Churlinov macht Druck: Youngster eine ernsthafte Alternative


Drei Nachwuchstalente des 1. FC Köln buhlen seit Beginn der Vorbereitung um die Kaderplätze im Team von Trainer Achim Beierlorzer. In Donaueschingen machte insbesondere Darko Churlinov auf sich aufmerksam und setzte damit seinen Trend der vergangenen Monate fort. Der variable Angreifer erwächst dieser Tage zu einer ernsthaften Alternative für die FC-Profis.

Donaueschingen/Köln – Wenn sich die Geissböcke am Dienstagmittag zum offiziellen Mannschaftsfoto für die kommende Saison aufstellen werden, wird Darko Churlinov mit dabei sein. Der 19-Jährige soll in der Spielzeit 2019/20 den ersten Schritt bei den Profis machen, nachdem er in den vergangenen zwei Jahren zu den Leistungsträgern bei der U19 gezählt hatte. Die ersten Eindrücke der Vorbereitung lassen den Schluss zu, dass der Youngster bereit ist für höhere Aufgaben.

Dass Churlinov die U21 überspringt, war beim FC schon länger entschieden und nur folgerichtig: Schon in der Saison 2016/17 hatte der Mazedonier den Sprung aus der U17 zu den A-Junioren geschafft, wurde dort im Laufe des Folgejahres zum Stammspieler und schoss 2018/19 mit 18 Toren die meisten Treffer der Bundesliga-Staffel West. Zur Endrunde um die Deutsche Meisterschaft reichte es zwar nicht, wohl aber zum Sieg des FVM-Pokals. Doch Churlinov ist der Jugend schon länger entwachsen, debütierte am 28. März 2017 als 16-Jähriger in der mazedonischen Nationalmannschaft und wurde so der jüngste Nationalspieler in der Geschichte seines Landes.

Churlinovs Abschlussstärke als Waffe

Über Elmenhorst, Rostock und Magdeburg war Churlinov 2016 zum FC gekommen. Drei Jahre später scheint er reif für die Bundesliga-Mannschaft. Sportchef Armin Veh hält große Stücke auf den 19-Jährigen. Achim Beierlorzer konnte sich schon in den ersten zwei Wochen davon überzeugen, dass der variable Offensivspieler eine Waffe werden könnte in der kommenden Saison. Im Testspiel gegen Frechen traf Churlinov sehenswert per Kopf, gegen Dürrheim durfte er gleich dreimal jubeln. Zwar gelang dem Youngster gegen Reutlingen zum Abschluss des ersten Trainingslagers kein Treffer mehr. Doch der schnelle Angreifer hatte sich zuvor im Training schon sichtbar in den Vordergrund gespielt.

Ob über die linke Außenbahn oder als zweite Spitze neben einem der Kölner Strafraumstürmer hinterließ Churlinov bislang einen starken Eindruck. Technisch stark, körperlich auf einem Level mit den Profis und mit einem enormen Zug zum Tor ausgestattet, scheint der Nationalspieler Nordmazedoniens in der Lage zu sein, Spielern wie Florian Kainz gefährlich werden zu können und als Allzweckwaffe in der Offensive seinen Platz finden zu können. Da Churlinov praktisch überall offensiv eingesetzt werden kann und abschlussstärker ist als einige seiner Konkurrenten, stach er bislang in der Vorbereitung heraus. Macht er in den kommenden Wochen weiter Druck, wird Beierlorzer wohl kaum um den ehemaligen U19-Angreifer herumkommen.

Katterbach nah dran – Abschied von Jakobs noch möglich

Neben Churlinov streben bekanntlich auch Noah Katterbach und Ismail Jakobs einen dauerhaften Platz im Profikader an. Katterbach hinterließ in Donaueschingen ebenfalls einen guten Eindruck, nicht nur wegen des von ihm erzwungenen Eigentores eines Reutlingers im Test am Sonntag, sondern vor allem wegen seiner Trainingsarbeit. Der Linksverteidiger wird zwar das Problem haben, mit Jonas Hector einen fast übermächtigen Konkurrenten vor der Nase zu haben. Jannes Horn jedoch macht Katterbach bereits Konkurrenz – so, wie sich die FC-Bosse das erhofft hatten.

Ismail Jakobs dagegen wird um seinen Platz wohl noch härter kämpfen müssen. Der Außenverteidiger, der in der U21 auch als offensiver Flügelspieler zum Einsatz gekommen war, gehört zwar zu den schnellsten FC-Spielern. Alleine die Geschwindigkeit dürfte aber nicht ausreichen, um sich im Kader festzuspielen. Eigentlich hatte Jakobs schon vor einem Wechsel zum SC Paderborn gestanden. Dann aber hatte der FC dem Spieler angeboten, die Vorbereitung bei den Profis zu absolvieren, um sich zeigen zu können. Sollte Beierlorzer zu dem Schluss kommen, dass es für den 19-Jährigen noch nicht zu den FC-Profis reicht, dürfte ein Wechsel wieder konkret werden. Zur U21, das gilt als sicher, wird Jakobs nicht zurückkehren.

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