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Das Kennenlernen ist vorbei: „Genau so muss es sein!“

Die Spieler des 1. FC Köln dürften glücklich sein über den freien Tag, den ihnen der Trainingsplan nach der anstrengenden Woche in Donaueschingen beschert. Die Geissböcke haben am Montag Zeit die Beine hochzulegen, ehe es am Dienstag mit der Arbeit weitergeht. Trainer Achim Beierlorzer zeigte sich nach dem ersten Trainingslager zufrieden mit dem bisherigen Fortschritt, der vor allem auf einem Faktor beruht: der Freude.

Aus Donaueschingen berichtet Sonja Eich

Es war kaum zu übersehen. Eine Woche lang herrschte beim FC gute Laune. Ob bei Sonnenschein oder bei Regen, ob während des Trainings auf dem Platz des SV Aasen oder zwischen den Einheiten im luxuriösen Öschberghof. Lange hatte man Spaßvogel und Stimmungsmacher Anthony Modeste nicht mehr so ausgelassen erlebt wie in den Tagen in Donaueschingen. Und wer Kingsley Ehizibue auf und neben dem Rasen erlebte, braucht kein Psychologe zu sein, um zu wissen, dass der Rechtsverteidiger nicht nur sportlich, sondern auch für das Mannschaftsgefüge überaus wichtig werden könnte.

Viel wurde seit der Ankunft von Achim Beierlorzer als neuer FC-Trainer über die Stimmung beim FC geredet und geschrieben. In den Tagen im Schwarzwald konnten sich die Trainingskiebitze und Beobachter rund um den Klub von dem Wandel selbst ein Bild machen. Die Freude am Fußball war allgegenwärtig. Das Training gestaltete Beierlorzer als ständigen Wettkampf mit unzähligen Duellen Mann gegen Mann, Team gegen Team. Und obwohl praktisch keine Einheit kürzer als 90 Minuten dauerte, blieb die Stimmung konstant hoch. Klagen über die harte Arbeit hörte und sah man nicht.

Es gibt nichts zu kritisieren

Stattdessen schaffte es Beierlorzer mit seinen beiden Assistenten Manfred Schmid und André Pawlak, die Euphorie des Trainingsauftakts durch die harte Woche des Trainingslagers zu retten. „Die Stimmung im Team ist absolut positiv“, bestätigte Torjäger Simon Terodde. „Auch die neuen Spieler haben sich schon gut eingefunden. Man sieht, dass sie sich wohlfühlen.“

Solche Worte hört man zugegebenermaßen in Sommer-Vorbereitungen ständig. Niemand in einem Klub würde zugeben, wenn etwas schlecht, nicht nach Plan oder kontraproduktiv laufen würde. Doch beim FC spiegelten die Aussagen der Verantwortlichen und Spieler in den Tagen das beobachtbare Geschehen wider. „Insgesamt bin ich total zufrieden. Wir hatten ein tolles Trainingslager“, bestätigte daher auch FC-Coach Beierlorzer und zeigte sich mit dem Stand der Vorbereitung glücklich. „Für diese frühe Phase muss es genau so sein. Es gibt nichts zu kritisieren. Auch die Belastungen der letzten Tage waren gut gesteuert, sodass die Spieler immer auch gute Trainingseinheiten absolvieren konnten.“

Jetzt beginnt der Kern der Vorbereitung

Beierlorzer hatte bereits an seiner Vorstellung als Trainer erklärt, er wolle ein laufintensives, aktives Fußballspiel seiner Mannschaft sehen. Dafür müsse jeder Spieler topfit sein, und er werde großen Wert darauf legen, dass der FC körperlich bestens vorbereitet das Abenteuer Bundesliga angehen werde. Anfang Juli, als die Spieler zum Laktattest antreten musste, bewahrheitete sich bereits, dass die Spieler im Urlaub gut gearbeitet hatten. Auch Spieler wie Modeste hatten ihren Rückstand aufgeholt. Nun ließ Beierlorzer die Spieler erstmals auf dem Rasen richtig leiden, insbesondere am Freitag mit zwei intensiven Einheiten setzte das Trainerteam einen Reiz, der noch am Sonntag im Spiel in Reutlingen bei dem einen oder anderen Spieler zu spüren war.

Nun startet der zweite Teil der Vorbereitung. In der nun beginnenden Woche steht zunächst ein freier Tag und am Dienstag nebst einer morgendlichen Einheit die Medienarbeit für die kommende Saison an. Das offizielle Mannschaftsfoto und die Aufnahmen für die DFL, die Sponsoren und Medienpartner stehen auf dem Programm. Anschließend geht es mit dosiertem Training weiter, ehe es eine Woche später ins zweite Trainingslager nach Kitzbühel geht. Dann geht es mit der taktischen Arbeit weiter in die Tiefe, neben der körperlichen Fitness muss dann auch an den Abläufen und der Abstimmung gefeilt werden. Das Testturnier am kommenden Samstag in Lohne dürfte noch einmal genutzt werden, um allen Spielern gleich viel Spielzeit zu geben. Doch das wird sich ändern.

Bislang ging es in den Testspielen gegen unterklassige Gegner. Mit den Spielen am Samstag gegen den Zweitligisten VfL Osnabrück und dem SV Werder Bremen nimmt dies aber ein Ende. Das Niveau wird schlagartig höher. Das gilt insbesondere, wenn im Trainingslager in Kitzbühel der FC Bologna und der FC Villareal als Gegner zur Verfügung stehen. Beim FC Southampton gibt es dann die Generalprobe. In diesen drei Spielen wird Beierlorzer dann beginnen seine Startelf zu suchen. Die Einsatzzeiten für die einzelnen Spieler werden sich verschieben, der Konkurrenzkampf zunehmen. Klar ist: Das Kennenlernen ist mit der Woche in Donaueschingen vorbei. Nun beginnt der Kern der Vorbereitung. Sein erstes Ziel hat Beierlorzer mit der positiven Grundstimmung in der Mannschaft und im Umfeld eindrucksvoll erreicht. Die Arbeit an den Details seiner Spielphilosophie wird damit leichter fallen. Denn auch, wenn es jetzt sportlich immer ernster wird, soll es beim FC weiter heiter und gut gelaunt zugehen.

3 Kommentare
  1. Gerd Mrosk says:

    Wird mir zuviel suggeriert,das es in der Woche vornehmlich drum ging,das sich Spieler und Trainer kennen lernen.Es war ein 1.Trainingslager mit neuen(An)Reizen,die das Trainerteam sich ausgedacht hat.Gestern hat man dann wohl gesehen,wer zum Abschluss noch mal alles geben konnte und wollte und wer nicht dazu in der Lage war.Wie an anderer Stelle schon geschrieben.Für mich sind die Neueinkäufe „auffällig“,die Jungs die dazu geholt worden sind zum Trainingslager erstmal und Cordoba.Alle anderen müssen sich erst noch stabilisieren und beweisen

    • Timo says:

      Und da müssen sie alle nochmal zum Rapport auf ein Kölsch bei Dir antreten? ;)
      Ist doch eigentlich schon mal gut, dass man offensichtlich besser miteinander zurecht kommt als unter MA, der wohl offensichtlich nicht so der Typ “Menschenfänger” ist, zumindest nicht in seiner FC-Zeit…

      • Gerd Mrosk says:

        Ja,gerne,die müssen ha auch zu 0,0001% mit mir auskommen im Stadion.Das mit Stimmung in der Mannschaft warten wir mal ab bis die ersten gar nur noch auf der Tribüne sitzen,aber ok,hört sich an ,als könnten Beierlorzer und nicht zuletzt das Team drum herum besser moderieren,als ihre Vorgänger.Schmid kennen wir ja schon und Pawlak machte auch zumindest mal einen sehr aufgeräumten sympathischen Eindruck.Es werden schnell die ersten Niederlagen kommen und trotzdem Spieler weiter spielen,was man vllt auf der Tribüne nicht so nachvollziehen kann,weil man la nach eigenem Dafürhalten bombig trainiert hat.Erst dann zeigt sich der Charakter eines Jeden auch in der Gruppe.Ich denke wie Beierlorzer Lehrer gewesen zu sein könnte noch hilfreich einwirken in mancher Situation.

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