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Nach Gespräch mit Wimmer: Spielt der FC bewusst auf Zeit?

Im Testspiel gegen den SSV Reutlingen (5:1) hat Kevin Wimmer sein zweites Testspiel als Gastspieler für den 1. FC Köln bestritten. Für eine dauerhafte Rückkehr des Innenverteidigers zu den Geissböcken müssten allerdings außergewöhnliche Umstände eintreten. Nach einem Gespräch mit dem 26-Jährigen hat der Effzeh dem Innenverteidiger zunächst nur eine weitere Trainingsteilnahme in Aussicht gestellt.

Aus Donaueschingen berichtet Sonja Eich

Beim 5:1-Sieg des 1. FC Köln in Reutlingen durfte Kevin Wimmer in der zweiten Halbzeit ran. 45 Minuten lief Wimmer neben Lasse Sobiech auf. Am Vortag hatte sich der Innenverteidiger mit Sportchef Armin Veh und Trainer Achim Beierlorzer zusammengesetzt und über die bisherigen Eindrücke im Training sowie über das weitere Vorgehen gesprochen.

„Kevin hat sich darum bemüht, sich hier fit halten zu dürfen, und wir bieten ihm diese Möglichkeit auch für die nächste Woche noch einmal an“, sagte Beierlorzer nach dem Testsieg in Reutlingen. „Wir haben aber nicht weiter über eine andere Konstellation gesprochen.“ Eine andere Konstellation wäre freilich ein Transfer. Doch dieser ist im Trainingslager in Donaueschingen nicht wahrscheinlicher geworden. Sportlich offenbarte Wimmer im Vergleich zu seinen Teamkollegen einen deutlichen Fitnessrückstand und zeigte sich nach vier Jahre in Tottenham, Stoke und Hannover mit nur unregelmäßiger Spielpraxis von seiner Bestform ein gutes Stück entfernt.

Es ist nicht so, dass wir gleich handeln müssen

Beim FC äußerte man sich daher auch zurückhaltend und spielt wohl bewusst auf Zeit. „Es ist nicht so, dass wir gleich handeln müssen. Wir wollen den absolut richtigen Innenverteidiger haben und sind weiter auf der Suche. Momentan haben wir keine Eile“, sagte Beierlorzer und lobte explizit die drei vorhandenen Innenverteidiger Rafael Czichos, Lasse Sobiech und Frederik Sörensen, zu denen in Kitzbühel Jorge Meré stoßen wird. Ob dann auch Kevin Wimmer noch mit dabei sein wird, ist offen. Zunächst muss dieser klären, ob er überhaupt weiter beim FC trainieren darf.

„Ich muss das mit Stoke noch klären, aber Bock hätte ich. Ich denke schon, dass das klappen wird“, sagte Wimmer nach der Partie in Reutlingen. Derweil war bereits durchgesickert, dass der Spieler selbst durchaus Lust hätte, nicht nur am Training teilzunehmen, sondern auch dauerhaft nach Köln zurückzukehren. Dafür aber müssten die finanziellen Parameter stimmen, und diese machen auf den ersten Blick einen Transfer sehr unwahrscheinlich. Wimmer, der in England ein üppiges Premier-League-Gehalt verdient, müsste in Köln wohl auf rund 50 Prozent seines Gehalts verzichten. Darüber hinaus müsste Stoke das Gefühl bekommen, dass es das Beste wäre, den ungewollten Spieler überhaupt loszuwerden und dabei nicht noch auf eine Ablösesumme zu pochen.

Ablösefrei für mehr Spielraum beim Sechser?

Darauf dürfte der FC spekulieren. Die Zeit ist auf Seiten der Geissböcke. Auch, wenn Armin Veh unbedingt noch einen Innenverteidiger und einen Sechser verpflichten möchte, könnte ihm die Personalie Wimmer in die Hände spielen. Gelänge es den Geissböcken tatsächlich, Wimmer in Form zu bekommen und diesen dann sogar noch ablösefrei (mit späteren erfolgsbedingten Nachzahlungen) zu verpflichten, würde dies das Budget für den Sechser deutlich erhöhen. Bis dahin liegt die Verantwortung bei Wimmer, das Training in Köln zu nutzen, um sportlich zu einer interessanten Lösung zu erwachsen. Dazu dürfte er in der kommenden Woche die nächste Chance bekommen.

44 Kommentare
  1. Holger says:

    Na eine Tolle Idee zu experimentieren!
    Mit einem Stürmer den man nicht sofort braucht, a la Modeste, kann man das machen!
    Dort besteht auch kein Handlungsdruck da man 2 Top Stürmer hat.
    Aber gerade in der Innenverteidigung besteht nach meiner Ansicht akuter Handlungsbedarf, da die Position neben Mere noch nicht top besetzt ist.

  2. Boom77 says:

    Ich denke auch, mann muss jetzt wohl im Training erstmal genau hinschauen und entscheiden, wo die Priorität beim nächsten Transfer liegt. Der Artikel erweckt bei mir den leichten Eindruck, als würde die Priorität immer noch auf einem weiteren 6er liegen und als käme erst danach der neue IV auf der Prioritätenliste. Wenn man aber sieht, wie Koziello und Verstraete bereits jetzt zusammenspielen, sollte man sich gut überlegen, ob diese Konstellation nicht vielleicht eine Option für unser Spiel sein sollte und demnach der IV nicht wichtiger wäre. Ich sehe die Verpflichtung eines IV als wichtiger an. Das spricht für mich gegen das „Experiment Wimmer“.

    • Boris Boris says:

      Aus meiner Sicht ist Sörensen in einer echten 4er Kette mit gutem defensivem Mittelfeld davor ein sehr guter Innenverteidiger. Momentan bin ich der Meinung, der aktuelle Kader reicht zum Klassenerhalt. Ein richtig guter Innenverteidiger wäre natürlich super, aber teuer.

    • Gerd Mrosk says:

      Unabhängig der gezeigten Leistungen sehe ich es auch als wichtiger an auf einen weiteren IV das Hauptaugenmerk zu legen.Im DM kann man immer mehr variieren und man hat mehr Spieler die das spielen können.Oder man spielt tatsächlich ab und an nur mit einem Sechser.Für eine Vierekette jedoch braucht man dringend 2 IV,da nicht davon auszugehen ist ,das wir in absehbarer Zeit jemals wieder es uns leisten können auf Dreierkette umzustellen

  3. Klaus Thelen says:

    Lieber Holger, Du bist aber nicht immer noch davon überzeugt, dass Mere ein super Innenverteidiger ist. Wenn er es wäre, hätte man ihn nicht bei der EM durch einen No Name Spieler ersetzt. Kein Wunder bei seinen Schnelligkeitsdefiziten und seiner Kopfballschwäche. Und das in der Bundesliga und einem Torwart wie Timo Horn. Schau`n wir mal.
    Jacques

  4. Ostfriesenhennes says:

    macht für mich den Eindruck, dass wir derzeit Probleme haben, dort was zu bekommen, was aber dringend notwendig ist, unsere jetzige Abwehr ist für die Bundesliga viel zu langsam und das wir absolut keine Eile haben, sehe ich komplett anders!

      • Michael H says:

        Ja. Im Prinzip kann der FC nicht verlieren. Entweder Wimmer besinnt sich schnell auf seine alten Stärken und man bekommt ihn für relativ wenig Geld. Oder, man verweist auf seine Präsenz in Köln und erklärt anderen Vereinen, dass man ihre Innenverteidiger nicht um jeden Preis kaufen wird. Auf dem Papier ist Wimmer nicht schlechter als alles was der FC realistisch verpflichten könnte. Zudem hat er in Köln schon vorher auf Bundesliganiveau gespielt, kennt er noch einige Spieler von damals und wäre sicherlich auch persönlich gerne wieder in Köln. Damit bietet er den Verantwortlichen doch eine gute Verhandlungsbasis.

  5. Max Moor says:

    Man hätte Nakamba für 7 Mio holen sollen statt diesen Wimmer .. nun kostet der über 10 Mio und Aston Villa / Aufsteiger holt sich den . Die bekommen den später für Viel mehr Mio los und Köln holt dann wieder sone gescheiterten . Akpoguma oder Nakamba wären Qualität

    • Jose Mourinho says:

      Bei Dir im Fussballmanager geht das so. Man klickt halt auf wen man möchte und für den Preis, der da steht, wechselt der dann. Im echten Leben gibt es aber den Spieler, den abgebenden Verein, die Berater, die Familie und wen sonst noch – und den Alphaarmin, der sich mit all denen einig sein muss. Und ich glaube, unser abies koreana bemüht sich wirklich um Nakamba und vielleicht klappt es ja auch noch. Dann hätte er sogar bei mir schon den 2. Punkt in dieser Transferphase gemacht. Mit Itzebubu hat er glaube ich schon einen Treffer gelandet.

    • Jose Mourinho says:

      Ja, die Testspiele sagen gar nix aus. So hast Du es ja schon immer gesehen. Zum Beispiel gegen Frechen.

      Max Moor says:
      5. Juli 2019, 18:25 Uhr um 18:25
      2 : 0 Modeste ; Modeste ; immer wieder ist es Modeste . Ich bin so froh das Modeste beim FC spielt , er ist einfach der BESTE !!!

      Oder ist es einfach so, dass die Spiele was aussagen, sofern Modeste gut spielt und nichts aussagen, sofern Modeste schlecht und Koziello gut spielt. Das ist ja an Albernheit kaum zu überbieten.

  6. Max Moor says:

    Köln muss gegen Wolfsburg am Spieltag 1 dann schnell 7 Gänge zulegen oder man verliert halt einfach 3 : 0 und fertig . Warum spielt man nicht gegen Florenz , Bordeaux oder Levante oder Palermo , Metz , Leeds …gegen Reutlingen oder das andere Nest ist doch Nix . kein Vergleich ob das Team was kann oder nicht

    • Holger says:

      Wir sind doch am Anfang der Vorbereitung……erst lernt man sich kennen und den Trainer, macht ein paar Pille palle Spiele und wenn sich langsam die Konstruktion der Mannschaft findet, spielt man gegen richtige Gegner…..dann aber nicht wieder mit allem was Schuhe trägt :-)

    • Jose Mourinho says:

      So macht man das eben zu Beginn der Vorbereitung. Müsste das der Herr Torschützenkönig nicht wissen? Die starken Gegener kommen zum Ende, wenn man mit dem Programm im Prinzip durch ist. Dann kommen Spiele gegen Bologna, Villareal und Southampton, was wohl die stärksten Ligen Europas abdeckt.

    • Max Moor says:

      Genau , Nakamba würde Köln aber Gut tun . Und Leipzig holt nun Tschauner von Hannover für 500.000 tausend das ist günstig . Die haben Alle ein Guten 2. TW und finde das Horn sich nicht so steigern wird . Die letzten 2 Jahre waren zu identisch und da bin ich gespannt wie es da so weiter geht . Ich sehe vieles positiv aber in einigen Punkten hakt es beim FC

  7. Holger says:

    Ich finde auch, dass ein guter IV wichtiger wäre als ein weiterer Mittelfeldspieler!
    Nakamba hin oder her, wenn man sieht was er gerade bei seinem aktuellen Arbeitgeber abzieht…..ohne Worte!
    A la Dembele seinerzeit bei Dortmund, so etwas geht garnicht!

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