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„Disziplinloseste Sportart“: Beierlorzer zeigt Verständnis


In der kommenden Saison müssen sich die Vereine, und damit auch der 1. FC Köln, mit einem neuen Regelwerk in der Bundesliga auseinandersetzen. Auch die Trainer können ab sofort mit Verwarnungen und Strafen versehen werden. Achim Beierlorzer zeigt dafür sogar Verständnis. Florian Kainz hingegen ärgert sich über eine bestimmte Regel-Neuerung. 

Aus dem Trainingslager in Donaueschingen berichtet Sonja Eich 

Wie vor jeder Saison müssen sich die Spieler auch für die kommende Spielzeit wieder auf kleinere Regeländerungen im Spiel vorbereiten. Doch auch für Trainer und andere Verantwortliche auf der Bank gibt es Neuerungen: Sie sind ab sofort ebenso zur Disziplin angehalten wie die Spieler auf dem Platz. Denn zur neuen Saison können auch sie mit einer Gelben oder Roten Karte bestraft werden. Eine Rote Karte bedeutet den Innenraumverweis. Wenn Unklarheit über den Schuldigen herrscht, erhält automatisch der Chef-Trainer die Karte.

Achim Beierlorzer zeigt Verständnis

„Ich bekomme die Karten für alle. Irgendeiner macht Blödsinn und ich bekomme die Verwarnung. Wenn da der Co-Trainer, der Zeugwart, der Physio rausspringt, verstehe ich schon, dass man das begrenzen will“, zeigt Achim Beierlorzer Verständnis für das neue Strafen-System. Der FC-Trainer erlebte in seinem letzten Spiel für Jahn Regensburg am eigenen Leib, was es heißt, auf die Tribüne verbannt zu werden. Nach einem harten Einsteigen gegen Regensburgs Nachreiner regte sich Beierlorzer so heftig auf, dass Schiedsrichter Petersen ihn aus dem Innenraum verwies. Die Verwarnungen oder Verweise durch Karten dürften nun für mehr Ruhe an der Seitenlinie sorgen. „Ich denke, es wird zu einer Disziplinierung des Stabs führen. Ich habe aber sowieso eine ganz andere Meinung: Klar muss man mal Dinge beim Vierten Offiziellen ansprechen, wenn man findet, sie sind nicht fair verteilt. Aber sonst habe ich einen anderen Job: Ich muss mich um die Mannschaft kümmern. Da habe ich keine Zeit für Gespräche mit den Schiedsrichtern.“

Fußball ist die undisziplinierteste Sportart

Generell würde sich Beierlorzer in seiner Sportart teilweise mehr Disziplin wünschen. Im Vergleich zu anderen großen Teamsportarten sei Fußball „die undisziplinierteste Sportart. Beim Volleyball muss der Spielführer sogar anfragen, ob er mit dem Schiedsrichter sprechen darf. Beim Basketball bekommt man ein technisches Foul, wenn man den Ball heftig auf den Boden wirft.“ Vergleichbare Aussagen von anderen Fußballlehrern findet man selten. Vielmehr beweist der Pädagoge damit, dass er in bestimmten Bereichen einen anderen Blick auf den Fußball wirft und diesen auch mal über den Tellerrand hinaus schweifen lässt. Für Beierlorzer hätten die Neuerungen sogar noch strenger ausgelegt werden können: „Wenn Bälle weggeschossen werden oder das Spiel durch Rudelbildung blockiert wird, stört mich das“, erklärt der ehemalige Lehrer und findet sogar: „Da hätte man noch mehr rangehen können.“

Mannschaft wird Regelschulung bekommen

Für die Mannschaft haben die Regeländerungen in den zwei Wochen der bisherigen Vorbereitung noch keine Rolle gespielt. „Wir werden noch eine Regelschulung bekommen“, sagte Florian Kainz dem Geissblog.Koeln. Dabei dürften die Spieler unter anderem darüber informiert werden, dass sie sich bei einem Freistoß in Zukunft nicht mehr in die abwehrende Mauer stellen dürfen, sofern diese aus mindestens drei Spielern besteht. „Dass sich die Spieler bei einem Freistoß nicht mehr in die Mauer stellen dürfen, ist schade. Das habe ich immer gerne gemacht“, meinte Kainz hinsichtlich dieser Neuerung. Dass der Ball bei einem Abstoß nun nicht mehr aus dem Strafraum heraus gespielt werden muss, hätte nach Ansicht des 26-jährigen schon früher verändert werden müssen. „Wenn der Ball beim Abstoß rausgespielt wird und man gesehen hat, dass man unter Druck gesetzt wird, ist der Spieler immer einen Schritt in den Strafraum reingegangen und der Abstoß wurde wiederholt.“ Grundsätzlich ist der Österreicher nicht der Meinung, „dass die Regeländerungen das Spiel großartig verändern werden. Die einzige Regel, über die immer diskutiert wird, ist das Handspiel. Ich bin gespannt, wie es dieses Jahr funktioniert.“

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