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„Eigentlich Mission erfüllt“: Ausweichtrikot spaltet FC-Fans

Wie jede Saison bewegt die Trikot-Frage die Fans des 1. FC Köln. In Weiß zuhause, in Rot in der Ferne und nun also in Blau mit Kölner Dom, wenn weder Weiß noch Rot gehen. Gerade das neue Ausweichtrikot spaltet die Anhängerschaft, scheint aber bei der Mehrheit gut anzukommen. Darauf setzt auch der FC.

Köln – Nein, das Ausweichtrikot der Geissböcke war in der Vergangenheit nur selten etwas für die breite Masse der Fans. Es gab das einfache, recht langweilige Schwarze in der letzten Saison, davor das gewagte, aber irgendwie kultige Grau-Gelbe, davor das Schlafanzug-weiche Leibchen in Anthrazit, auch Dunkelblau mit gelben Applikationen und ein Papageien-Outfit war in den letzten Jahren dabei.

Mehrfach gingen die Verkaufszahlen durch die Decke, auch, weil sich viele FC-Fans über die Jahre an Ausrüster Erima gewöhnt hatten und dem eher kleinen, aber doch feinen Unternehmen hoch anrechneten, dass es immer wieder überraschen konnte. Als dann der Deal mit Uhlsport bekannt gegeben wurde, schüttelte die große Mehrheit der FC-Fans aber den Kopf. Und die Trikots der vergangenen Saison schienen viele zu bestätigen. Die Designs enttäuschen viele, sie blieben unkreativ und hinter den Erwartungen zurück, bis das Karnevalstrikot kam und viele Kölner Anhänger positiv überraschte.

Wie ein Facebook-Trikot mit hundert Like-Daumen

Nun also der zweiten Versuch mit Uhlsport, und diesmal scheint dem Ausrüster ein Coup gelungen zu sein. Das weiße Trikot überraschte wenig, das rote bekam aufgrund seiner Nadelstreifen bei vielen Fans eine gute Note. Und dann wäre da noch das dunkelblaue Ausweichtrikot mit den vielen Domspitzen auf der Brust. „Sieht eher aus wie ein Facebook-Trikot mit hundert Like-Daumen“, befand zwar GBK-User Karis. Im Effzeh-Forum schrieb ein User: „Mein Sohn hat einen Schlafanzug im Weltraumlook, mit jeder Menge Raketen drauf. Bei dem Ausweichtrikot muss ich daran denken.“

Und tatsächlich spaltet das Blaue die Anhängerschaft. Für jede Pro-Stimme scheint es eine Contra-Stimme zu geben. Beim FC hat man offenbar auch darauf gesetzt, denn meist waren jene Trikots die Verkaufsschlager, die für hitzige Diskussionen in den sozialen Netzwerken und Foren gesorgt hatten. Auch deshalb hat Uhlsport vorab bereits eine größere Marge an Ausweichtrikots geliefert, in der Hoffnung, dass genau dieser Umstand eintreten würde. GBK-User NICK fasste daher wohl treffend zusammen: „Generell ist die Erwartungshaltung an die Trikots immer so hoch… Was soll man machen? Beim Effzeh ist gewünscht ’schlicht Weiß‘, ’schlicht Rot‘ und das Auswärts ‚was Ausgefallenes‘ – eigentlich Mission erfüllt…“

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6 Kommentare
  1. Peter Josef says:

    Trikots kann man generell grob in drei Kategorien fassen: a) Ein Trikot halt b) Elegant c) Designerspielwiese.

    Seit Uhlsport haben wir nun 4 Trikots der Kategorie a) (H/A dieses und letztes Jahr). Das Ausweichtrikot letztes Jahr würde ich mal unter b) packen, dort aber als mäßig gelungen bezeichnen. (Kategorie a) ist per Definition allenfalls mäßig gelungen). Das Karnevalstrikot und das diesjährige Ausweichtrikot fallen unter c). Kategorie c) heißt immer: Lieben oder Hassen und ich finde es okay, wenn 1 Trikot jedes Jahr unter diese Kategorie fällt. Ich würde mir halt mal wieder ein wirklich elegantes normales (H oder A) wünschen und vielleicht noch etwas mehr Spaß an der Arbeit, selbst wenn man Trikot der Kategorie a) machen will. Seit 2 Jahren pure Langeweile in den normalen Trikots – also selbst in der Kategorie a) sind die Grenze.

  2. Klio says:

    Ich bin bei Trikots eher ein Fan von „schlicht, aber ergreifend“ – das rote Trikot mit dem dunkleren Rot für die Ärmel finde ich sehr gelungen.

    Das weiße Trikot – na ja. Der Einsatz an der Schulter ist weder funktional zu erklären noch vom Design her. Der Verlauf des Halsausschnitts hängt damit zusammen: Der breite, farblich abgesetzte Rand (wie bei Ärmelbündchen und dem unteren Bund) wird vorne ab Höhe des Schlüsselbeins unterbrochen durch ein einfarbiges sehr viel schmaleres Bündchen. Das wirkt auf mich wie hingehuddelt – so als hätte man in ein Shirt, aus dem ein Kind rausgewachsen ist, Teile eines anderen Shirts eingesetzt.

    Dass eins der Trikots auffälliger sein soll, ist klar. Beim ersten Blick auf das „Dom-Trikot“ habe ich auch an Schlafanzüge gedacht. So recht kann ich zudem nicht erkennen, dass das wirklich der Dom sein soll. Der Nordturm liegt hier sozusagen im Schatten. Durch die Motivwiederholung im Rapport ist das Markanteste am Dom, die Doppeltürmigkeit, erstmal kaum wahrnehmbar. Zudem stimmt die Silhouette des Domturms nicht wirklich, v.a. mit den Ecktürmchen. Bei den Umrissen habe ich eher an Groß St. Martin gedacht als an den Dom.

    Letztlich ist das halt Geschmackssache. Und egal, wie hässlich man ein Trikot finden sollte: Sobald die Mannschaft damit Gladbach schlägt oder mit einem tollen Spiel den Klassenerhalt frühzeitig klar macht, wächst es einem ans Herz. Je markanter ein Trikot ist, umso eher.

  3. Gerd Mrosk says:

    weniger ist manchmal mehr.Warum das ganze Trikot voller Dom? Das erschlägt.Die Farbe des Ausweichtrikot find ich eher gut,auch den passenden Kragen farblich.Heim-und Auswärtstrikot?Das ist was für Sammler,aber da zieh ich lieber jahrelang ein Trikot an,was mir von früher gefällt.Also,ziemlich mangelhaft insgesamt.

  4. Hermann says:

    Wir sind nicht die einzigen mit solchen Problemen. Das dürfte wohl trösten. Das neue Nike Trikot von Barcelona dürfte auch der kroatischen Nationalmannschaft gut zu Gesicht stehen und hat für Erheiterung gesorgt.
    Mit Design sind ja Kreative Beschäftigt und da gilt die Faustregel; mangelnder Ideenreichtum produziert Skurriles, um diesem Mangel den Anstrich künstlerischen Schaffens zu verleihen.
    Fairerweise muss man sagen das die Gestaltungsmöglichkeiten durch die nötige Farbgebung begrenzt sind. Eins in Rot und eins in Weiss. Irgendwann erschöpfen sich die Möglichkeiten durch diese Vorgaben.
    Dennoch muss man irgendetwas neues produzieren um die Marketing Maschine am laufen zu halten.
    In diesem Zusammenhang muss man auch die Karnevalstrikots sehen; sind sie nun Ausdruck Kölscher Kultur, oder sind sie Ausdruck der Tatsache das auf Grund eben dieser auch noch an einem vierten Trikot im Jahr Geld verdient werden kann, oder vielleicht doch beides?
    Mir persönlich reicht ein weisses zuhause, ein rotes auswärts und ein schwarzes Ausweichtrikot. Aber wer soll damit Geld verdienen?
    Insofern geht das Kalkül der neuen Trikots auf; es muss nicht allen gefallen. Wenn es einem Teil der Anhängerschaft gefällt, wird es gekauft und das ist immer noch besser, als wenn man nichts neues anzubieten hat und die Absatzzahlen stagnieren.

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