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McKenna-Abschied bestätigt: „Mir fehlten die Perspektiven“

Der 1. FC Köln hat am Sonntagnachmittag bestätigt, dass Kevin McKenna den Klub mit sofortiger Wirkung verlassen hat. Der GEISSBLOG.KOELN hatte zuvor exklusiv berichtet, dass der Kanadier sein Amt als Co-Trainer der U21 niedergelegt hatte. Nach zwölf Jahren endet damit die Zeit des 39-Jährigen beim Effzeh.

Köln – Nach 155 Pflichtspielen als Trainer und fünf Jahren als Trainer im Nachwuchsbereich der Geissböcke ist für Kevin McKenna beim 1. FC Köln Schluss. Die Geissböcke bestätigen am Sonntagnachmittag, dass der Kanadier sich entschieden hat, den FC mit sofortiger Wirkung zu verlassen. „Mir fehlten beim FC die Perspektiven in naher Zukunft eine Nachwuchsmannschaft als Cheftrainer zu übernehmen“, sagte der einstige FC-Profi und Fan-Liebling.

Zuletzt hatte McKenna die Vorbereitung der U21 als Co-Trainer unter Mark Zimmermann begleitet. In der vergangenen Saison hatte er nach dem Aufstieg von André Pawlak zu den Profis die U21 in den letzten drei Saisonspielen als Cheftrainer betreut und darauf gesetzt, die Mannschaft in gleicher Position in die kommende Saison führen zu können. Das blieb ihm verwehrt. „Mir ist wichtig, dass ich mein Trainerteam frühzeitig informiert habe, dass diese Situation je nach Ausgang der Gespräche eintreten kann“, sagte McKenna. „Der FC hat in meiner Karriere viel für mich getan, dafür bin ich sehr dankbar. Die Fans hier sind unglaublich und ich werde meine Zeit hier nie vergessen.“

Nachfolger wird händeringend gesucht

Matthias Heidrich betonte, dass er sich als Leiter des Nachwuchsleistungszentrums einen anderen Ausgang der Gespräche gewünscht hätte. „Wir konnten Kevin seine gewünschten Perspektiven aktuell leider nicht zusichern“, erklärte der NLZ-Leiter, der den beliebten Ex-Profi gerne im Klub behalten hätte. „Wir verlieren nicht nur einen leidenschaftlichen Mitarbeiter, sondern auch eine Identifikationsfigur. Wir arbeiten an einer Nachfolgeregelung für ihn, möchten aber eine gute statt einer schnellen Lösung präsentieren.“ Die Zeit dafür wird knapp. Bereits am kommenden Samstag startet die U21 mit einem Auswärtsspiel bei Fortuna Köln in die neue Saison. Dann wird Zimmermann wohl von Martin Heck unterstützt, der neben seiner Weiterbildung zum Fußballlehrer als zweiter Co-Trainer neben McKenna in der U21 vorgesehen war und nun erst einmal der einzig verbliebene Assistent ist.

6 Kommentare
  1. Ulrich Treimer says:

    Man kann eine Mannschaft zumindest im Übergang auch alleine trainieren. Anscheinend braucht aber jeder Spieler heute seinen persönlichen Pfleger.
    Auch in ein Trainingslager fahren heute (nicht nur beim FC) ja nur noch 40% Spieler und 60% Trainer, Betreuer und Kartenspieler. Was machen die nur den ganzen Tag?

  2. Karl Heinz Lenz says:

    „Jetzt ist Unruhe im Verein!“, schreibt der Geissbock in seinem ersten Artikel über Kevin McKenna. Und dann noch einen Beitrag hinterher …
    Diese Geschichte erinnert mich an das Ausscheiden von Alexander Bade. „Ein verdienter Mitarbeiter, wie unmenschlich!“, schürte damals der Geissblock das Feuer. Und jetzt: „Kevin hielt 12 Jahre für den FC die Knochen hin!“ Was ist der Dank? Nothing! „Stattdessen flüchtet Kevin!“. Es ist noch gar nicht lange her, da legte der Geissblock wegen Trainer Pawlak eine ähnliche Platte auf: „Nach grandioser Rückrunde in der Regionalliga: Pawlak wird doch wohl hoffentlich Trainer des Bundesliga-Teams werden!“.
    Auf den ersten Blick sorgt sich der Geissblock um „verdiente Mitarbeiter“ des FC und zeigt damit eine soziale Einstellung. Jeweils mit mehreren Artikeln hintereinander, im Fall von McKenna sogar exklusiv. Was als erstes auffällt: Der Geissblog produziert auf diese Weise die Unruhe, die er gleichzeitig beklagt! Wir tun ja nur unsere journalistische Informationspflicht, liebe Leser!
    Ich bleibe dabei, Herr Mourhino: Die ganze Serie von Problemartikel, die der Geissblog in diesen Wochen loslässt (z. B.: Angeblicher Wechsel von Veh und Werle zum VfB; Überhöhte Gehälter von Veh und Werle; kein sparsames Haushalten der Vereinsführung; unrealistischer Stadion-Ausbau; Fehler und Versäumnisse von Veh bei der Zusammenstellung des Kaders; Fragwürdige Profi-Verträge; Ungeschick bei der Bauplanung rund ums Geissbockheim) sehe ich in einem Zusammenhang mit der stimmungsmäßigen Vorbereitung der Mitgliederversammlung im September: Pro Wolf & Co.; Contra Veh und Werle. So etwas gibt es eben im wahren Leben: Journalisten bieten sich den neuen Herrschern im vorhinein an, zu beiderseitigem Vorteil.
    Natürlich kann ich mich auch irren, Herr Mourhino, das ist klar. Würde mich aber wundern.

  3. mapema says:

    Es sollte schnellstmöglich ein neuer Assistent gefunden werden. Ansonsten haben wir einen Nachteil. Die Assistenten sind, wenn man sich etwas mehr für den heutigen Fußball interessiert, auch nicht nur zum Hütchen aufstellen, Spieler zu pflegen oder zum Kartenspielen da. Vor- und Nachbereitung des Trainings, während des Trainings verschiedene Übungen und Gruppen überwachen, eigene und Gegneranalyse, Austausch mit den anderen Fußballtrainern, mit der medizinische Abteilung, mit Reha und Athletik Trainer, mit der NLZ Leitung und GF und noch mehr. Diese ganze Arbeit auf 1,5 Schultern zu verteilen ist schon ambitioniert,auch für eine kurze Zeit.
    Aber natürlich soll der Personalbedarf nicht ausarten. Insgesamt 2 bis 3 Assistenten genügen.

  4. LOCUTUS says:

    Was mich stört, ist die Tatsache, dass das Gespräch der Führung mit McKenna so spät stattfinden musste. Nun sucht man kurzfristig „händeringend“ nach einem Ersatz. Seine fehlende Perspektive hätte man ihm auch direkt nach der Trainerverpflichtung vor Augen führen können.
    Ansonsten weine ich McKenna keine Träne nach. Welche Leistungen u Qualifikationen hat er bitte vorzuweisen, um solche Ansprüche stellen zu können?
    Für mich steht er mit stellvertretend für die magere Performance der U21 der letzten Jahre.

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