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Veh stellt klar: „Dann spielen sie halt in der zweiten Mannschaft“


Jannes Horn ist nicht mehr Teil der Profi-Mannschaft des 1. FC Köln. Der Linksverteidiger wurde zumindest vorübergehend in die U21 versetzt. Eine Degradierung, die zunächst nur den 22-Jährigen erwischt hat. Doch Sportchef Armin Veh kündigte an, dass es auch andere Spieler treffen könnte. Schließlich ist der Kader zu groß.

Köln – Die Geschichte von Jannes Horn beim FC ist fast schon tragisch: Erst überwiesen Jörg Schmadtke und Alexander Wehrle sieben Millionen Euro für den Linksverteidiger nach Wolfsburg, um dann zu sehen, dass Peter Stöger ihn eigentlich nicht wollte. Ein halbes Jahr später ließen Armin Veh und Wehrle eine Anfrage für den Youngster in zweistelliger Millionenhöhe von RB Leipzig auslaufen. Stattdessen machte man, in der Erwartung eines Abgangs von Jonas Hector, dem Ex-Wolfsburger Hoffnungen auf einen Stammplatz in Liga zwei. Dann blieb Hector und Horn versauerte in der Rückrunde auf der Tribüne.

Insgesamt elf Bundesliga- und 18 Zweitliga-Spiele konnte Horn verzeichnen. Mehr werden wohl nicht mehr dazu kommen, außer in der Regionalliga. Dass den Linksverteidiger überhaupt noch in Köln ist, überrascht ohnehin. Seine Rolle beim FC schien klar, hatte er doch in der letzten Rückrunde schon fast nur noch auf der Tribüne gesessen und mit Noah Katterbach einen Konkurrenten aus dem FC-Nachwuchs bekommen. Doch Horn setzte offenbar noch einmal auf den neuen Trainer. Dieser teilte ihm nun aber mit, dass für Horn vor dem Trainingslager in Kitzbühel zunächst einmal Endstation bei den FC-Profis ist.

Das sind Profifußballer, die kriegen hier ihr Geld

Das könnte über Kitzbühel hinaus freilich nicht nur für Horn gelten. Denn unter Achim Beierlorzer haben es auch andere Profis schwer. Matthias Bader beispielsweise soll verliehen werden, nachdem er in der vergangenen Saison vom KSC aus der Dritten Liga gekommen war. Vier Einsätze in Liga zwei später soll der 22-Jährige woanders Spielpraxis sammeln, im Zweifel in der Kölner U21. Doch da fängt im Falle Bader beispielsweise das Problem an. Der Rechtsverteidiger hatte in der letzten Saison keine Chance auf Einsätze bei den Profis. In der U21, wo er sich zumindest hätte Spielpraxis holen können, ließ er sich aber kein einziges Mal einsetzen. Eine verpasste Chance für den Youngster und auch ein Zeichen an die Vereinsführung, dass in diesem Sommer eine Luftveränderung her muss.

Sportchef Armin Veh ließ nun keinen Zweifel daran, dass es nicht nur für Horn zur U21 gehen könnte. Man habe mehreren Spielern mitgeteilt, dass „es besser ist, wenn man sich verändert“, sagte Veh am Samstag nach dem Testturnier in Lohne. „Wenn das nicht klappt, sind sie hier. Wir setzen ihnen nicht die Pistole auf die Brust.“ Dann kam aber der entscheidende Satz: „Wir haben ja auch noch eine zweite Mannschaft, die erfolgreich sein soll. Es kann sein, dass die Spieler dann in der U21 spielen werden. Das sind Profifußballer, die kriegen hier ihr Geld. Dann spielen sie halt in der zweiten Mannschaft.“

Verkauf, Leihe oder U21

Eine deutliche Ansage an Horn, Bader, aber auch Frederik Sörensen oder Salih Özcan, die genauso wie Niklas Hauptmann in den aktuellen Planungen keine oder nur eine untergeordnete Rolle spielen. Die Tür zu einem Wechsel steht ihnen offen – in manchem Fall wenngleich nur auf Leihbasis. Der FC könnte jede Ablösesumme und Gehaltseinsparung gut gebrauchen, um auf der Sechs und in der Innenverteidigung noch einmal nachzulegen. Doch sollten die Spieler sich zu einem Verbleib entscheiden, würden sie den Weg gehen, den vor ihnen schon Nikolas Nartey gehen musste: in die U21, bis die Vertragssituation geklärt ist.

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