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Der Konkurrenzkampf beim FC: Position für Position


Der 1. FC Köln bricht am Freitag nach England auf. Dort steht am Samstag beim FC Southampton die Generalprobe für die kommende Bundesliga-Saison auf dem Programm. Das Spiel wird Aufschluss darüber geben, wer aktuell die Nase im Kampf um die Startelf-Plätze vorn hat. Auf vielen Positionen geht es eng zu.

Köln – Achim Beierlorzer hat mit seiner 4-4-2-Grundordnung vielen Spieler im FC-Kader einen Gefallen getan. „Das System passt zur Mannschaft“, sagte Sportchef Armin Veh zuletzt. Aber wer hat auf welchen Positionen die Nase vorn? Welche Optionen hat Beierlorzer? Und wie könnte die Startelf gegen Wehen Wiesbaden im DFB-Pokal am 11. August aussehen? Der GEISSBLOG.KOELN macht den Check.

Tor

Im Tor sind die Kräfteverhältnisse eindeutig verteilt. Timo Horn geht als unangefochtene Nummer eins in die Saison. Thomas Kessler ist aktuell noch die Nummer zwei, soll aber von Brady Scott und Julian Krahl erstmals wirklichen Druck bekommen. Der Wunsch der FC-Verantwortlichen: Einer der beiden Youngster löst Kessler im Laufe der Saison als Nummer zwei ab.

Rechtsverteidiger

Kingsley Ehizbue hat sich hier wohl klar den Platz gegen Benno Schmitz und Matthias Bader erkämpft. Während Schmitz der solide, aber gerade offensiv unauffällige Akteur ist, hat sich Neuzugang Ehizibue durch seine enorme Schnelligkeit, seine Spielfreude und auch durch seine Kopfballstärke bei Standards den Platz erkämpft. Defensiv machte er seinen Job in der Vorbereitung gut, durch sein Tempo bekommt er im Zweifel in Zweikämpfen oder bei Stellungsfehlern noch einmal eine zweite Chance. Offensiv dagegen scheint der Niederländer eine echte Waffe werden zu können. Schmitz muss sich hinten anstellen, Bader sowieso. Der Youngster soll verliehen werden.

Innenverteidigung

Jorge Meré hat nur zehn Tage gebraucht, um Achim Beierlorzer von sich zu überzeugen. Der Spanier muss zwar körperlich noch die Rückstände aus dem späten Urlaub durch die U21-EM aufholen. Er ist aber gesetzt. Neben ihm hat zur Zeit Rafael Czichos die Nase vorn. Beierlorzer gefallen die körperliche Präsenz und das lautstarke Dirigieren des Linksfußes. Der FC will auf dieser Position aber noch einmal nachbessern, da Czichos nicht der beweglichste Verteidiger ist. Klar ist dahinter die Situation für Lasse Sobiech und Frederik Sörensen: Sobiech ist aktuell die Nummer drei, könnte durch den angekündigten Neuzugang zu Nummer vier werden. Sörensen spielte zwar eine anständige Vorbereitung, gilt aber weiterhin als Kandidat für einen Wechsel. Außer, Beierlorzer bekommt den Dänen noch hin.

Linksverteidiger

Keine Frage: An Jonas Hector führt kein Weg vorbei. Der Kapitän und Nationalspieler ist als einer der uneingeschränkten Leistungsträger und Führungsfiguren eingeplant. Dahinter wurde Jannes Horn zur U21 abgeschoben, um die beiden Youngster Noah Katterbach und Ismail Jakobs zu fördern. Da das Duo nun aber verletzt ist, rückte nicht etwa Horn wieder auf, sondern Bader von rechts nach links. Er machte seine Sache gut, weshalb Horn bei der U21 bleibt und die beiden Verletzten die Zeit bekommen, zu gesunden. Doch die Sache ist klar: Die Viererkette stellt sich aktuell fast von selbst auf, personell darf nicht viel passieren, da das Leistungsgefälle hier am größten ist.

Rechtsaußen

Auf den offensiven Außenpositionen herrscht ein reges Treiben. Rechts hat sich Marcel Risse verletzt und fällt wohl mehrere Wochen aus. Bitter für den Routinier, der im 4-4-2 viel besser zurecht kommt als im 3-5-2 der vergangenen Saison. Sein Aufschwung hätte aber wohl trotzdem nicht zum Stammplatz gereicht, weil Kingsley Schindler gut zu Ehizibue zu passen scheint. Das Duo harmonierte bereits gut und profitiert gegenseitig von der Schnelligkeit des anderen. Louis Schaub durfte derweil nicht immer rechts spielen, wurde häufiger als zweite Spitze eingesetzt und scheint aktuell etwas hinten dran zu sein. Seine Qualität ist aber unbestritten, und so ist der Österreicher für Beierlorzer wohl jederzeit eine Option. Aktuell aber nicht die erste. Auch Dominick Drexler könnte nach rechts rücken. Der Trainer sieht ihn aber eher in der Mitte oder links. Und dann wäre da noch Christian Clemens. Doch der Kreuzband-Geschädigte wird noch mehrere Monate brauchen, ehe er in den Kampf um die Plätze wird eingreifen können.

Linksaußen

Hier geht es im Konkurrenzkampf um Nuancen. Florian Kainz und Dominick Drexler sind ähnlich gut drauf, sind aber gänzlich unterschiedliche Spieler. Der österreichische Flankenläufer, der auch mal in die Mitte zieht, um aus der zweiten Reihe abzuziehen, findet sich unter Beierlorzer gut zurecht. Drexler dagegen ist alleine schon wegen seiner bärenstarken Aufstiegs-Saison in einer Position, Ansprüche geltend zu machen, zumal seine Vorbereitung auch gut verlief und er durch sein Gespür für Räume und Laufwege eine Qualität mitbringt, die kaum ein anderer FC-Spieler aufweisen kann. Qualitäten, die er aber auch durchaus aus der Mitte heraus einbringen könnte. Darko Churlinov kann sich derweil auf die Fahnen schreiben, eine für sein Alter beeindruckende Vorbereitung zu spielen. Er hat das überraschende Moment, die Unbekümmertheit und die Frechheit, die gerade auf seiner Position viel wert sein können. Allerdings wird er es für ihn zunächst nicht über die Joker-Rolle hinaus gehen.

Zentrales Mittelfeld

Dass Ellyes Skhiri noch nicht in Köln ist, macht den Konkurrenzkampf im Zentrum nicht kleiner. Im Gegenteil. Solange der Tunesier, der die Kräfteverhältnisse schnell noch einmal verändern wird, nicht beim FC weilt, wollen sich die anderen Kandidaten in Position bringen. Birger Verstraete scheint aktuell gesetzt. Der Neuzugang aus Gent überzeugt durch Ballsicherheit, Leichtfüßigkeit und hohe Aggressivität. Marco Höger will sich seinen Stammplatz aber nicht nehmen lassen und weiß, dass er einen starken Saisonstart braucht, um sich gegen den Belgier und den Tunesier zu beweisen. Vincent Koziello muss derweil zeigen, ob er es schafft, sich beim FC durchzusetzen. Weder unter Ruthenbeck noch unter Anfang oder Pawlak konnte er sich durchsetzen. Gelingt ihm dies unter Beierlorzer? Aktuell riecht es eher nach einem Platz auf der Bank, auch, weil zudem Drexler eine ernsthafte und interessante Option für das Zentrum ist. Für Salih Özcan und Niklas Hauptmann dagegen sieht es düster aus. Sie wurden weder gegen Bologna noch gegen Villarreal eingesetzt und werden wohl auch nach Southampton nicht mitfliegen. Während Nikolas Nartey bereits in die zweite Mannschaft versetzt wurde, ahnen Özcan und Hauptmann längst, dass ihre (nahe) Zukunft nicht in Köln liegt.

Angriff

Es dürfte wohl einige Bundesligisten geben, die den FC um seine drei Stürmer beneiden. Simon Terodde kommt mit der Empfehlung von 29 Toren in Liga zwei zurück ins Oberhaus. Jhon Cordoba hat sich mit seinen 20 Treffern frei geschossen und will beweisen, dass er es auch in der Bundesliga kann. Und Anthony Modeste hat nicht weniger vor, als erneut zwischen 15 und 25 Toren in der Bundesliga zu schießen. Aber wer darf die beiden Plätze im Sturm bekleiden? Cordoba ist zwar gegen Wolfsburg gesperrt, ist spielerisch und körperlich aber der Angreifer, der zu beiden seiner Sturmpartner gut passt. So werden sich wohl Terodde und Modeste darum streiten, wer neben Cordoba starten darf. Modeste scheint aktuell die Nase vorn zu haben, durfte im Training wie auch in den Spielen häufiger gemeinsam mit Cordoba ran als Terodde, der eher alternative Sturmpartner wie Schindler oder Schaub zur Seite gestellt bekam. Gegen Wiesbaden riecht es nach Cordoba/Modeste. Gegen Wolfsburg dagegen wird es schon wieder anders aussehen, wenn der Kolumbianer seine Rot-Sperre aus der Vorsaison absitzt.

Die aktuelle Top-Elf

Horn – Ehizibue, Meré, Czichos, Hector – Schindler, Verstraete, Drexler, Kainz – Cordoba, Modeste

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