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„Haben gesehen, was mit dieser Art Fußball möglich ist“


Der 1. FC Köln steht nach zwei Saisonspielen noch ohne Punkte da und findet sich derzeit auf dem vorletzten Tabellenplatz wieder. Doch die Spielweise der Kölner gegen Borussia Dortmund macht Mut, sich auf lange Sicht in dieser Liga auch mit Punkten zu belohnen und die Abstiegsränge hinter sich zu lassen. 

Köln – Null Punkte aus zwei Spielen und bereits fünf Gegentore. Wer sich lediglich die nackte Tabelle der Bundesliga anschaut, dürfte aus Kölner Sicht schnell an die Abstiegssaison 2017/18 erinnert werden. Doch wer sich die beiden Niederlagen gegen den VfL Wolfsburg und Borussia Dortmund angeschaut hat, dürfte schnell merken, dass die beiden Mannschaften, die für die Geißböcke damals wie heute auf den Feld standen, kaum noch Gemeinsamkeiten haben. „Es ist nie günstig, mit zwei Niederlagen zu starten. Wir hätten aber in beiden Spielen was holen können. Man hat gesehen, was wir für eine Art Fußball spielen wollen. Es ist nur nicht belohnt worden“, zeigte sich Armin Veh nach der 1:3-Pleite gegen Borussia Dortmund zwar Enttäuscht ob der Niederlage, allerdings nicht mit der Leistung des Teams.

Das ist für uns natürlich bescheuert

Vor zwei Jahren hießen die beiden Auftaktgegner Borussia Mönchengladbach und Hamburger SV. Zumindest gegen den späteren Mit-Absteiger aus der Hansestadt hatten sich die Kölner im Heimspiel wohl deutlich mehr ausgerechnet als die damalige 1:3-Niederlage. Auch in dieser Saison ging das erste Spiel vor heimischem Publikum in Müngersdorf mit 1:3 verloren – allerdings gegen den amtierenden Vizemeister und diesjährigen Titelanwärter. Mit der Leistung des FC von Freitagabend hätten sich wohl die meisten Mannschaften in Müngersdorf die Zähne ausgebissen. Nicht so jedoch der BVB, der durch seine individuelle Stärke die Partie in der Schlussphase noch zu seinen Gunsten drehen konnte. „Normalerweise rege ich mich nicht auf, wenn ein Spielplan rauskommt. Aber der ist für uns natürlich bescheuert. Das ist kein Spielplan für uns. Ich hätte Dortmund lieber im November gehabt, wenn sie schon ein paar Champions-League-Spiele hatten und der eine oder andere vielleicht nicht so frisch ist. Jetzt waren alle dabei“, ärgerte sich Veh über das frühe Aufeinandertreffen mit dem Champions-League-Teilnehmer. Auf die Breite im Dortmunder Kader, die nach knapp einer Stunde Julian Brandt und Achraf Hakimi einwechseln konnten und einen Mario Götze sogar über 90 Minuten auf der Bank ließen, dürfte wohl die gesamte Liga neidische Blicke werfen. Und so werden wohl auch noch andere Mannschaften neben dem 1. FC Köln in dieser Saison an den Borussen scheitern.

Die Geißböcke schafften es zumindest, dem BVB über 70 Minuten Paroli zu bieten und bis zur 86. Minute zumindest weiterhin so einzuschränken, dass beinahe eine Punkt dabei herausgesprungen wäre. Die Dortmunder kamen aufgrund des hohen Pressings der Kölner über eine Stunde lang kaum zu nennenswerten Torchancen. Der FC verteidigte am Freitagabend leidenschaftlich, zweikampfstark und mit hoher Laufbereitschaft. Kein Wunder, dass sich Trainer Achim Beierlorzer hinterher auch zufrieden mit der abgerufenen Leistung seiner Jungs zeigte: „Ich habe ein sehr gutes Spiel meiner Mannschaft gesehen, leider am Ende ohne Lohn. Unser Plan ist sehr gut aufgegangen, wir hatten immer Druck im Spielaufbau und viele Balleroberungen. Wir haben das sehr gut gemacht und darauf können wir aufbauen.“ Bevor es in die Länderspielpause geht, reist der FC am kommenden Wochenende zum SC Freiburg, der mit der vollen Ausbeute von sechs Punkten in die Saison gestartet ist. Hier wollen und müssen die Kölner an ihre Leistung aus dem Dortmund-Spiel anknüpfen, um nicht mit null Punkten in die Pause zu gehen. „Jetzt geht es drum, dass wir den Glauben an diese Spielweise in jeder Situation in uns tragen. Wir haben gesehen, was mit dieser Art Fußball zu spielen möglich ist. Wir machen genauso weiter, wir werden beharrlich daran arbeiten und dann bin ich überzeugt, dass wir die Punkte holen, die für unser Ziel ausreichen“, sagte Beierlorzer nach der Niederlage am Freitagabend, wenngleich es gegen die ebenfalls auf Umschaltspiel ausgelegten Freiburger zu einem gänzlich anderen Spiel kommen dürfte als gegen den BVB.

Wir müssen uns dieses Spiel zum Vorbild nehmen

Die FC-Spieler selbst waren nach dem starken Spiel gegen den BVB aufgrund der Niederlage freilich enttäuscht. Doch die Köpfe dürften angesichts der gezeigten Leistung in der kommenden Trainingswoche schnell wieder nach oben gehen. „Jetzt müssen wir uns dieses Spiel zum Vorbild nehmen, um im nächsten Spiel drei Punkte zu holen. Wir haben jetzt schon zwei Spiele ohne Punkte, das ist schade“, brachte es Anthony Modeste am Freitag auf den Punkt. „Es hat sich so angefühlt, dass wir Dortmund hätten schlagen können. Man sieht, dass wir eine gute Mannschaft für die Bundesliga haben. Die Punkte werden kommen, da bin ich mir sicher“, ist Kingsley Ehizibue fest von den Qualitäten des Teams überzeugt. Und Rafael Czichos forderte die Leistung aus dem BVB-Spiel nun als Messlatte für die verbleibenden 32 Partien: „Wir wollten eklig sein, wollten nerven, haben uns in jeden Ball und jeden Zweikampf reingeworfen. Wir müssen aber noch mutiger mit Ball sein. Diese Leistung muss die Benchmark sein für diese Saison. Das muss das Niveau sein, welches wir immer abliefern müssen.“

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