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„Nicht jeder Spieler hat sein absolutes Top-Niveau erreicht“


Auf Augenhöhe, aber ohne Punkte: Der 1. FC Köln verliert den Bundesliga-Auftakt beim VfL Wolfsburg mit 1:2 (0:1) und muss sich vorwerfen lassen, in der ersten Halbzeit in den entscheidenden Momenten nicht genau genug gespielt zu haben. Nach der Pause verdiente sich der VfL den Sieg, doch Beierlorzer ärgerte sich auch über eine Szene in der 33. Minute, als der FC einen Elfmeter hätte bekommen können. Die Stimmen zum Spiel.

Aus Wolfsburg berichtet Marc L. Merten

Marco Höger: „Wir wollten anders starten und hier etwas mitnehmen. In der ersten Halbzeit haben wir auf Augenhöhe agiert, wir müssen dann aber auch ohne Gegentor in die Pause gehen. Wenn man nicht richtig durchverteidigt, kriegt man auch mal so ein Gegentor. Nach der zweiten Halbzeit war es ein Stück weit verdient, dass Wolfsburg gewonnen hat. Gegen den Ball funktioniert viel, was wir uns vornehmen. Mit Ball müssen wir das aber noch konsequenter, zielgerichteter und mit mehr Überzeugung nach vorne spielen. Wir müssen, wenn wir die Bälle gewinnen, mit dem Ballbesitz ordentlich und verantwortungsvoll umgehen. Da waren einige zu schnelle Ballverluste dabei, und dann hat Wolfsburg die Qualität, auch mal ein Eins gegen Eins für sich zu entscheiden. Das müssen wir abstellen, denn gegen den Ball war es eigentlich schon sehr ordentlich.“

Viele Spieler haben noch keine Bundesliga gespielt – das ist ein Unterschied

Anthony Modeste: „Es war heute schwer für mich, aber das ist manchmal auch mein Job. Ich mache es ja trotzdem gerne. Wir haben alles gegeben, leider hat es nicht gereicht. Wir müssen hart an uns arbeiten, viele Spieler haben noch keine Bundesliga gespielt. Das ist ein Unterschied. Das Spiel gegen Dortmund kommt schnell, deswegen müssen wir jetzt schauen, was wir besser machen können und uns auf den BVB fokussieren.“

Kingsley Schindler: „Ich finde, wir haben eigentlich ein gutes Spiel gemacht und gut dagegen gehalten. Wir hätten ein, zwei Situationen besser verteidigen müssen, nach vorne aber konsequenter spielen müssen. Wir waren auf Augenhöhe, haben aber offensiv in manchen Situationen nicht die richtigen Lösungen gefunden und sind deswegen nicht in die Räume gekommen. So sind wir nicht so gut über die Außen nach vorne gekommen. Ich bin dankbar dafür, heute mein Bundesliga-Debüt gemacht zu haben. Aber ich hätte mir das Spiel anders vorgestellt.“

Wir hätten einen klaren Elfmeter kriegen sollen

Achim Beierlorzer: „Wir sind natürlich enttäuscht. Ich hasse es zu verlieren. Und es war heute nicht notwendig zu verlieren. Das Quäntchen Glück war heute nicht auf unserer Seite. Ich habe ein ordentliches Spiel gesehen, wir haben mutig begonnen, kriegen aber ein Traumtor, das in dieser Phase Gift für uns war, weil wir das Spiel eigentlich im Griff hatten. Danach hätten wir einen klaren Elfmeter kriegen sollen. Beim Stand von 0:1 einen Elfmeter zu bekommen, wäre schon wichtig gewesen. Ich hatte keinen Kontakt zum Schiedsrichter, nur kurz mit dem Vierten Offiziellen. Ich kann aber nicht sagen, was da gesagt wurde. Das Spiel ist letztlich nicht so richtig für uns gelaufen. Es war bitter für uns, weil wir engagiert Fußball gespielt haben. Wir spielen aber jetzt in der Bundesliga. Da entscheiden Nuancen. Wenn wir auf diesem Niveau unterwegs sind, müssen wir noch einen Tick entschlossener und mutiger sein. Es waren viele Dinge gut, aber nicht jeder Spieler hat sein absolutes Top-Niveau erreicht. Was mir sehr gut gefallen hat: Wir wollten bis zuletzt, die Mannschaft hat nie aufgegeben. Das war so, wie ich mir das vorstelle.“

Oliver Glasner: „Wir sind sehr zufrieden, dass wir gegen einen sehr ambitionierten und schwer zu bespielenden Gegner gewonnen haben. Köln hat uns wenig Zeit gelassen, hat uns schnell unter Druck gesetzt. Das haben wir so erwartet, trotzdem war es schwer für uns. Nach der Pause haben wir das besser verteidigt und dann in einer Situation, die wir immer wieder trainieren, gut zu Ende gespielt und das 2:0 gemacht. Bis auf den unnötigen Anschlusstreffer haben wir in der zweiten Halbzeit keine weitere Chance mehr zugelassen. Deswegen bin ich sehr zufrieden.“

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